Am morgigen Dienstag stellt Diess die neue Strategie "New Auto" vor

Lange musste er kämpfen, doch jetzt ist es geschafft: Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns verlängerte den Vertrag von Herbert Diess bis Oktober 2025. Damit werden gleich zwei VW-Regeln gebrochen: Erstens werden normalerweise Vertragsverhandlungen erst ein Jahr vor dem Auslaufen des alten Vertrags geführt und zweitens bleibt Diess damit über sein 65. Lebensjahr hinaus im Amt. Im Oktober 2025 jedoch wird Diess 67 sein.

Der aktuelle Vertrag von Diess wäre im April 2023 ausgelaufen, Verhandlungen über eine Verlängerungen hätten daher erst ab April 2022 angestanden. Diess bemühte sich seit Längerem um eine frühere Verlängerung, was ihm nun offenbar gelungen ist. Die Entscheidung gilt auch als Bestätigung für den strikten Elektrifizierungskurs von Diess.

Laut Bloomberg half Diess der finanzielle Erfolg des Unternehmens bei den Verhandlungen: Am Freitag hatte der Konzern ein operatives Ergebnis von 11 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2021 gemeldet.

Diess stellte dem Aufsichtsrat zudem seine Strategie 2030 vor, die den Titel New Auto trägt. Der Aufsichtsrat stimmte der Strategie zu. Der Öffentlichkeit wird die Strategie am morgigen 13. Juli ab 13 Uhr 30 vorgestellt.

Der Übergang zur Elektromobilität sei angestoßen, so VW. Daher soll der Schwerpunkt nun in den kommenden Jahren auf dem Aufbau von Software-Kompetenzen liegen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das autonome Fahren, das im Zusammenspiel mit anderen softwaregetriebenen Mobilitätsdiensten voraussichtlich zu einer Verdopplung des Auto-Marktes in den nächsten zehn Jahren führen soll, heißt es in der VW-Pressemitteilung.

VW setzt wie bei der Fahrzeug-Mechatronik auch bei der Software auf Plattformen, was Skalen-, Kosten- und Qualitätsvorteile bringen soll. Zudem spricht VW von einer markenübergreifenden Batterie- und Ladestrategie und einer Mobilitätsplattform. Außerdem soll offenbar die Ausbildung vorangetrieben werden.

Angeblich will der Konzern für 800 Millionen Euro ein neues Entwicklungszentrum in Wolfsburg gründen. Zudem soll es bei dem Strategie-Tag auch um die Batteriezell-Produktion gehen. Der Konzern will ja bis 2030 nicht weniger als sechs Zellfabriken mit einer Kapazität von je 40 Gigawattstunden nutzen. Bisher sind nur die beiden Northvolt-Standorte in Schweden und in Salzgitter bekannt, möglicherweise gibt es nun Informationen zu den übrigen vier Werken.