Bisher bot Mercedes nur eine relativ einfache Wallbox ohne Vernetzung an – auf der Mercedes-Website ist sie nach wie vor zu bewundern. Eine vernetzte Lösung gab es ebenfalls von Mercedes, sie kam aber vom Stromversorger Innogy. Nun stellt Mercedes eine eigene vernetzte Wallbox vor.

Sie ist für bis zu 22 kW ausgelegt und kann über die Mercedes-me-App gesteuert werden. Zum Schutz vor unbefugter Nutzung kann die Wallbox über die App freigeschaltet oder verriegelt werden. Außerdem kann man den Ladevorgang über die App starten und stoppen und den aktuellen Ladestatus einsehen.

Zudem kann man sich eine Übersicht über alle Ladevorgänge und über die Ladekosten anzeigen lassen. Die Wallbox über einen integrierten Stromzähler. Ob das bei Firmenwagen auch eine Abrechnung der Ladekosten mit dem Chef ermöglicht, lässt Mercedes offen.

Vernetzte Wallbox von Mercedes
Bisherige Ladedauer, bisher geladene Energie und mehr: Die Mercedes-me-App zeigt alle Daten

Außerdem werden Over-the-Air-Updates der Wallbox-Software unterstützt. So soll demnächst eine Zugriffssteuerung per RFID-Karte per Update möglich werden. Auch die Software für die Integration der Wallbox in das "kundeneigene Energienetz und Energie-Managementsystem" soll nachgeladen werden können. Damit dürfte der Anschluss an eine Solaranlage auf dem Hausdach und die dazugehörige Steuerungsanlage sein. Für die Vernetzungsfunktionen muss die Wallbox per Ethernet-Kabel oder WLAN mit dem Internet verbunden werden.

Vernetzte Wallbox von Mercedes: Die Status-Anzeige
Verriegelung, WLAN-Zugriff, Ladestatus und mehr werden per LED-Lämpchen angezeigt
Vernetzte Wallbox von Mercedes: Aufgeladen wird über ein fest installiertes Typ-2-Ladekabel
Aufgeladen wird über ein fest installiertes Typ-2-Ladekabel

Die Wallbox steuert den Ladevorgang, passt die Ladeleistung an die Fähigkeiten des Autos an und leistet dreiphasig bis zu 22 kW. Die maximale Ladeleistung bei der Installation auf 11 kW reduziert werden. Das war für die Förderung in Deutschland nötig, die allerdings im Oktober 2021 auslief, weil der Fördertopf leer war (Details dazu beim Stromversorger EnBW). Die Wallbox wird in Deutschland mit einem fest installierten Sechs-Meter-Kabel mit Typ-2-Stecker ausgeliefert.

Eine mehrfarbige LED-Leuchte zeigt den Ladestatus an. Integrierte Sicherheitskomponenten schützen vor Fehlströmen – was nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Hausinstallation und die Wallbox vor Schäden bewahren kann.

Die alte Wallbox von Mercedes
Die alte Wallbox von Mercedes: Ohne Sternchen und ohne Vernetzung

Die neue Wallbox kann voraussichtlich ab April 2022 beim Mercedes-Händler geordert werden. Der Preis liegt bei 990 Euro ohne Installation. Zum Vergleich: Die alte, nicht vernetzte Wallbox von Mercedes (ohne Sterne) kostet im Onlineshop von Mercedes (der von The Mobility House betrieben wird) ebenfalls fast 900 Euro. Die vernetzte Innogy-Wallbox kostet in der Smart-Version knapp 1.400 Euro.