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Tesla-Werk in Grünheide: Produktion ab Juli definitiv vom Tisch
Erst Ende 2021 startet die Fertigung des Model Y – frühestens

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
2. Mai 2021 um 20:13 Uhr
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Am Produktionsbeginn im Juli werde festgehalten, hieß es noch vor wenigen Wochen zum Thema Tesla-Gigafactory 4 in Grünheide bei Berlin. Dieses Datum ist nun definitiv vom Tisch, wie aus den kürzlich veröffentlichten Quartalsbericht von Tesla hervorgeht.
Darin heißt es, dass die Gigafactory Berlin erst Ende 2021 die Produktion aufnimmt. Nach all den Protesten von Umweltschützern und einem gerichtlich verfügten Baustopp ist das keine große Überraschung mehr. Verblüffend ist aber, wie Tesla diese gravierende Verschiebung als nebensächliche Selbstverständlichkeit hinstellt, als läge man "weiterhin im Plan":
"In Europa schreitet der Aufbau der Gigafactory Berlin weiter voran, wobei die Produktion und die Auslieferungen weiterhin im Plan für Ende 2021 liegen. Die Maschinen für Lackierung, Stanzen, Gießen usw. werden weiterhin in das Gebäude gebracht. In der Zwischenzeit werden wir das Importvolumen nach Europa weiter erhöhen." (Tesla-Bericht zum 1. Quartal 2021)
Mit dem späteren Anlaufen der Produktion verschiebt sich auch der Marktstart des Model Y in Europa. Im Tesla-Konfigurator ist nun zu dem Mittelklasse-SUV zu lesen: "Voraussichtliche Auslieferung: Ende 2021". Bisher wurde dort ein Marktstart im Juli versprochen.
Allerdings ist auch der Fertigungsstart Ende 2021 nicht sicher. Wie Bloomberg nun unter Berufung auf die Automobilwoche berichtet, soll die Auto-Fertigung wegen Problemen mit der Batterieproduktion sogar erst Ende Januar 2022 starten.
Laut Bloomberg sagte Tesla-Chef Elon Musk letzte Woche, dass die Serienproduktion der neuen 4680-Zellen erst in einem Jahr bis 18 Monaten starten werde – das wäre sogar frühestens im April 2022. Schon im November letzten Jahres hat Musk offenbar Schwierigkeiten vorhergesehen: "Es ist viel schwieriger, den Produktionsprozess zu skalieren, als etwas auf einem Labortisch zu beweisen", sagte Musk bei einer Batteriekonferenz.
"Ohne Batterie kein Auto" (Automobilwoche)
Offenbar sind also die Probleme mit den deutschen Behörden nicht das einzige Hindernis für eine schnelle Aufnahme der Produktion von Tesla-Fahrzeugen in Deutschland – auch die neuen Akkus lassen sich nicht so leicht fertigen wie gedacht. Bei der Produktion der besonders großen Zellen ist große Genauigkeit erforderlich, da sonst die Gefahr des thermischen Durchgehens besteht. Und wenn die Batterieproduktion nicht funktioniert, hat offenbar auch die Auto-Produktion keinen Sinn.
Mehr zu Grünheide:
Teslas Batteriefabrik in Grünheide könnte in zwei Jahren fertig sein
Tesla Giga Berlin: Am Produktionsstart im Juli wird festgehalten
Da der Produktionsstart ohnehin verschoben ist, kann Tesla nun auch das Genehmigungsverfahren für die Batterieproduktion angehen. Letzte Woche gab das brandenburgische Umweltministerium bekannt, dass Tesla seinen Genehmigungsantrag erneut verändern will, wie unter anderem die Zeit berichtete. Daher ist dann wahrscheinlich wieder die Beteiligung der Bevölkerung nötig, das heißt: Die Unterlagen werden öffentlich ausgelegt und Kritiker können Einwendungen erheben. Dafür werden mindestens zwei Monate veranschlagt.
Im November 2019 hatte Elon Musk angekündigt, man wolle ein Werk bei Berlin bauen. Die Baumaßnahmen in Grünheide starteten dann im ersten Quartal 2020, ab Juli 2021 sollte dort das Model Y gebaut werden, später auch das Model 3. Auch eine Batterieproduktion ist geplant – sogar eine große, die bis zu 250 Gigawattstunden pro Jahr liefern könnte: Er sei "ziemlich zuversichtlich, dass es die größte Batteriefabrik der Welt werden würde", sagte Elon Musk im November.
Das Autowerk (und eine "Lagerhalle", die offenbar auch zur Batterieproduktion genutzt werden soll) sind im Rohbau bereits fertig. Doch weder für das Autowerk noch für die Batteriefertigung hat Tesla bis heute eine endgültige Genehmigung; bislang arbeitet das US-Unternehmen mit Teilgenehmigungen.
Quelle: Tesla-Quartalsbericht Q1 2021 (PDF), Automobilwoche (Paywall) via Bloomberg
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