Fisker reduziert die Produktion erneut, um mehr Liquidität für die Firma bereit zu stellen. Die Fertigung werde verringert, um mehr Liquidität zurückzubehalten, gab die Marke am heutigen Freitag bekannt. Firmenchef Henrik Fisker wird also Magna in Österreich anrufen und sagen, dass man es bei der Produktion des Ocean etwas langsamer angehen soll. 

Wegen der verringerten Produktion des Fisker Ocean im Dezember werde man im Gesamtjahr 2023 nur 10.000 Fahrzeuge fertigstellen können, so Fisker. Schon Mitte November – also gerade mal vor zwei Wochen – hatte Fisker das Produktionsziel für das Mittelklasse-SUV heruntergesetzt. Damals hieß es, man werde im Gesamtjahr auf 13.000 bis 17.000 Autos kommen. Davor lag die Prognose bei 20.000 bis 23.000 Fahrzeugen, wie Reuters berichtete.

Bildergalerie: Fisker Ocean in Goodwood 2022

Die Fertigung von Autos kostet Geld. Das bekommt man zwar mit einem Aufschlag zurück, wenn das Auto ausgeliefert wird. Aber bis dahin bleibt die Liquidität gebunden. Durch die verringerte Produktion gewinne man 300 Millionen Dollar Liquidität, so Fisker. Dass man deswegen auch weniger Autos ausliefern kann, ist offenbar momentan weniger wichtig.

Die Liquiditätskrise von Fisker kommt offenbar nicht von zu geringer Nachfrage. Vermutlich  arbeitet man noch immer daran, die 63.000 Reservierungen von 2022 abzuarbeiten, auch wenn ein Teil davon wegen des abgekühlten Konsumklimas vielleicht nicht mehr ausgeübt wird. Auch Produktionsproblemen dürfte es keine geben – Magna ist erfahren in der Herstellung.

Das Problem liegt vielmehr in der Auslieferung der Fahrzeuge: "Wir waren nicht in der Lage, die Lieferungen schnell genug durchzuführen", sagte CEO Henrik Fisker schon im November. "Die Leute haben bezahlt und warten auf ihre Autos, und einige von ihnen sind wirklich genervt", sagte er und fügte hinzu, dass man permanent Leute einstelle und neue Logistikpartner anwirbt, um die Auslieferung zu beschleunigen.

Damit bleibt die Liquidität länger als geplant gebunden. Eine Rolle dürften aber auch die durch die Inflation erhöhten Produktionskosten spielen. Zusätzlich wird Fisker durch die Preissenkungen von Tesla unter Druck gesetzt. So wurden unlängst die Preise für das Topmodell Ocean Extreme gesenkt.

Die Produktion des Ocean war wie geplant am 17. November 2022 angelaufen. Damals wollte man noch 43.000 Stück im Jahr 2023 bauen. Inzwischen ist man bei 10.000 Stück angekommen, wird also nicht einmal ein Viertel der ursprünglich geplanten Produktionsvolumens erreichen. Und diesmal liegt es nicht an der berühmten "Produktionshölle", über die Elon Musk öfter sprach, sondern an einer Auslieferungshölle.

Möglicherweise verzögern die momentanen Liefer-Schwierigkeiten von Fisker auch Entwicklung und Anlauf der kommenden Modelle Pear und Alaska. Denn normalerweise finanzieren Start-ups die Entwicklungs- und Produktionskosten der später startenden Modelle durch die Erlöse der Erstlinge.