Auf SEA werden das Smart-SUV, ein kleines Volvo-SUV, der Zeekr 01 und andere basieren

Seine Sustainable Experience Architecture (SEA) hat Geely im Dezember 2020 vorgestellt. Auf ihr werden das geplante Smart-SUV basieren, genauso wie ein kleines Elektro-SUV von Volvo unterhalb des XC40 sowie der Zeekr 01. Nun gibt es Details zu der Plattform und ihren Versionen.

Das malaysische Automagazin Paultan.org berichtet nun über eine Roundtable-Veranstaltung von Geely für malaysische Medien, auf der Chefingenieur Kent Bovellan Interessantes zu den Versionen der Geely-Plattform verriet.  

Bisher war bekannt, dass die SEA-Plattform Autos vom A-bis zum E-Segment ermöglicht, also alles vom Kleinstwagen bis oberen Mittelklasse. Auch leichte Nutzfahrzeuge sollen möglich sein. Außerdem werden Front-, Heck- und Allradantrieb sowie ein bis drei Elektromotoren unterstützt. Die Reichweite soll bis zu 700 Kilometer betragen. Die neue Plattform soll allen Geely-Marken offenstehen, darunter Volvo, Polestar, Lynk & Co, Lotus und London Electric Vehicle Company (LEVC).

Bovellan sagte nun, dass es fünf verschiedenen SEA-Versionen geben wird:

  • SEA Entry (SEA-E) für A-Segment- und Budget-Fahrzeuge
  • SEA2 für die Segmente B- bis D
  • SEA1 für die Segmente D bis F
  • SEA Sport (SEA-S) für sportlichere Modelle
  • Commercial (SEA-C) für Nutzfahrzeuge zwischen 3,5 und 5,5 Tonnen

Der zunächst als Lynk & Co Zero vorgestellte Zeekr 01 basiert nach dem Artikel auf SEA1. In Kürze sollen eine Reihe neuer Modelle folgen, darunter ein Van, ein kleineres Modell auf SEA2-Basis und das Smart-SUV. Nach Informationen vom Mai soll Letzterer werden, bereits im September auf der IAA vorgestellt werden und 2022 starten. Bovellan verriet nicht, auf welcher Plattform das ein Vier-Meter-Auto basieren wird.

Bildergalerie: Geelys SEA-Plattform (2020)

Dafür machte Bovellan Aussagen über die Radstände:

  • SEA Entry: 2.550 mm
  • SEA2: 2.650 bis 2.900 mm
  • SEA1: um die 3 Meter (Zeekr 01: 3.005 mm)

Geely plant jedoch keine winzigen Elektrofahrzeuge, wie sie derzeit in China populär sind (möglicherweise sind Autos wie der Huong Guang Mini EV gemeint). Das kleinste derzeit in Entwicklung befindliche Modell hat einen Radstand von 2.550 mm, und der Huong Guang liegt bei nur 1.990 mm.

Alle Modelle sollen in "Unibody-Bauweise" ausgeführt werden, also wohl eine selbsttragende Karosserie besitzen. Das gilt sogar für die Nutzfahrzeuge, wo normalerweise Leiterrahmen-Konstruktionen verwendet werden. Wohl um den fehlenden Leiterrahmen zu ersetzen, soll bei diesen Fahrzeugen das Batteriepaket zur Verstärkung der Struktur verwendet werden – wahrscheinlich im Sinne eines Cell-to-Chassis-Ansatzes (CTC). 

Laut Paultan unterstützt die Plattform auch den Einbau eines kleinen Verbrenners als Range Extender. Dieser wird dann anstelle eines Elektromotors im Heck eingebaut. Den von ihm über eine E-Maschine erzeugten Strom verwendet dann ein weiterer Elektromotor, um die Vorderachse anzutreiben.

Die Batterien für die SEA-Plattform werden nach dem Artikel von CATL geliefert. Alle Modelle sollen mit mindestens zwei verschiedenen Akkus angeboten werden. Die SEA-Entry-Fahrzeuge bekommen 58 und 68 kWh, was für einen Kleinstwagen schon ordentliche Akkugrößen sind – die aktuellen Elektro-Smarts haben nur 18 kWh.

Der Zeekr 001 wird (wie bereits bekannt) mit 86 und 100 kWh angeboten. Laut Bovellan soll die kleinste SEA2-Batterie eine Reichweite von rund 460 km bringen; das könnte sich auf die 86-kWh-Batterie beziehen. Der Zeekr 001 soll bis zu 700 km Reichweite bieten, was sich dann wohl auf den großen Akku bezieht.

Zum Thema Aufladen sagte Bovellan, dass ein SEA1-Fahrzeug mit 400-Volt-Technik in etwa 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden kann. Ein SEA1-Auto mit 800-Volt-Technik würde die Zeit auf rund 20 Minuten verkürzen.

Die SEA-Plattformen sollen laut Bovellan auch Autos mit nur 1.480 mm Höhe ermöglichen. Dazu werden einige Module in den Mitteltunnel verlegt, um mehr Fußraum zu ermöglichen. Dies ist besonders wichtig für die SEA-S-Plattform, die offenbar mit Porsches J1-Plattform konkurrieren soll, auf der der Porsche Taycan und der Audi e-tron GT basieren. Zum Vergleich: Der Taycan ist nur 1.395 mm hoch. 

Auch der chinesische Technik-Riese Baidu will ein Auto auf SEA-Basis entwickeln. Zudem plant Volvo ein Elektro-SUV unterhalb des XC40, das angeblich XC20 heißen soll. Nach einem Artikel von Auto Express vom März sagte Volvo-Chef Hakan Samuelsson: 

"Wir werden auch SEA nutzen. Wir werden sie für ein kleineres Auto verwenden (...) Es ist schwierig, die CMA-Plattform [auf der zum Beispiel der XC40 beruht] (...) weiter nach unten zu schieben. Wenn man also ein kleineres Auto als den XC40 bauen möchte, macht SEA das möglich. Dafür werden wir sie nutzen."

Samuelsson gab auch zu, dass es sich bei dem neuen Modell um ein SUV handelt wird. Da der XC40 ins C-Segment gehört, wird der XC20 wohl ein B-Segment-SUV sein. Nach der nun von Bovellan gegebenen Einteilung der SEA-Versionen dürfte das Fahrzeug auf SEA2 basieren. Zudem verriet der Volvo-Chef damals, dass das Auto zu den im März angekündigten neuen Elektro-Modellen gehört, die bis 2025 vorgestellt werden sollen: Vielleicht ist es ja das Auto in der Mitte der zweiten Zeile:

Volvos Elektropläne vom März 2021 (Bildquelle: Volvo)
Volvos Elektro-Pläne vom März 2021: Bereits enthüllt sind der XC40 links oben und der C40