Naturstrom Flex: So heißt der neue Ladestrom-Tarif von Elli, der Ladesparte des VW-Konzerns. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Grünstrom. Aber die eigentliche Besonderheit verbirgt sich hinter dem Wörtchen Flex: Der Strompreis ist hier flexibel und richtet sich nach dem Preis an der Strombörse. Vorgestellt wurde der neue Ladetarif im Rahmen des Greentech-Festivals in Berlin (15. bis 17. Mai 2024).

Der dynamische Stromtarif ermöglicht es, von niedrigeren Strompreisen zu profitieren, wenn man das Elektroauto zu Zeiten geringer Nachfrage und hohem Angebot auflädt. Ermöglicht wird die Offerte dadurch, dass Elli seit Juli 2023 an der größten europäischen Strombörse (Epex Spot) handeln kann.

Elli nutzt dabei eine intelligente Software-Plattform, über die Gebote automatisiert an die Börse gestellt werden können. Der Strom wird dann in Phasen mit niedrigen Preisen (mit tendenziell hohem Anteil erneuerbarer Energien) gekauft und in Phasen mit hohen Preisen (mit tendenziell niedrigem Anteil erneuerbarer Energien) verkauft.

Naturstrom Flex eigne sich besonders, wenn man ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe besitzt und damit einen größeren Teil des Strombedarfs auf Zeiten niedrigere Tarife verlegen kann, heißt es auf der Elli-Website. Um den Tarif sinnvoll nutzen zu können, ist zudem ein Smart Meter nötig. Das ist ein digitaler Stromzähler, der Daten senden und empfangen kann. Er informiert den Stromanbieter darüber, wann man wie viel Strom verbraucht hat – so wird eine viertelstundengenaue Abrechnung möglich.

Ein solches Smart Meter kann man sich durch den Elli-Partner BlueMetering einbauen lassen, heißt es auf der Elli-Website. Damit und mit dem neuen Tarif soll man den eigenen Stromverbrauch automatisch in Stunden verschieben können, in denen die Energiepreise niedrig sind. Elli will zudem "zeitnah" eine neue Wallbox-Generation auf den Markt bringen, die das marktpreisoptimierte Laden ermöglicht.

Heutzutage werden Windkraftanlagen noch häufig abgeregelt, weil das Netz nicht den ganzen erzeugten Strom aufnehmen kann

Windkraftanlagen werden noch häufig abgeregelt, weil das Netz nicht den ganzen erzeugten Strom aufnehmen kann

Indem der Strombezug in Zeiten verschoben wird, zu denen viel Ökostrom angeboten wird, sollen künftig Wind- und Photovoltaik-Anlagen künftig nicht mehr so häufig abgeregelt werden. Dies führt nicht nur zu geringeren Kosten für die Nutzerinnen und Nutzer des flexiblen Elli-Tarifs, sondern für die gesamte Strom-Kundschaft in Deutschland. Denn bei jeder Abregelung muss eine Entschädigung gezahlt werden, die im Nachhinein auf die allgemeinen Stromkosten umgelegt wird.

Neben dem neuen Tarif Naturstrom Flex bietet Elli auf seiner Website noch zwei weitere Naturstrom-Tarife fürs private Laden zu Hause an: Naturstrom Classic und Naturstrom Blue. Diese unterscheiden sich aber offenbar nur in der Vertragsbindungszeit (24 bzw. 12 Monate) und im Preis.

Unter dem Strich

Mit dem neuen Angebot von Elli rückt das so genannte Smart Grid näher. Wer ein Smart Meter hat, kann man das Laden immer zum Beispiel um Mitternacht beginnen. Besser noch wäre eine Wallbox, die das Auto automatisch dann lädt, wenn der Strom günstig ist. Eine solche will Elli bald vorstellen. Und dann wäre es noch schön, wenn auch das Zurückladen von Strom ins Netz möglich wäre, sodass man seinen Elektroauto-Akku als Zwischenspeicher nutzen kann.