Die vietnamesische Marke Vinfast will künftig ihre Elektroauto-Batterien selbst produzieren. Etwa 400 Auto-Kilometer südlich von Hanoi baut die hinter Vinfast stehende Vingroup eine Batteriefabrik. Für die Anlage in der Wirtschaftszone Vung Ang werden Investitionen in Höhe von 4 Billionen Vietnamesischen Dong (etwa 150 Millionen Euro) getätigt.

Die VinES Battery Manufacturing Factory soll Lithium-Ionen-Batterien für die Elektroautos und Elektrobusse von Vinfast liefern. In der ersten Phase soll die Fabrik acht Hektar einnehmen und nur Batteriepacks herstellen, und zwar 100.000 pro Jahr. In einer zweiten Phase sollen dann auch Batteriezellen gebaut werden. Dann soll auch die Kapazität auf eine Million Batterien jährlich wachsen. Das erste vietnamesische Batteriewerk soll nach internationalen Standards und mit einem hohen Automatisierungsgrad arbeiten.

Mit der Fabrik in Vung An schafft Vinfast eine lokale Versorgung mit Batterien. Wann das Werk fertig sein soll, teilte Vinfast nicht mit. Außer der Produktion ist an dem Standort aber Batterietechnologie-Forschung geplant, wobei schnelles Laden, die Festkörperbatterie und neue Batteriematerialien im Fokus stehen werden.

Bildergalerie: VinFast VF e35

Die Vingroup verfolgt bei Batterien eine "Drei-Säulen-Strategie": Akkus sollen teils von weltweit führenden Herstellern bezogen werden, teils in Kooperation mit Partnern gebaut werden und teils selbst entwickelt werden.

So soll eine breite Palette von Batterien zur Verfügung stehen, die für jedes Vinfast-Fahrzeuge geeignet sind und die wachsende Nachfrage auf dem vietnamesischen und globalen Markt befriedigen sollen.

Der vietnamesische Staatspräsident Nguyen Xuan Phuc gratulierte der Vingroup zur geglückten Umstellung der Strategie des Mischkonzerns. Die 1993 gegründete Vorgängerfirma stellte Nudeln in der Ukraine her. In Vietnam lag der Fokus zunächst auf Immobiliengeschäften.

Seit 2017 bemüht sich der Konzern um den Aufbau eines Automobilgeschäfts. So wurde ein Automobilwerk in Haiphong (etwa 100 km östlich von Hanoi) errichtet. Im auslaufenden Jahr wurde Ex-Opel-Chef Michael Lohscheller als Geschäftsführer gewonnen. Schon in der ersten Hälfte des kommenden Jahres sollen in Deutschland die beiden Elektro-SUVs e35 und e36 (unser Titelbild) auf den deutschen Markt kommen.