An Bord sind wohl noch die "alten" Ultium-Batterien mit NCMA-Chemie

Der Cadillac Lyriq soll ab Anfang 2022 produziert werden und dürfte dann wohl im Laufe des nächsten Jahres auf den US-Markt kommen. Das Elektro-SUV basiert auf der Ultium-Plattform von General Motors. Wir stellen zusammen, was bisher zu dem Modell bekannt ist.

Die Ultium-Plattform ermöglicht alle möglichen Arten von Elektroantrieb – Front-, Heck- und Allradantrieb. Für die Basisversion des Lyriq hat sich GM aber wegen des Verhaltens in der Kurve für einen Heckmotor entschieden. Optional wird es Allrad-Versionen mit mehr Leistung geben. Kilowatt-Angaben macht Cadillac bislang nicht.

Bildergalerie: Cadillac Lyriq (2023)

Mehr ist zum Akku bekannt. Die Plattform erlaubt Akkugrößen zwischen 50 und 200 kWh, was bis zu 650 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Der Lyriq soll einen 100-kWh-Akku bekommen, der bis zu 480 Kilometer Reichweite ermöglicht.

Das Auto soll die Ultium-Batterien erhalten, die von Ultium Cells LLC gefertigt werden, einem Joint Venture mit LG Energy Solution. Wenn GM seine Pläne nicht ändert, soll der Wagen also noch die Ultium-Batterien der ersten Generation erhalten. Die Akkus der zweiten Generation arbeiten mit Lithium-Metall-Technik von SolidEnergy Systems. Diese Batterien soll offenbar der Hummer EV erhalten, der bereits ab Herbst 2021 gebaut wird.

Die Ultium-Batterien der ersten Generation basieren auf NCMA-Chemie (Nickel-Cobalt-Mangan-Aluminium). Dabei wird Aluminium für die Kathode verwendet, was den Bedarf an Seltenen Erden reduziert. So soll der Kobaltbedarf gegenüber den aktuellen GM-Batterien um über 70 Prozent niedriger sein. Die Batteriezellen sind vom Pouch-Typ. Da die Elektronik in die Module integriert ist, wurde gegenüber den aktuellen GM-Elektroautos fast 90 Prozent der Verkabelung eingespart, so Cadillac. Aufgeladen wird mit bis zu 150 Kilowatt Gleichstrom und 19 kW Wechselstrom.

Cadillac Lyriq

Innen besitzt der Lyriq nur ein einziges Display. Mit einer Diagonale von 33 Zoll zieht es sich aber bis in die Cockpitmitte hinein. So übernimmt es nicht nur die Aufgaben des Instrumentendisplays, sondern lässt sich auch vom Beifahrersitz aus bedienen. Dazu kommt ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion. Außerdem bekommt der Lyriq die neueste Version des teilautonomen Fahrsystems SuperCruise mit automatischem Spurwechsel. Auch ferngesteuertes Einparken ist möglich.

Zu den auffälligsten Designelementen gehört ein "Black Crystal"-Grill. Er ist auch Teil der Lichtchoreographie, die zur Begrüßung von Fahrerin oder Fahrer abgespielt wird. An dem Begrüßungsspektakel beteiligen sich auch die Heckleuchten.

Produziert werden soll der Lyriq ab Anfang 2022, so GM offiziell in einer Pressemitteilung vom Februar. Entstehen soll das Auto in der GM-Fabrik in Spring Hills (Tennessee). Die Preise sollen unter 60.000 Dollar (rund 50.0000 Euro) beginnen, wie unter anderem Carscoops.com unter Berufung auf den Cadillac-Nordamerika-Chef Steve Carlisle meldete.

Dass das Auto auch nach Europa kommt, ist eher unwahrscheinlich. Zu diesem Schluss kam jedenfalls das Markenforum Cadillac Society vor einem Monat. Offiziell hat die Marke keine Pläne zu einer globalen Einführung des Lyriq. Derzeit ist Cadillac kaum aktiv in Europa und verfügt nach dem Bericht auf dem gesamten Kontinent nur über 20 Händler sowie 123 Aftersales-Partner.