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Erste ID-Modelle von VW unterstützen bidirektionales Laden
Modelle mit 77-kWh-Batterie und neuer Software bekommen Funktion "Vehicle to Home"

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
7. Dez. 2023 um 10:20 Uhr
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Ab sofort ist mit vielen VW-Modellen von Volkswagen das bidirektionale Laden möglich. Damit kann man den eigenen Solarstrom, den man auf dem Hausdach produziert, besser nutzen, verspricht der Wolfsburger Hersteller.
ID-Modelle mit der großen 77-kWh-Batterie (Nettokapazität) können mit der Funktion Vehicle to Home (V2H) künftig als Stromspeicher für das Haus dienen, so VW. Das gilt für Neuwagen, aber bald auch für ältere Fahrzeuge. Wenn diese die ID-Software 3.5 per Update erhalten haben, können auch sie von VW für V2H freigeschaltet werden.
Dabei dient die Traktionsbatterie als Energiespeicher. So kann der an sonnigen Tagen erzeugte, überschüssige Solarstrom im Akku des Autos gespeichert und über mehrere bewölkte Tage hinweg im Haus genutzt werden. Gleiches gilt für die Nutzung des tagsüber erzeugten Solarstroms am Abend nach Sonnenuntergang.

Darüber hinaus ist es mit cleveren Stromtarifen und Algorithmen schon heute möglich, das Auto genau dann zu laden, wenn viel erneuerbare Energie vorhanden ist. So müssen beispielsweise Windräder nicht abgeregelt werden, weil der erzeugte Strom nicht abgenommen werden kann. Wenn der Strom im Netz knapp ist, kann das E-Auto Energie aus seiner Batterie ins Hausnetz einspeisen (Vehicle-to-Home).
Dabei kann man selbst entscheiden, wann man Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen will und wann man auf selbst produzierten und in der Fahrzeugbatterie gespeicherten Strom zurückgreifen möchte. Voraussetzung für all das ist allerdings (neben einer Photovoltaikanlage) ein Heim-Energie-Management-System (HEMS) vom Volkswagen-Partner HagerEnergy GmbH.
VW-Vertriebsvorständin Imelda Labbé sagte: "Mit der nun verfügbaren bidirektionalen Ladefunktion haben wir ein neues Serviceangebot auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden zugeschnitten. Sie können damit nicht nur Energiekosten sparen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Energie."
VW und Hagerty haben nun ein Pilotprojekt in Schweden gestartet, bei dem eine ganze Siedlung mit Fahrzeugen und der entsprechenden Ladeinfrastruktur ausgestattet wird. Schauplatz ist die Siedlung Stenberg im schwedischen Hudiksvall. Der Hof, der als Basis für die neue Siedlung umgebaut wurde, steht schon seit rund 350 Jahren. Der schwedische Unternehmer Klas Boman will durch den Umbau die Häuser für weitere 350 Jahre zukunftssicher und nachhaltig aufstellen.
Boman dachte dabei besonders an Energie und Umwelt. "Jede Entscheidung wurde unter diesen Gesichtspunkten getroffen. Die Nutzung von elektrischen Fahrzeugen als Energiespeicher war von Anfang an angedacht. Volkswagen ist dankenswerterweise im April 2021 in das Projekt eingestiegen und wir sind jetzt startklar. Dies wird eine der größten Veränderungen auf dem Energiemarkt sein."
Mehr zum bidirektionalen Laden:
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Volkswagen ist einer der ersten Anbieter für eine bidirektionale Ladelösung auf Basis des Ladestandards CCS (Combined Charging System). Grundlage für das bidirektionale Laden ist die ISO-Norm 15118-2, welche die Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Wallbox beschreibt.
Die Funktion bidirektionales Laden in den ID-Modellen ist laut VW eine Erweiterung des Heimspeichers. Dieser übernimmt die hauptsächliche Energieversorgung des Hauses. Das Fahrzeug wird durch das Hauskraftwerk aktiviert, wenn der Heimspeicher zusätzliche Energie benötigt. Sobald der Heimspeicher wieder geladen ist, beendet das Fahrzeug die Energieübertragung und geht in den Standby-Modus.
Nimmt man einen durchschnittlichen Verbrauch eines Hauses von ca. 15 kWh pro Tag an, kann es mit der Batterie eines ID-Modells etwa zwei Tage lang mit Strom versorgt werden. Die Hochvoltbatterie gibt also rund 30 kWh ab. Ganz entladen wird der Akku nicht. Um ständige Mobilität zu gewährleisten, wird der Akku nur bis zu einem Ladestand von 20 Prozent entladen.
In der ersten Version sind die betreffenden ID-Modelle ausschließlich mit dem DC-Hauskraftwerk der Baureihe S10 E COMPACT der Firma HagerEnergy GmbH kompatibel. Weitere Hauskraftwerke sollen später für den Betrieb mit einer bidirektionalen Ladestation (Wallbox) freigeschaltet werden.
Quelle: VW
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