Die Batterien für Elektroautos werden bislang vor allem in Asien produziert – von Firmen wie CATL, Panasonic, Samsung und anderen. Doch nach dem Willen der Politik soll sich das ändern: Die wichtigen Energiespeicher sollen künftig in Europa produziert werden. Deswegen werden entsprechende Werke mit Milliardenbeträgen gefördert. Genaueres dazu, wie viel Geld dafür fließt, geht nun aus einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervor.

Tesla soll für seine geplante Batteriefabrik in Grünheide rund 1,1 Milliarden Euro erhalten, wie zuerst der Tagesspiegel gemeldet hatte. Die Verhandlungen, an denen neben Tesla und der Bundesregierung auch die EU-Kommission beteiligt sind, laufen allerdings noch. 

Ebenfalls viel Geld für eine Zellen-Fertigung erhält Opel; die Stellantis-Marke will ihr Werk in Kaiserslautern umrüsten und dort künftig statt Verbrennungsmotoren Batteriezellen fertigen – und zwar zusammen mit der französischen Firma Saft. Kürzlich wurde bekannt, dass der Bund das Projekt mit rund 437 Millionen Euro fördert. Die geringere Förderung hat ihren Grund in der geringeren Investitionssumme. 

Als Faustregel für die Wirtschaftsförderung gilt laut dem FAZ-Artikel, dass bis zu 30 Prozent der Investitionssumme gezahlt werden können. Danach könnten für das Batteriewerk von Tesla, das rund fünf Milliarden kosten soll, bis zu 1,5 Milliarden Euro Unterstützung gewährt werden. Die Akkuproduktion von Opel soll 2,2 Milliarden Euro kosten, wonach bis zu 660 Millionen Zuschuss gewährt werden könnten. Der Bund schöpft diesen Rahmen offenbar nicht aus. 

Deutlich geringer ist die Förderung für die eigentliche Auto­fabrik in Grünheide. Dafür soll Tesla etwa 300 Millionen Euro bekommen., obwohl die Investitionssumme mit rund 4 Milliarden fast genauso groß ist wie für das Batteriewerk. Der Grund für die Differenz ist offenbar der andere "Fördertopf": An dem Batteriewerk hat die Politik ein besonderes Interesse, während die Autofabrik nur unter "regionale Wirtschaftsförderung" läuft.

Mit der Zahl der entstehenden Arbeitsplätze hat die Förderung offenbar nur wenig zu tun. Denn im Tesla-Batteriewerk sollen nur 2.000 Beschäftigte arbeiten, während das Autowerk in der ersten Ausbaustufe schon 12.000 Jobs mit sich bringt. Langfristig könnten sogar 40.000 Arbeitsplätze entstehen, so die Angaben im Tagesspiegel.

Die hohe Förderung für das US-Unternehmen Tesla wird seit Längerem kritisiert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte dem aber entgegengehalten, dass man sich am Grundsatz der Gleichbehandlung orientiere: Wer die Anforderungen der Förderprogramme erfülle, habe auch Anspruch auf Unterstützung.

In der Gigafactory 4, wie das Werk in Grünheide auch genannt wird, soll zuerst das Model Y gebaut werden, später auch das Model 3. Ursprünglich sollte die Produktion schon im Juli 2021 beginnen, doch Einwände von Umweltschützern sorgten für eine Verschiebung. Inzwischen rechnet Tesla mit einem Produktionsstart Ende des Jahres 2021.