Zum Hauptinhalt springen

Bei Fiat, Opel, Peugeot und Citroen ist Leasing besonders günstig

Auch bei Hyundai, Renault und Volvo wuchsen 2025 die Leasing-Rabatte, während VW und Skoda weniger nachlassen.

Autoverkehr in der Stadt (München, Mittlerer Ring)
Bild von: InsideEVs

Die meisten Elektroautos in Deutschland werden nicht gekauft, sondern geleast. Der Vorteil ist, dass man das Auto nach drei oder vier Jahren wieder los ist, man braucht keine Angst haben, dass das Wagen dann technisch überholt ist. Außerdem ist Leasing oft günstiger als der Kauf: Gerade bei E-Autos geben manche Hersteller oder ihre Banken hohe Rabatte. Eine Untersuchung von Leasingmarkt.de zeigt nun die Unterschiede zwischen den Marken.

Rabatte schlagen sich beim Leasing in einem kleinen Leasingfaktor nieder. Dieser setzt die monatliche Leasingrate ins Verhältnis zum Listenpreis. Die Lage unterscheidet sich stark je nach Marke, wie der "Leasing-Rückspiegel" der Autoscout24-Tochter Leasingmarkt.de nun zeigt. Dafür wurden die Leasinganfragen der Nutzerinnen und Nutzer ausgewertet. Die Automobilwoche berichtete vorab, inzwischen ist der Bericht auch öffentlich zugänglich. 

Wie uns bereits einmal aufgefallen ist, geben die Stellantis-Marken und ihre Händler am meisten Rabatt: Fiat kam 2025 auf einen durchschnittlichen Leasingfaktor von 0,50, Opel auf 0,52 und Citroen auf 0,56. Opel habe die Leasingraten 2025 besonders für den Corsa und den Grandland stark subventioniert, so Leasingmarkt.de-Chef Martin Teichmann. Ein Befund aus dem persönlichen Umfeld bestätigt das: Ein Kollege schloss gerade ein Leasing für den elektrischen Opel Grandland für nur 190 Euro pro Monat ab – der Leasingfaktor lag hier sogar unter 0,4.

Fiat 500 Elektro (2021) im Praxistest

Für den Fiat 500 Elektro mit kleiner Batterie haben wir auf Leasingmarkt.de ein Angebot für 139 Euro monatlich gefunden - der Leasingfaktor liegt bei etwa 0,56.

Die Leasingfaktoren sanken auch bei Volvo (von 0,63 auf 0,54), Hyundai (von 0,66 auf 0,50) und Renault (von 0,64 auf 0,47). Bei der Marke Volkswagen dagegen waren die Leasingfaktoren höher und sie stiegen im Jahresverlauf sogar, von 0,66 auf 0,71. Auch Skoda hat recht hohe Leasingfaktoren; sie lagen am Jahresanfang bei 0,72 und sanken dann auf 0,62.

Der Leasing-Rückspiegel zeigt auch die am häufigsten geleasten Elektroautos mit den durchschnittlichen Leasingraten und Leasingfaktoren:

  Anteil Leasingrate Leasingfaktor
Fiat 500 Elektro 7,5 % 163 € 0,48
Cupra Tavascan 5,0 % 334 € 0,60
MG4 4,8 % 222 € 0,58
VW ID.3 3,8 % 232 € 0,60
Cupra Born 3,5 % 266 € 0,61
Audi Q4 e-tron 3,3 % 429 € 0,63
Dacia Spring 3,2 % 112 € 0,56
Opel Grandland Electric 3,2 % 196 € 0,39
Opel Corsa Electric 2,8 % 181 € 0,58
VW ID.4 2,7 % 346 € 0,65

Der durchschnittliche Leasingfaktor für alle Fahrzeuge aller Antriebsarten lag bei 0,62 – praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr, als er bei 0,63 lag. Das ist ein recht hoher Wert, wenn man die derzeitige Nachfrageschwäche bedenkt. Denn wegen der mauen Wirtschaftslage hält sich die private wie die gewerbliche Kundschaft derzeit beim Erwerb teurer Güter zurück. 

VW ID.7 Tourer Pro (2024) im Test

Für den W ID.7 Tourer Pro fanden wir ein Angebot für 397 Euro. Das entspricht einem Leasingfaktor von etwa 0,72.

Bild von: InsideEVs

Dagegen lag der Leasingfaktor im nachfrageschwachen Corona-Jahr 2020 bei durchschnittlich 0,51, was auf hohe Rabatte hindeutet. Dass die Preisnachlässe im zu Ende gehenden Jahr nicht so üppig ausfielen, liegt laut Leasingmarkt.de am mangelnden finanziellen Spielraum der Hersteller und Händler: Die Autohersteller und ihre Banken hätten 2025 versucht, ihre Margen zu stabilisieren, und daher auf Rabatte verzichtet, vermutet Teichmann. Bei den Händlern hätten sich die Margen in den letzten Jahren durch andere Handelssysteme deutlich verringert, sie liegen bei vielen Marken nur noch bei einem Prozent oder weniger, so der Artikel.

Leasing ist bei Elektroautos besonders beliebt. Der Anteil liegt höher als der BEV-Anteil am Gesamtabsatz.
Bild von: LeasingMarkt.de

Für 2026 rechnet Leasingmarkt.de wieder mit höheren Rabatten. Denn nun sitzen die Verkäufer auf relativ großen Beständen, die allmählich abgebaut werden müssen. Ein Schub sei auch durch die geplante Elektroauto-Förderung zu erwarten. Die Pläne sorgen derzeit für aufgeschobene Nachfrage, die sich 2026 mit dem In-Kraft-Treten der Förderung wohl in mehr Leasingverträgen entlädt.

Unter dem Strich

Dass Stellantis beim Leasing besonders hohe Rabatte gibt, ist uns bereits aufgefallen. Der Bericht von Leasingmarkt.de bestätigt diese Einschätzung. Aber auch bei Hyundai, Renault und Volvo gibt es oft hohe Nachlässe, die in niedrigen Leasingfaktoren resultieren. Volkswagen und Skoda dagegen bieten beim Leasing weniger Vorteile.

Die Untersuchung ist wieder einmal ein Anstoß dazu, bei der Kaufentscheidung nicht nur auf die Neupreise zu sehen, sondern auch ein Leasing in Betracht zu ziehen. Besonders bei den genannten Marken und Modellen, bei denen der Preisnachlass besonders hoch ist.