Erst Ende Dezember berichteten wir über die türkische Elektroauto-Marke Togg und meldeten, dass die Elektro-Limousine in Arbeit ist und ab 2025 produziert werden soll. Nun gibt es nun die technischen Einzelheiten. Denn das Auto wird derzeit auf der US-Elektronikmesse CES gezeigt, und zwar schon als seriennaher Prototyp, wie Togg schreibt.

Während das Elektro-SUV von Togg den Namen T10X trägt, wird die Limousine T10F heißen, wobei F für Fastback steht. das bedeutet, dass der Wagen nicht nur einen kleinen Kofferraumdeckel hat, sondern eine richtige Heckklappe wie sie zum Beispiel auch der VW ID.7 besitzt. Mit 4,83 Meter Länge ist der Wagen jedoch eine Klasse kleiner. So fasst auch der Kofferraum des T10F nur 500 bis 1.350 Liter, beim ID.7 sind es 532-1.600 Liter.

Bildergalerie: Togg T10F (2025)

Da der T10F auf der gleichen Plattform wie der T10X beruht, ist es kein Wunder, dass der Radstand (2.890 mm) identisch ist. Auch Antriebe und Akkus sind identisch, wenn man davon absieht, dass der angekündigte Allradler beim T10X noch nicht auf dem Markt ist. Den T10F  soll es in drei Versionen geben, darunter zwei Hecktriebler und ein Allradler:

  Togg T10F RWD
Standard Range
Togg T10F RWD
Long Range
Togg T10F AWD
Long Range
Antrieb RWD 160 kW, 350 Nm RWD 160 kW, 350 Nm AWD 320 kW, 700 Nm
0-100 km/h / Spitze 7,2 Sek. / 175 km/h 7,4 Sek. / 175 km/h 4,6 Sek. / 175 km/h
Akku / WLTP-Reichweite 52 kWh / 350 km 89 kWh / 600 km 89 kWh / 530 km
Ladeleistung AC/DC bis 11 kW (optional 22 kW) / 180 kW
Ladedauer DC 28 min (20-80%)
Ladegeschwindigkeit DC 1,1 kWh/min 1,9 kWh 1,9 kWh

Die Basisversion hat einen 160-kW-Heckantrieb. Beim Allradler scheint das gleiche Aggregat auch vorn eingebaut zu werden, denn Systemleistung und Systemdrehmoment sind genau doppelt so groß. Damit soll der Normsprint in nur 4,6 Sekunden gelingen. 

Die Batterien haben die gleichen Kapazitätsdaten wie beim T10X. Die Einstiegsversion bekommt eine relativ kleine Batterie für 350 km Reichweite, die anderen zwei Varianten erhalten dagegen einen richtig großen Akku, der mit 89 kWh etwa so viel Energie speichert wie bei den ID.7-Topversionen (86 kWh). Die Reichweite bleibt mit maximal 600 km aber zurück – der VW soll bis zu 700 km schaffen.

Aufgeladen wird mit bis zu 180 kW Gleichstrom. Damit soll ein Ladevorgang 28 Minuten dauern. Die Ladegeschwindigkeit, die sich daraus errechnet, beträgt 1,1 kWh pro Minute beim kleinen Akku und stattliche 1,9 kWh/min beim großen.

Der cW-Wert soll bei 0,226 liegen und damit minimal unter der Zahl des ID.7 (0,23). Die ebenso wichtige Stirnfläche könnte bei der türkischen Limousine aber größer sein, denn diese ist minimal breiter (1,88 statt 1,86 m) und höher (1,56 statt 1,54 m).

Zu den Assistenzsystemen gehört ein Abstandstempomat (ACC), der mit einer Verkehrszeichenerkennung und einem Spurhalteassistenten zusammenarbeitet. Auch ein Totwinkelassistent, ein Einparkassistent und ein Stauassistent werden geboten.

Das Design entstand in Zusammenarbeit mit Pininfarina. Im Vergleich zum T10X wurden offenbar die Überhänge verlängert, um das Auto gestreckter und sportlicher erscheinen zu lassen. Außerdem sind die Türgriffe hier versenkt. Die Lichtsignatur, die beim T10X und bei der Studie der Limousine noch eine Haken-Form hatte, wird zu einem Bumerang-Motiv ergänzt. Diese Elemente umklammern große Lufteinlässe. Am Kühlergrill gibt es wie bisher Chromeinsätze, hinten prangt eine durchgehende Lichtleiste.

Togg T10X (2023): Das Cockpit

Vom Cockpit gibt es noch kein Bild; beim T10X sieht es so aus.

Entriegelt wird der Wagen per Smartphone-App oder Keycard. Innen gibt es wie beim T10X ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und einen 29-Zoll-Touchscreen nebeneinander. Zudem gibt es noch ein 8-Zoll-Touchpanel. Außerdem verspricht Togg ein anderes Lenkrad sowie andere Türverkleidungen und Sitze als beim T10X.

Unterm Strich

Togg gibt sich Mühe, nicht als Low-Tech-Marke aus einem Schwellenland zu gelten. Antriebe und Akkus können mithalten, wenngleich Togg noch Schwierigkeiten mit dem Allradantrieb zu haben scheint. Die Optik ist vielleicht etwas konservativ, aber nicht so schlimm wie beim arg biederen Vinfast VF8. Innen beeindruckt die großzügige Monitor-Landschaft, und auch die große Heckklappe dürfte in Deutschland ankommen. Insgesamt könnten wir uns vorstellen, dass die Limousine hierzulande Erfolg hat.