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Tesla: Ist Elon Musk der Henry Ford der Elektroauto-Produktion?

Riesige Pressen für Karosserieteile könnten den Automobilbau revolutionieren

Elon Musk: Revolutioniert seine Giga Press die Autoproduktion?

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

15. Nov. 2021 um 14:17 Uhr

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Elon Musk, der Elektroauto-Pionier, Elon Musk, der Raketen-Papst, Elon Musk, der reichste Mensch auf Erden: Ja was denn noch alles? Nun, kürzlich rückte ihn ein Analyst auch noch in die Nähe von Henry Ford, der mit dem Fließband bekanntlich den Automobilbau revolutionierte.

"Das große Bild hier ist, dass Tesla die Möglichkeit hat, den Prozess der Autoherstellung (...) komplett neu zu erfinden. Tesla baut die Autofabrik der Zukunft", schrieb Adam Jonas, der oberste Auto-Analyst von Morgan Stanley kürzlich, wie Bloomberg nun meldet.

"Wir haben den Fließband-Moment in der Elektroauto-Industrie noch nicht erlebt", schrieb Jonas und spielte damit auf Henry Ford an. "Wir glauben, dass die Zeit für diesen Moment naht. Und wir glauben, dass Tesla einzigartig positioniert ist, um die Grenzen im Epizentrum eines Produktionswandels im Automobilbau zu überschreiten."

Grund für den Enthusiasmus sind die riesigen Druckguss-Maschinen von Tesla. Sie produzieren in einem einzigen Arbeitsschritt große Teile der Karosserie und sparen damit Zeit und Produktionskosten. Die so hergestellten Teile sollen zudem zu einem niedrigeren Fahrzeuggewicht führen – und damit zu mehr Reichweite.

Von einer Giga Press hergestellte Teile des Tesla Model Y in Austin (Texas)

Von einer Giga Press hergestellte Teile des Tesla Model Y in Austin (Texas)

"Mit unseren riesigen Gießmaschinen versuchen wir buchstäblich, richtige Autos so herzustellen wie Spielzeugautos produziert werden", twitterte Musk im Januar. Beim Tag der offenen Tür in der neuen Fabrik in Grünheide war auf Tafeln zu lesen, was die Maschinen können: Aluminium mit einem Druck von 6.100 Tonnen zu Fertigteilen formen. Dieser Druck entspricht dem Gewicht von rund 1.000 afrikanischen Elefanten.

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Elon Musk bezeichnet die Maschinen als Giga Press, aber diese Bezeichnung trifft es nicht so ganz. Es handelt sich um Druckgussmaschinen, die einen Gieß- und einen Pressvorgang kombinieren. Bei diesem High Pressure Die Casting (HPDC) nehmen die Maschinen pro Arbeitsschritt etwa 80 Kilo von einer geschmolzenen Aluminium-Legierung auf und formen daraus unter hohem Druck ein festes Metallteil. Gebaut werden diese Spezialmaschinen vom italienischen Hersteller Idra.

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Das Werk in Grünheide soll acht Exemplare dieser Giga Press bekommen. Sie sollen die beiden größten Teile des Model Y in einem Arbeitsschritt fertigen, nämlich den unteren Teil von Front und Heck. Beim aktuellen Model 3 besteht der entsprechende Bereich am Heck noch aus 70 einzelnen Metallteilen.

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Besonders VW beobachtet die Fortschritte von Tesla in Sachen Produktionsmethoden genau. Erst kürzlich hatte Konzernchef Herbert Diess gesagt, Tesla werde in Grünheide ein Auto in zehn Stunden bauen, während VW die dreifache Zeit benötigt. Mit einer neuen Elektroauto-Fabrik auf der grünen Wiese will Diess ähnlich rationell produzieren wie Tesla.

Auch BMW will große Gussteile bei der Produktion in Betracht ziehen, wie Produktionschef Milan Nedeljkovic im Oktober sagte. Bisher habe damit nicht gearbeitet, weil damit die Flexibilität verringert würde, die nötig ist, um verschiedene Modelle auf derselben Produktionslinie zu bauen. "Wenn es funktioniert, würden wir es vielleicht in Betracht ziehen", sagte Nedeljkovic.

Quelle: Bloomberg

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