Volkswagen verkauft den ID.3 künftig auch in China. Ab dem vierten Quartal 2021 (also frühestens ab Oktober) wird der Elektro-Kompaktwagen auch auf dem größten Elektroauto-Markt der Welt angeboten. Sein chinesisches Debüt gibt der ID.3 zuvor noch auf der Automesse in Chengdu.

ID.4 und ID.6 sind bereits in China auf dem Markt, der ID.3 ist das dritte rein elektrisch angetriebene Modell der Marke.

"Nach dem ID.43 und dem ID.6 führen wir mit dem ID.3 innerhalb von nur sechs Monaten bereits die dritte vollelektrische Modellreihe in China ein. Damit machen wir deutlich, dass wir neben Europa auch in China eine führende Marktposition bei Elektro-Fahrzeugen anstreben." (VW-Markenchef Ralf Brandstätter).

Nach dem Messeauftritt in Chengdu können sich chinesische Kundinnen und Kunden über ein Frühbuchersystem einen ID.3 reservieren lassen. Produziert wird der ID.3 zusammen mit dem ID.4 X und ID.6 X in Anting (bei Shanghai), wo VW in einem neuen Werk ausschließlich MEB-Fahrzeuge baut. In Anting ist auch der Sitz des Joint-Venture-Unternehmens von VW mit SAIC. Weitere Elektroautos, insbesondere den ID.6 Crozz, baut VW in einem Werk im südchinesischen Foshan, wo ein Werk des Joint Ventures mit FAW steht. Ein drittes Werk soll in Anhui entstehen, das ab 2023 arbeiten soll.  

Der Absatz des ID.4 und ID.6 in China läuft offenbar gut. So verdoppelten sich die Auslieferungen der ID.-Familie in den vergangen drei Monaten von 1.500 Einheiten im Mai auf über 3.000 im Juni und betrugen im Juli schon etwa 5.800. Bis Ende des Jahres sollen – wenn es mit der Halbleiter-Versorgung klappt – 80.000 bis 100.000 Fahrzeuge der ID-Familie in China ausgeliefert werden.

VW-China-Chef Stephan Wöllenstein sagt: "Mit dem ID.4 und dem ID.6 haben wir in den vergangenen Monaten zwei starke Modellreihen erfolgreich in den Markt eingeführt. Das Feedback unser Kunden ist vielversprechend, die Auslieferungszahlen entsprechen unseren Erwartungen. Mit dem ID.3 schaffen wir für unsere Kunden jetzt ein Angebot im wichtigen Kompaktsegment und decken so zusammen mit den weiteren ID.-Modellen einen großen Teil des Marktes ab."

Volkswagen will nach seiner Markenstrategie Accelerate bis 2030 mindestens 70 Prozent des Absatzes in Europa mit reinen Elektroautos bestreiten. In Nordamerika und China soll der Elektroauto-Anteil mindestens 50 Prozent betragen.

Weltweit konnte Volkswagen im ersten Halbjahr trotz der schwierigen Versorgungssituation mit Halbleitern weltweit rund 93.000 reine Elektroautos ausliefern, was einem Plus von 182 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dazu kamen noch etwa 66.000 Plug-in-Hybride (+175 Prozent). Im ersten Halbjahr lag der VW-Konzern beim weltweiten Absatz von E-Autos und PHEVs an Platz zwei (hinter Tesla). Rechnet man nur Elektroautos, so lag der Wolfsburger Konzern an Platz vier, denn dann schiebt sich noch GM mit seinen chinesischen Marken Wuling und Baoyun dazwischen.