Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt: Vor zwei Wochen senkte BYD die Preise für die Modelle Dolphin, Seal und Atto 3, und zwar um bis zu 7.015 Euro. Und nun legt der chinesische Hersteller schon wieder nach und setzt die Preise nochmals um viele Tausend Euro herab – ein Doppelschritt in der derzeit tobenden Rabattschlacht.

Die erste Preissenkung für die Modelle Dolphin, Atto 3 und Seal meldeten wir vor zwei Wochen; damals hatte die Automobilwoche berichtet. Nun hat Giga.de eine offizielle BYD-Website gefunden, welche die neuen Rabatte unter der Bezeichnung "Wechselprämie" aufführt:

Die Listenpreise der BYD-Modelle und die gewährten Rabatte (Screenshot von der BYD-Website)

Die genannten Listenpreise sind identisch mit den im Konfigurator verzeichneten Preisen. Wie uns BYD auf Anfrage bestätigte, werden die angegebenen Rabatte davon abgezogen. Das Basismodell BYD Dolphin Comfort kostet nun also 32.990-3.000=29.990 Euro. Die genannten hohen Rabatte für den Han und Tang sind allerdings laut BYD nicht korrekt; dabei handelt es sich um Vergünstigungen einzelner Händler, wie uns der Hersteller inzwischen mitteilte. Bislang stehen die Angaben aber noch so auf der Website. Ob und wenn ja wie stark diese Modelle rabatteiert werden, ist uns derzeit nicht bekannt.

Offenbar hat der Hersteller seine Preise gleich zweimal in Folge stark gesenkt. Das Basismodell Dolphin Comfort gab es nämlich im Sommer noch für 35.990 Euro. Anfang Januar wurde der Preis laut Automobilwoche auf 32.990 Euro gesenkt und nun nochmals um 3.000 Euro auf 29.990 Euro.

Die Rabatte gelten laut Website sowohl für Privatpersonen wie für die gewerbliche Kundschaft. Sie sind gültig für alle Neufahrzeuge mit Auftragseingang bis zum 31. März. Zulassung, Rechnungsstellung und Auslieferung müssen bis 30. Juni abgeschlossen sein. Die Preisabschläge gelten auch für Finanzierungen.

Für die "bodenständigen" Modelle Dolphin, Seal und Atto 3 gewährt BYD nun einheitlich nochmal 3.000 Euro Rabatt: 

  Dolphin Comfort Dolphin Design Atto 3 Comfort Atto 3
Design
Seal RWD Design Seal AWD Excellence
Antrieb FWD 150 kW FWD 150 kW FWD 150 kW FWD 150 kW RWD 230 kW AWD 390 kW
Reichweite 427 km 427 km 420 km 420 km 570 km 520 km
Preis 2023 35.990 Euro 37.990 Euro 44.625 Euro 47.005 Euro 47.578 Euro 53.668 Euro
Preis 11.1.24 32.990 Euro 34.990 Euro 37.990 Euro 39.990 Euro 44.990 Euro 50.990 Euro
Preis neu 29.990 Euro 31.990 Euro 34.990 Euro 36.990 Euro 41.990 Euro 47.990 Euro
Wechsel-
Prämie
 3.000 Euro  3.000 Euro 3.000 Euro 3.000 Euro 3.000 Euro 3.000 Euro

Beim Dolphin bedeutet die Preissenkung, dass der BYD nun in der Basisversion rund 3.000 Euro billiger ist als der Rivale VW ID.3, den es seit der VW-Preissenkung Anfang des Jahres ab 32.975 Euro gibt. Die elektrische Reichweite (427 km bei BYD, 435 km bei VW) ist praktisch identisch, die Motorleistung stimmt sogar exakt überein. 

BYD Atto 3

BYD Atto 3: Mit 4,46 Meter etwas kürzer als der 4,58 m lange VW ID.4

Der BYD-Bestseller in Deutschland, das Kompakt-SUV Atto 3 tritt gegen den VW ID.4 an. Bei der Basisversion Comfort fiel der Preis von rund 44.600 Euro im Jahr 2023 auf 34.990 Euro, also um insgesamt fast 10.000 Euro. Damit ist er immer noch etwas teurer als der ID.4 Pure, den es schon ab 32.600 Euro gibt. Der BYD ist nun also noch 2.390 Euro teurer. Dafür bekommt man bei BYD auch mehr Reichweite (420 statt 364 km) und etwas mehr Motorleistung (150 statt 125 kW).

BYD Seal (2023) im Test

BYD Seal: Wie das Tesla Model 3 eine klassische Stufenhecklimousine mit kleinem Kofferraumdeckel

Der 4,80 Meter lange BYD Seal schließlich tritt gegen das Tesla Model 3 an. Den Seal mit 230-kW-Heckantrieb und 570 km Reichweite gibt es nun ab knapp 42.000 Euro. Tesla verlangt für den fast gleich starken Model-3-Hecktriebler mit 220 kW und 554 km Reichweite 43.970 Euro ("Barzahlungspreis") – der BYD ist also um etwa 2.000 Euro günstiger.

Unterm Strich

Unterm Strich ist BYD nun wirklich günstig, und es wird allmählich eng für die Konkurrenz. Ist das Ganze nun ein "ruinöser Preiskrieg", der die Branche kaputt macht, wie manche Kollegen schreiben? Wir wissen es nicht. Vielleicht gehen die Hersteller nun ab von ihren hohen Margen, vielleicht werden die Elektroautos auch quersubventioniert, vielleicht auch beides. Die Kundschaft darf sich jedenfalls über günstige Preise freuen.