Vision Alpina: BMW-Manager deuten Elektroversion der Studie an
Offiziell ist für den neuen Alpina ein V8-Verbrenner geplant. Doch BMW-Manager sprechen bereits offen über eine elektrische Variante.
Ist sie nicht bildschön, die neue Alpina-Studie? Die von BMW präsentierte Vision Alpina soll einen Hinweis geben, wohin die Reise bei Alpina geht. Die bis Anfang 2026 eigenständige Marke gehört inzwischen BMW. Für die Serienversion ist ein V8-Verbrenner angekündigt, doch nun sieht es so aus, als wäre auch eine Elektroversion in der Mache.
Die vor wenigen Tagen präsentierte Studie wurde allgemein als Premiumversion des BMW 7er verstanden, mit deutlichen Coupé-Anwandlungen. Das Etikett Gran Turismo ist sicher nicht falsch. Und da es den neuen BMW 7er auch als Elektroversion i7 gibt, lag es eigentlich nahe, dass es auch von dem Alpina eine stromgetriebene Variante geben würde. Das gilt aber nur aus technischer Sicht. Denn aus Marketingsicht könnte ein Elektro-Alpina problematisch sein, waren die Autos doch bisher für ihre Biturbo-Motoren (Benziner wie Diesel) bekannt.
Bildergalerie: Vision BMW Alpina (2026)
Nun fragte BMWBlog den für Alpina zuständigen BMW-Designer Maximilian Missoni nach einer Elektroversion des Modells. Missoni antwortete erstaunlich offen: "Ich würde sagen, es gilt dieselbe Regel wie für BMW als Marke: Technologieoffenheit. Daher wird auch Alpina beide Antriebsoptionen anbieten." Das soll offenbar für alle kommenden Alpina-Modelle gelten, also auch für die Serienversion der Vision Alpina.
Zunächst kommt jedoch die Verbrennerversion auf den Markt, und zwar mit einer modifizierten Version des 4,4-Liter-V8 aus dem 7er, der keinerlei Elektrifizierung erhält, wie BMW-Alpina-Chef Oliver Viellechner gegenüber TopGear sagte.
Die Verbrennerversion soll 2027 starten. Ob das Auto den traditionellen Namen Alpina B7 tragen wird, ist noch unklar. Wenn dem so ist, wird es wohl Zusatzbezeichnungen geben müssen, da verschiedene Motorisierungen geplant sind. "Wir glauben, dass wir künftig Varianten ohne Verbrennungsmotor benötigen werden", sagte Viellechner, und zwar unter anderem auch mit Blick auf den chinesischen Markt.
Preislich ist mit einer Positionierung zwischen dem i7 und dem Rolls-Royce Spectre zu rechnen. Der teuerste i7 als Vor-Facelift-Modell mit 400-Volt-Technik kostete bisher rund 180.000 Euro, den Spectre gibt es ab etwa 390.000 Euro. So kann man wohl mit Preisen zwischen 200.000 und 400.000 Euro rechnen.
Alpina begann schon in den 60er-Jahren als BMW-Tuner und war mit BMW-basierten Fahrzeugen auch im Motorsport aktiv. Seit 1978 ist die Marke als eigener Autohersteller anerkannt. Die Modelle basierten jedoch auf BMW-Technik. Schon vor dem Tod des Gründers Burkard Bovensiepen im Jahr 2023 übernahmen die Söhne Andreas und Florian die Geschäfte. Die Marke wurde an BMW verkauft, weil die Familie keine Zukunft für das Unternehmen mehr sah: Einerseits gab es verschärfte Emissionsvorschriften, andererseits hätten Elektroversionen eine enorme Investition in Software erfordert, welche das Unternehmen nicht stemmen konnte, berichtet BMWBlog.
Unter dem Strich
Dogmen haben in der Autoindustrie eine begrenzte Lebensdauer. Bei der Einführung des Porsche Cayenne gab es Proteste von Sportwagen-Fans, genauso wie bei der Umstellung des Porsche 911 auf Wasserkühlung. Und als ich einst bei einem Mercedes-AMG-Fahrevent nach der Möglichkeit von Allrad-AMGs fragte, reagierten die anwesenden Kollegen geradezu entsetzt. Heute sind SUVs von Porsche eine Selbstverständlichkeit, genauso wie AMG-Modelle mit Allradantrieb. Warum also kein Elektro-Alpina? Gerade zu großen, luxuriösen Oberklassefahrzeugen passt der lautlose Elektroantrieb doch recht gut.
Insofern finden wir es logisch, dass der geplante Alpina B7 (oder wie immer das 7er-Derivat heißen wird) auch als Elektromodell auf den Markt kommt. Der Name iB7 wäre plausibel, vielleicht gefolgt von M80 oder dergleichen. Aber warten wir es ab. Vielleicht wissen wir nächstes Jahr mehr.
Quelle: BMWBlog, BMW (Vision Alpina), TopGear
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