Polestar 5: Das Flaggschiff kriegt eine recht große Heckklappe
Neuling sollte eigentlich 2024 "gelauncht" werden, aber die Zeit wird knapp ...
Moment mal, der Polestar 5 als Erlkönig? Den haben wir doch schon ohne Tarnung gesehen, oder? Richtig, die allgemeine Form des Flaggschiffs kennen wir bereits gut. Bislang war aber noch nicht klar, wie groß die Heckklappe sein würde. Und das wissen wir nun genauer.
Ein Prototyp des Polestar 5 befindet sich derzeit in Nordschweden in der Endphase der Tests. Es wird auch höchste Zeit, denn im November 2023 hatte der Hersteller von einem Launch im Jahr 2024 gesprochen. Was wohl nur heißen konnte, dass das Modell noch 2024 vorgestellt werden sollte. Das wird knapp, denn bis Weihnachten bleiben nur noch zwei Wochen ...
Bildergalerie: Polestar 5 als Erlkönig (12/24)
Die Bilder zeigen jedenfalls, dass sich die Heckklappe weit nach oben öffnet – ein bloßer Kofferraumdeckel ist das nicht. Die Klappe lässt sich aber nicht so weit aufmachen, das die ganze Karosseriehöhe fürs Hineinschieben von Gepäck nutzbar ist.
Zwei Heckkameras für das Bild des virtuellen Innenspiegels?
Bereits bekannt ist, dass der Polestar 5 kein Heckfenster haben wird. Bei unserem Prototyp sind die Heckkameras deutlich zu sehen, welche Bilder für den "virtuellen" Innenspiegel liefern. Dass es zwei sind, könnte auf verschiedene Brennweiten schließen lassen: Beim Rangieren könnte man ein Weitwinkel-Bild sehen, auf der Autobahn ein Normalobjektiv mit kleinerem Winkel genutzt werden.
Ein Prototyp beim Goodwood-Festival 2022: Kein Heckfenster, aber auch keine Heckkameras
Als Studie Precept wurde das Auto schon 2020 gezeigt. Damals wurde der Wagen als viertüriger Grand Tourer mit reinem Elektroantrieb vorgestellt und hatte kamerabasierte Außenspiegel. Er sollte eigentlich nur als "precept" (englisch für "Vorsatz" oder "Richtlinie") für das Markendesign dienen, doch noch im gleichen Jahr hieß es, der Wagen werde in Serie gehen. Eine Längenangabe gibt es nicht, doch wird erwartet, dass der Neuling gegen Tesla Model S, Porsche Taycan, Lucid Air, Mercedes EQS und BMW i7 antreten wird. Das heißt, er wird rund fünf Meter lang sein.
Er erhält eine geklebte Alu-Karosserie, einen 650 kW starken Allradantrieb mit einem neuen Heckmotor und Batteriezellen von SK On mit hohem Nickelgehalt. Die Reichweiten sind bei Polestar generell hoch, so bietet der Polestar 2 bis zu 659 km, der Polestar 3 bis zu 706 km und der Polestar 4 bis 620 km. Für uns wäre es eine Enttäuschung, wenn das Flaggschiff weniger als 650 km böte. An den Lucid Air mit 960 km wird das Modell aber wohl nicht herankommen.
Unklar ist auch noch, ob der Wagen eine 800-Volt-Architektur bekommt. Doch kürzlich wurde ein Polestar 5 mit einem XFC-Akku von StoreDot mit siliciumreicher Anode präsentiert, der sich in nur 10 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden ließ. Im obigen Video sind Ladeleistungen bis zu 380 kW zu sehen, was wohl nur mit einem 800-Volt-System geht. Ob es diesen Akku auch im Serienmodell geben wird, ist noch nicht bekannt. Mit einem so schnell ladenden Akku wäre Polestar jedenfalls vorne, denn sogar der neue Taycan braucht für einen Standard-Ladehub 18 min.
Gebaut wird der Polestar 5 wohl wie die übrigen Polestar-Modelle in China; das heißt, man wird Zoll bezahlen müssen – was bei einem Oberklassemodell aber wohl nicht so stark ins Gewicht fällt wie bei einem Dacia Spring oder ähnlichem. Angesichts der Konkurrenz wird man wohl mindestens 100.000 Euro für den Neuling zahlen müssen.
Für 650 kW und ein 800-Volt-System wäre das noch günstig, denn damit läge der Neuling etwa auf dem Niveau des Taycan Turbo, für den Porsche 175.600 Euro haben will. Der Lucid Air Grand Touring mit den unglaublichen 960 km Reichweite kostet 129.000 Euro. Denkbar jedoch, dass es wie bei es den übrigen Polestar-Modellen auch einen günstigeren Hecktriebler geben wird. Dafür spricht, dass dieser wohl auch mehr Reichweite böte als ein Allradler.
Die Studie Precept hatte nur vier Sitze und ein recht schnörkelloses Cockpit
Unter dem Strich
Wird der Polestar 5 noch dieses Jahr präsentiert? Das glauben wir eigentlich nicht, denn er müsste sich die Aufmerksamkeit der Leute mit dem Geschenke-Besorgen und zahllosen Weihnachtsfeiern teilen. Doch Vieles ist ohnehin schon bekannt. Spannend wird es noch bei der Reichweite und den Schnelllade-Fähigkeiten. Dass die 960 km des Lucid Air überboten werden, glauben wir nicht; damit bleibt als Alleinstellungsmerkmal eigentlich nur eine Schnellladezeit unter 18 min. Aber warten wir's ab.
Quelle: Automedia
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