Schon im ersten Jahr angeblich 2.500 Stück geplant

Der Tesla Semi wurde bereits 2017 vorgestellt (Bericht bei Motor1), doch obwohl damals eine Produktion ab 2019 versprochen wurde, ist der Elektro-Sattelzug noch nicht auf dem Markt – genauso wenig wie der neue Roadster, der gleichzeitig präsentiert wurde. Doch nun werfen Tweets von einem Insider Licht auf den Zeitplan. Danach soll der Semi im Spätsommer 2021 starten, und zwar mit Wumms.

Sawyer Merritt, ein Tesla-Fan und Investor, schrieb auf Twitter, dass ein Tesla-Zulieferer im vierten Quartal 2020 mit der Entwicklung oder Fertigung von Komponenten für den Semi begonnen habe. Die Karosserie werde in Fremont entstehen, wo bisher Model 3, S und X produziert werden. Zusammengebaut wird der Laster dann in Nevada (Gigafactory 1) und später eventuell Texas (Gigafactory 5).

 

Sehr interessant ist der Zeitplan für den Hochlauf: Der erste Release Candidate (RC) soll im Mai 2021 gebaut werden, die Serienproduktion beginnt dann im August. Schon im ersten Jahr sollen 2.500 Stück entstehen. Für einen Elektro-Laster ist das viel, vor allem wenn der Semi erst im September startet – das wären ja nur vier Monate. 

 

In den folgenden Jahren soll die Produktion dann auf 25.000 Stück jährlich wachsen, wobei eine Produktion in Europa ab 2023 geplant ist – vermutlich in Grünheide (Gigafactory 4), denn andere Werke hat Tesla in der EU nicht.

Der Name Semi leitet sich von semi-trailer ab, der englischen Bezeichnung für den Auflieger eines Sattelzugs. Die Zugmaschine dazu hat drei Achsen, wovon nur die hinteren beiden angetrieben werden, angeblich von vier E-Motoren aus dem Model 3. Der Fahrer sitzt mittig und guckt auf Displays links und rechts vom Lenkrad. Die auffällige, aerodynamisch optimierte Karosserie hat einen cW-Wert von 0,36.

Die Zugmaschine alleine soll in rund 5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, mit voll beladenem Anhänger in 20 Sekunden. Je nach Batterie soll die Reichweite bei 480 oder 800 Kilometern liegen.

Zur Größe der Akkus gibt es noch keine offiziellen Angaben, doch sollen die neuen 4680-Zellen verbaut werden, wie InsideEVs USA kürzlich meldete. Das sind zylindrische Batteriezellen mit den Maßen 46 mal 80 Millimeter, die eine besonders hohe Energiedichte bieten sollen – sie wurden beim Tesla Battery Day im Herbst vorgestellt (Bericht bei Motor1).

Tesla Battery Day 2020

Wie wichtig eine hohe Energiedichte für einen dicken 40-Tonner ist, zeigt ein kleines Rechenexempel. Der Semi soll einen Stromverbrauch von 2 kWh pro Meile haben. Bei einer Reichweite von 500 Meilen (etwa 800 km) ist demnach ein 1.000-kWh-Akku nötig. Der Akku aus dem Model S wiegt angeblich 600 Kilo. Auch wenn unklar ist, ob sich das auf 60 oder 85 kWh bezieht, bedeutet das umgerechnet, dass der Semi einen Acht-Tonnen-Akku mit sich schleppen müsste. Da ist eine größere Energiedichte sehr willkommen.

Bildergalerie: Tesla Semi (Bilder von 2018)