Viele Fragen zum neuen Elektro-SUV aus dem Geely-Konzern bleiben noch offen

Geely hat nun die ersten offiziellen Bilder und technischen Daten des Zeekr 001 veröffentlicht – der Serienversion des Lynk & Co Zero Concept. Was wie ein Aprilscherz aussah, wird endlich greifbarer, aber es gibt Aspekte des Autos (und des Unternehmens an sich), die wir immer noch nicht richtig verstehen.

Laut Geely wird der Zeekr 001 der erste elektrische Shooting Brake für China sein. Aber das wird nur der Fall sein, wenn Porsche den Taycan Cross Turismo dort nicht verkaufen wird, bevor Geely im Oktober 2021 mit der Auslieferung des 001 beginnen möchte.

Der Zeekr soll 700 km Reichweite bieten, aber Geely nennt nicht, welches Batteriepaket so viel Reichweite bieten wird und in welchem Fahrzyklus diese Reichweite ermittelt wurde. Es könnte NEFZ sein, es könnte WLTP sein ... wir wissen es nicht.

Was wir jetzt wissen: Der Zeekr 001 ist 4,97 Meter lang, 2,00 Meter breit, 1,56 Meter hoch und er hat einen Radstand von 3,01 Meter. Geely sagt, das Modell würde 2.144 Liter Gepäckraum bieten, aber dieser Wert bezieht sich dann offensichtlich auf den Fall, dass die Rücksitze umgeklappt sind. Wieviel in den Kofferraum passt, wenn Menschen im Fond sitzen möchten, verrät uns Geely noch nicht.

Premiere: Das ist der Zeekr 001
Premiere: Das ist der Zeekr 001
Premiere: Das ist der Zeekr 001

Der elektrische Shooting Brake wird mit zwei Batterieoptionen zu haben sein: 86 kWh und 100 kWh. Die 700-km-Reichweite kommt wahrscheinlich von der größeren Akku-Variante, aber bestätigt hat der Hersteller diese Vermutung nicht.

Ebenfalls verkündetet Geely, dass man beim 001 eine Mietbatterie anbieten werde. Also ähnlich dem Konzept, welches Renault mit dem Zoe gefahren hat und das kürzlich eingestellt wurde. Ein Batterietausch – wie es Nio anbietet – wäre beim Zeekr wohl sinnvoller.

Doch die Geely-Marke will wohl eine andere Strategie fahren und es wird geplant, ein eigenes Ladenetzwerk aus dem Boden zu stampfen. Bei Tesla funktioniert dieses System ja eigentlich auch ausgesprochen gut. 

Der Plan ist also, bis Ende 2023 rund 2.200 Ladestationen mit mehr als 20.000 Ladepunkten zu bauen. Die schnellsten sollen eine Leistung von 360 kW erreichen. Und Geely behauptet selbstbewusst, dass der 001 damit in der Lage sein wird, 120 Kilometer Reichweite in fünf Minuten zurückzugewinnen. 

Aber wird er wirklich mit 360 kW laden können? Die Pressemeldung deutet das nur an. Wenn das der Fall sein sollte, arbeitet der Zeekr höchstwahrscheinlich mit Spannungen von über 900 Volt, obwohl er die SEA-Plattform verwendet, die "nur" mit 800 Volt arbeitet. Lucid hat dem Air so viel Spannung gegeben, um eine Ladegeschwindigkeit von 300 kW zu erreichen.

Zudem wird der Zeekr 001 über automatische Türen - ähnlich denen im Mercedes-Benz EQS -, eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h, eine Beschleunigungszeit von 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, einen Bremsweg von 100 km/h auf 0 von 34 Meter und eine Luftfederung verfügen, die es ihm ermöglichen soll Offroad-Pisten zu bewältigen. Mit einer Bodenfreiheit von dann 205 Millimeter durchaus vorstellbar.

Trotz der Pressemitteilung und den offiziellen Bildern werden wir aber das Gefühl nicht los, dass Geely sich selbst noch nicht so ganz einig über alle Zeekr-Fakten ist. Und so bleibt der Hauptzweifel bestehen: Warum eine neue Marke mit einem Konzeptauto von einer anderen Marke schaffen? Wir verstehen es nicht und hoffen gleichzeitig, dass die Erklärungen vor 2022 kommen - wenn das Unternehmen plant, seine "globale Marktexpansion zu starten".

Bildergalerie: Premiere: Das ist der Zeekr 001