Lamborghini verschiebt erstes Elektroauto auf 2029
Während Ferrari seinen Stromer 2025 vorstellt, lässt sich Lamborghini mit dem Lanzador viel Zeit
Das erste Elektroauto von Lamborghini wird nicht 2028, sondern 2029 auf den Markt kommen. Das sagte Markenchef Stephan Winkelmann am gestrigen Montag gegenüber Reportern. Zur Begründung für die Verschiebung sagte der Manager, der Markt für Luxus-Sportwagen sei noch nicht bereit für ein Elektroauto.
Im August 2023 hatte Lamborghini die Studie Lanzador vorgestellt und sie als Ausblick auf das erste Elektroauto der Marke bezeichnet. Die Serienversion des über 1.000 kW starken Zweitürers mit Allradantrieb werde ab 2028 gebaut, hieß es damals. Diesen Termin hat Lamborghini nun offenbar um ein Jahr nach hinten geschoben.
Ferrari dagegen will sein erstes Elektroauto jedoch schon 2025 vorstellen, und 2026 auf den Markt bringen, wie Ferrari-Chef Vigna im Sommer sagte. Ob es sich dabei um einen Sportwagen handelt, ist allerdings noch nicht bekannt. Da entsprechende "Mules" in der Karosserie des Fünf-Meter-SUVs Maserati Levante entdeckt wurden, dürfte es eher um ein großes SUV gehen. Doch auch der Lanzador ist kein reinrassiger Sportwagen, sondern ein Crossover.
Lamborghini Lanzador Concept (2023)
Elektro-Ferrari als Rendering
"Wir glauben nicht, dass es 2029 zu spät ist, um ein Elektroauto zu bringen. Wir glauben nicht, dass der Markt in unserem Segment 2025 oder 2026 bereit sein wird", zitiert sagte Winkelmann laut Reuters. Die zum VW-Konzern gehörende Marke verfügt bereits über drei Plug-in-Hybride, nämlich das große SUV Urus, den V12-Sportwagen Revuelto und den neuen V8-Sportwagen Temerario.
Winkelmann sagte, Lamborghini habe es nicht eilig, die Elektrifizierung weiter voranzutreiben. Das Unternehmen wartet auch auf klarere Ansagen aus Brüssel: Die EU will ihr Verbrenner-Aus für 2035 im Jahre 2026 noch einmal überprüfen. Außerdem gibt es Diskussionen über die Zulassung von synthetischen Kraftstoffen als emissionsfreie Alternative zu Elektroautos.
Unter dem Strich
Der Markt für Luxussportwagen ist noch nicht bereit für Elektroautos? Diese Aussage ist zumindest erläuterungsbedürftig. Denn natürlich gibt es bereits Elektro-Supersportler wie den Rimac Nevera oder den Aspark Owl. Dazu kommen Elektro-GTs wie Porsche Taycan, Lotus Emeya oder Maserati GranTurismo.
Lamborghini hat mit dem Lanzador auch keinen reinen Elektro-Sportwagen im Sinn, sondern einen Crossover mit deutlich höherer Sitzposition. Dass Winkelmann den Modellstart verschiebt, liegt wohl eher daran, dass es derzeit allgemein mit Elektroautos nicht gut läuft: In Deutschland geht der Markt zurück, in Europa stagniert er. Aber bis 2029 kann sich das noch mehrmals ändern ...
Quelle: Reuters
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