ID.6 Crozz und ID.6 X mit zwei Heckantrieben und einem Allradsystem

Die Elektro-Welle von Volkswagen rollt weiter: Auf der Auto Shanghai wurde nun mit dem ID.6 das dritte Modell der ID-Familie vorgestellt. Das Familien-SUV bietet Platz für bis zu sieben Insassen und wird nur in China gebaut und nur in China verkauft.

Wie ID.3 und ID.4 basiert auch der ID.6 auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB). In Sachen Raumangebot, Funktionalität, Design und insbesondere User Experience ist er laut VW speziell auf die chinesischen Bedürfnisse zugeschnitten. So ist der Wagen 4,88 Meter lang – also gleich 30 Zentimeter länger als der ID.4. Dabei geht der Längenzuwachs auch auf einen größeren Radstand (2.875 statt 2.771 mm) zurück.

Als Batterien werden die aus dem ID.4 bekannten Akkus mit 58 und 77 kWh angeboten. So ergeben sich Reichweiten von 436 bis 588 Kilometer im chinesischen NEDC-Zyklus. Die Allradversion 4Motion bietet 225 kW, was für einen Normsprint in 6,6 Sekunden reicht, die Spitze liegt bei 160 km/h.

Insgesamt gibt es vier Konfigurationen:

  • 58 kWh und 132 kW (Heckantrieb)
  • 58 kWh und 150 kW (Heckantrieb)
  • 77 kWh und 150 kW (Heckantrieb)
  • 77 kWh und 225 kW (Allradantrieb)

Damit unterscheiden sich die Antriebe doch ein wenig von denen des ID.4. Die Basisversion mit 132 kW ist etwas stärker als beim ID.4, wo sie 125 kW hat. Die Daten der Allradversion kennen wir vom Skoda Enyaq, wo eine entsprechende Version angekündigt ist. Der Audi Q4 e-tron hat dagegen in der Allradversion nur 220 kW.

Dabei wird der bekannte 150-kW-Heckmotor mit einem 80-kW-Motor vorne kombiniert. Damit ergäben sich in Summe 230 kW. Doch die Systemleistung wird durch die Leistungsabgabe der Batterie auf 220 kW begrenzt, wie uns ein Audi-Experte bei der Q4-Präsentation sagte. Warum VW beim ID.6 und Skoda beim Enyaq 225 kW angeben? Wissen wir nicht, aber die 5 kW sind wohl auch keine Debatte wert. Den gleichen Allradantrieb dürfte übrigens auch der jüngst angeteaserte ID.4 GTX bekommen.

ID.6 CROZZ von FAW-Volkswagen und ID.6 X von SAIC Volkswagen.

Beim ID.6 werden nach dem obigen Bild offenbar ausschließlich Permanentmagnet-Synchronmaschinen (PSM) eingesetzt. Audi dagegen verwendet beim Allradler nur hinten eine PSM, vorne aber eine Asynchronmaschine (ASM). Als Grund für den Einsatz der ASM nennt Audi die Überlastfähigkeit und die geringen Schleppverluste, wenn die Maschine nicht arbeitet.

In China wird der ID.6 mit sechs und mit sieben Sitzen angeboten. Zum Ausstattungsprogramm gehören 19 bis 21 Zoll große Felgen, eine längs verstellbare zweite Sitzreihe und ein großes Panoramaglasdach. Optional kann auch ein öffenbares Panoramaschiebedach gewählt werden.

Volkswagen ID.6 CROZZ und ID.6 X Innenraum

Das Elektro-SUV kommt laut VW ohne physische Tasten und Schalter aus. Auf den Bildern sind jedoch Tasten unter dem Monitor in der Mitte zu erkennen. Das Bedienkonzept stützt sich jedenfalls hauptsächlich auf den 12-Zoll-Touchscreen und auf die Sprachbedienung "Hallo ID.".

Vom ID.4 bekannt sind das ID. Light (ein schmales Lichtband unter der Windschutzscheibe, das zum Beispiel an einer Abbiege-Stelle nach links oder rechts weist) und das optionale Head-Up-Display mit Augmented-Reality-Funktion. Software und Hardware des ID.6 sind außerdem laut VW "in einer völlig neuen Architektur konzipiert, dadurch kann der Kunde nach dem Kauf Updates ins Auto holen."

Mit dem ID.6 zeigt VW, was mit "Regionalisierung des MEB" gemeint ist: Es wird Modelle geben, die nur regional angeboten werden. Der ID.6 wird von zwei Joint Ventures gebaut:

  • ID.6 Crozz: von FAW-Volkswagen im Norden Chinas (Anting, bei Shanghai)
  • ID.6 X: von SAIC-Volkswagen (SVW) im Süden (Foshing, bei Hongkong)

Technisch sind die beiden Versionen offenbar identisch, doch die Optik unterscheidet sich leicht, vor allem an den Schürzen sowie dem Bereich zwischen den Scheinwerfern. Der ID.6 Crozz erscheint auf den Bildern in Orange, der ID.6 X in Violett:

Volkswagen ID.6 CROZZ (orange) und ID.6 X (lila)
Volkswagen ID.6 CROZZ (orange) und ID.6 X (lila)

Im Rahmen der Markenstrategie Accelerate will VW pro Jahr ein neues MEB-Fahrzeug vorstellen. So will Konzernchef Herbert Diess große Stückzahlen erreichen und alle Segmente abdecken. Denn bis 2030 wollen die Wolfsburger mindestens 70 Prozent des Absatzes in Europa mit Elektroautos abdecken. Neu ist, dass es in Nordamerika und China jeweils mindestens 50 Prozent sein sollen.

"Bis 2023 wird Volkswagen insgesamt acht ID.-Modelle und damit auch den MEB flächendeckend nach China bringen. Mit den erreichten Skaleneffekten können wir modernste Technologie erschwinglich anbieten – und so unsere Elektrooffensive weiter in die Breite tragen." (VW-Markenchef Ralf Brandstätter) 

Technische Daten des ID.6

  • Antrieb: zwei Heckantriebe, ein Allradantrieb
  • Systemleistung: 132 bis 225 kW
  • Akku / Reichweite: 58 oder 77 kWh netto / 436-588 km (chinesischer NEDC-Zyklus)
  • 0-100 km/h / Spitze: 6,6 bis 9,6 Sek. / 160 km/h
  • Maße: 4.876 mm Länge / 1.848 mm Breite / 1.680 mm Höhe / 2.965 mm Radstand