Verstecken Peugeot und Opel ihre Rabatte in Leasing-Angeboten?
Stromer der beiden Stellantis-Marken manchmal arg überteuert – beim Barkauf. Doch die Leasing-Angebote im Financing Store sind günstig
Schon mehrfach ist uns aufgefallen, dass bestimmte Elektroautos von Peugeot oder Opel arg überteuert sind. Das gilt für die Preise bei Barzahlung, die wir normalerweise für unsere Konkurrenzvergleiche heranziehen. Doch die Leasingangebote der beiden Marken scheinen günstig zu sein. So unser Eindruck bei einem Blick in den Financing Store des Stellantis-Konzerns. Wir haben uns zwei Modelle als Beispiel angesehen.
So monierten wir kürzlich, dass der Peugeot E-2008 zum Basispreis von über 40.000 Euro kaum mehr konkurrenzfähig ist. Ergänzend schrieben wir dazu: "ohne Preisnachlass". Den versteckt der Hersteller möglicherweise in günstigen Leasing-Angeboten. Denn im Financing Store wird das Basismodell Style schon für eine monatliche Rate von 191 Euro angeboten. Das Leasing läuft 36 Monate mit 10.000 km jährlicher Laufleistung; eine Anzahlung wird nicht verlangt.
| Barkauf | Leasing | |
| Peugeot E-2008 Style | 40.550 Euro | 191 Euro/Monat (Stellantis) |
| Kia EV3 Std. Range Air | 35.990 Euro | 268 Euro/Monat (Leasingmarkt) |
Der vergleichbare Kia EV3 Standard Range Air kostet bar nur 35.990 Euro, also rund 4.000 Euro weniger. Doch im Leasing ist das Auto vergleichsweise teuer. Auf leasingmarkt.de fanden wir ein Angebot für 268 Euro, bei identischen Konditionen. Der Leasingrechner von Kia selbst spuckt sogar einen Preis von 309 Euro aus, wenn auch bei 15.000 km Laufleistung. Ergo: Der E-2008 ist im Vergleich zum EV3 teuer im Barkauf, im Leasing aber deutlich günstiger.
| Barkauf | Leasing | |
| Opel Astra Electric Edition | 37.990 Euro | 240 Euro/Monat (Stellantis) |
| VW ID.3 Pro | 32.925 Euro | 327 Euro/Monat (Leasingmarkt) |
Anderes Beispiel: Opel Astra Electric. Auch der wirkt mit seinem Basispreis von knapp 38.000 Euro zu teuer. Denn den VW ID.3 Pro gibt es mit Herstellerrabatt schon für unter 33.000 Euro, also für 5.000 Euro weniger. Obwohl der VW mit 150 kW stärker ist als der Opel und auch etwas mehr Reichweite bietet. Im Financing Store wird der Astra für 240 Euro monatlich angeboten, bei 48 Monaten Laufzeit, 10.000 km pro Jahr und ohne Anzahlung. Auf leasingmarkt.de fanden wir den ID.3 Pro bei gleichen Konditionen für 327 Euro. Auch hier wirkt der Opel im Leasing deutlich günstiger als im Barkauf.
Aber das funktioniert nicht bei jeder Stellantis-Marke. So wird der Jeep Avenger Elektro nicht im Financing Store offeriert, genauso wenig wie der Alfa Junior mit Elektroantrieb. Bei DS finden sich zwar alle aktuellen Elektromodelle – also DS 3 E-Tense, N°4 und N°8 –, aber hier wäre ein Preisvergleich mit Rivalen wegen der umfangreichen DS-Serienausstattung unfair.
Bei Citroen oder Fiat sind uns überhöhte Preise noch nicht aufgefallen. Fiat scheint ohnehin eine andere Linie zu verfolgen. Für seinen Elektro-Besteller 500 Elektro bietet die Marke immer wieder Rabatte oder vergünstigte Sondermodelle an, so auch derzeit wieder.
Übrigens: Der neue Financing Store ist laut Stellantis nicht nur für die Kundschaft gedacht, sondern auch für die eigenen Handelsbetriebe. So gibt es unten auf der Website auch eine Möglichkeit zum Händler-Login. Mit dem Financing Store biete man seinen "Handelspartnern einen innovativen Online-Vertriebskanal, der individuelle Kilometerleasing-Angebote online abbildet," so Stellantis. Dabei soll jeder Betrieb einen eigenen Store erhalten, den er individuell gestalten darf. So kann die Website auch beim Verkaufsgespräch genutzt werden.
Der Online-Kundschaft biete man mit dem Financing Store mehr Transparenz und Flexibilität. Unter dem Menüpunkt "Wunschfahrzeug konfigurieren" kann man nach Wahl der Baureihe auch Ausstattung und Motorisierung festlegen. Dann wird die entsprechende Leasingrate angezeigt. Eine Veränderung der Leasingkonditionen ist allerdings nicht möglich. Alternativ zur Konfiguration kann man sich Leasingangebote für Bestandsfahrzeuge oder spezielle Sonderangebote ansehen.
Der Financing Store ist nicht neu; er wurde bereits 2021 gegründet. Seither wurden auf diesem Weg "bereits zehntausende Verträge abgeschlossen", schreibt der Konzern. Der Anteil des digitalen Vertriebs beim Endkundengeschäft liege markenübergreifend bei 10 Prozent, bei Peugeot und Citroen sind es bis zu 20 Prozent. Weitere Geschäftsfelder sowie Schnittstellen zu bekannten Verkaufsplattformen sollen nach und nach hinzukommen.
Unter dem Strich
Bei Opel und Peugeot haben wir uns schon mehrfach gewundert, wenn wir die Preise von Elektromodellen mit Rivalen verglichen haben: Sie erschienen oft viel zu teuer. Doch möglicherweise geben die beiden Marken ähnlich viel Rabatt wie etwa VW oder Smart, nur werden die Nachlässe nicht so offen kommuniziert.
Statt auf der Website offen einen Herstellerrabatt beim Barkauf auszuloben, versteckt man die Preisnachlässe lieber in günstigen Leasing-Angeboten – wissend, dass ohnehin die meisten Elektroautos nicht gekauft, sondern geleast werden. Das macht es uns Autojournalisten schwerer, denn Leasingpreise zu vergleichen ist wegen der unterschiedlichen Konditionen nicht so einfach wie bei Barkauf-Preisen.
Quelle: Stellantis Financing Store, Pressemeldung
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