Continental-Tochter liefert 800-Volt-Technik auf Siliciumcarbid-Basis

Vitesco Technologies, ein zu Continental gehörender Zulieferer für Antriebstechnologien und Elektrifizierungslösungen, liefert einen 800-Volt-Inverter auf Siliciumcarbid-Basis für die neue E-GMP-Plattform der Hyundai Motor Group, also den Hyundai Ioniq 5 und den Kia EV6. Das gab das in Regensburg sitzende Unternehmen nun bekannt. 

Bislang nutzen die meisten Elektroautos eine Spannung von 400 Volt, nur wenige Modelle wie die genannten beiden Neulinge sowie der Porsche Taycan verfügen über eine 800-Volt-Architektur. Die verdoppelte Spannung verkürzt die Ladezeit der Batterie deutlich. Je nach Kapazität soll sich der Akku der E-GMP-Fahrzeuge in weniger als zwanzig Minuten laden lassen. Darüber hinaus ermöglicht das 800-Volt-Bordnetz eine höhere Leistungsabgabe und verbessert die Effizienz des Antriebs, so Vitesco.

Vitesco setzt für den 800-Volt-Inverter auf Halbleiter aus Siliciumcarbid, was den Wirkungsgrad steigert. "Erst diese Technologie lässt das volle Potenzial der Hochspannungs-Architektur bei gleichzeitig maximaler Effizienz zur Geltung kommen", so der Zulieferer.  

Der Ioniq 5 und der EV6 sind nicht die einzigen Modelle, die auf E-GMP-Basis geplant sind: Der Hyundai-Kia-Konzern plant bis 2025 insgesamt 23 Modelle, darunter 11 batterieelektrische Fahrzeuge mit 800-Volt-Technologie. Damit hat Vitesco wohl auch in den nächsten Jahren viel zu tun.

Vitesco war in den letzten Tagen im Gespräch, weil sich Continental demnächst komplett von seiner Tochter trennen will, wie das Handelsblatt berichtete. Vitesco ist ein Geschäftsbereich der Continental AG, der bis 2019 noch unter der Bezeichnung Continental Powertrain firmierte. Doch ist ein eigener Börsengang von Vitesco geplant: Die Continental-Aktionäre bekommen dabei für fünf ihrer Aktien einen Vitesco-Anteilsschein. Mit 46 Prozent größter Continental-Aktionär ist die Familie Schaeffler, die auch den gleichnamigen Zulieferer kontrolliert. 

Vitesco beschäftigt sich mit elektrischen und fossilen Antrieben. Dabei entfallen derzeit noch 90 Prozent des Umsatzes auf Verbrennertechnik, so das Handelsblatt. Da die Elektromobilität auf dem aufsteigenden Ast ist, dürfte die Freude in Regensburg über den Großauftrag im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich groß sein.

Bildergalerie: Vitesco-Inverter für E-GMP-Autos