Normalerweise ist Tesla der erste Autohersteller, der seine Quartals- oder Jahreszahlen meldet, diesmal aber hat Fisker die Nase vorn: Schon am heutigen Freitag, und damit wenige Tage vor Jahresschluss, zog die kalifornische Marke Bilanz. 

Danach wurden im Jahr 2023 genau 10.142 Fisker Ocean gebaut, aber nur etwa 4.700 Fahrzeuge ausgeliefert. Die Zahl der gebauten Autos beträgt zwar weniger als ein Viertel der ursprünglich geplanten 43.000 Stück, ist aber keine Überraschung: Schon im letzten Monatsupdate der Marke hieß es, dass man nicht viel mehr als 10.000 Stück im Gesamtjahr schaffen werde. Der Grund für die herabgesetzten Produktionszahlen besteht in Schwierigkeiten bei der Auslieferung, wie es schon damals hieß. Verblüffend ist aber die extrem geringe Auslieferungsquote.

Nicht einmal die Hälfte der gebauten Autos konnte an die Kundschaft übergeben werden.

Der Ocean wird seit Mitte November 2022 bei Magna in Graz gebaut. Doch die Auslieferung begann erst im Mai oder Juni, "bedeutende" Zahlen habe man erst im im September und Oktober erreicht, schreibt die Marke. Vom dritten zum vierten Quartal wurden aber die Auslieferungen um über 300 Prozent gesteigert, berichtet Fisker. Bei den ausgelieferten Fahrzeugen handele es sich vor allem um den Fisker Ocean One, die teure Launch Edition des Mittelklasse-SUVs.

Seit dem Beginn der Auslieferungen in Kanada im Dezember ist Fisker nun in zwölf Märkten präsent, auch Rechtslenker wurden schon übergeben (in Großbritannien). Kurz vor Weihnachten wurde auch der erste Fisker Ocean Sport ausgeliefert, also die Einstiegsversion.

Inzwischen gibt es weltweit vier Flagship Lounges – in Los Angeles, New York City, London und München) und diverse Liefer- und Servicestandorte. Mit Partnern arbeite man nun daran, die Auslieferungen zu steigern. So wolle man die bisher mangelnde Verkaufsfläche erhöhen:

"Fisker is now working with partners to achieve higher delivery throughput and to address an initial lack of real estate to achieve delivery objectives." (Fisker-Pressemitteilung)

Zur Erhöhung der Verkaufszahlen will Fisker auch mehr Probefahrten anbieten. Im Januar sollen weitere Details dazu bekannt gegeben werden, wie Verkaufs- und Auslieferungszahlen gesteigert werden sollen.

Auf der deutschen Fisker-Website wird derweil die Lieferzeit für vorkonfigurierte Ocean-Modelle mit vier bis 15 Tagen angegeben. In München sind drei Fisker Ocean Extreme für 62.639 bis 66.838 Euro verfügbar, in Frankfurt und Neuss gibt es insgesamt vier weitere Ocean Extreme.

Außerdem findet sich auf der Website ein "Konfigurieren"-Button mit der Angabe einer Lieferzeit von maximal drei Monaten. Das klingt gut, aber man gelangt damit nicht zum Konfigurator, sondern auf eine Seite, auf der offenbar nur bereits getätigte Konfigurationen abgerufen werden können. Neue Konfigurationen sind derzeit offenbar nicht möglich.    

Unterm Strich

Dank des erfahrenen Auftragsfertigers Magna kann Fisker mehr als genug Autos produzieren. Wo liegt das Problem dann? An Nachfrage mangele es nicht, beteuert Fisker. Aber Nachfrage ist nicht gleich Nachfrage. Vielleicht wollen die Leute nicht die Topversionen One und Extreme, sondern den Ultra oder den Sport? Aber die dürften weniger Marge bringen. Und das ist bitter für ein Unternehmen, das nach wie vor Verluste schreibt – im 3. Quartal waren es 91 Millionen Dollar – und dennoch etliche neue Modelle entwickeln will.