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Kia EV9 im Einstieg jetzt fast 10.000 Euro günstiger

Mit kleinem Akku und abgespeckter Air-Ausstattung zahlt man "nur" noch 61.990 Euro

Kia EV9 in der neuen Basisausstattung Air
Bild von: Kia

Der Kia EV9 ist ein Elektro-SUV der Fünf-Meter-Klasse. Mit einem Basispreis von 72.490 Euro war das Modell schon jetzt deutlich günstiger als ähnlich große Modelle von Premiummarken wie BMW iX, Volvo EX90 oder gar Mercedes EQS SUV. Doch nun sinkt der Basispreis des Kia nochmal deutlich auf unter 62.000 Euro. Möglich machen es eine kleinere Batterie und abgespeckte Ausstattungen.

Rund 10.000 Euro günstiger gibt es das bis zu siebensitzige Riesenbaby für die Großfamilie also. Bisher wurde stets eine 100-kWh-Batterie (mit rund 96 kWh netto) eingebaut und man hatte nur die Wahl zwischen einer namenlosen Basisausstattung und der GT-Line:

EV9-Preise bisher (Ausschnitt aus der offiziellen Preisliste, heruntergeladen am 4. Dezember)

Zum Start hieß es, in manchen Ländern solle es auch eine 2WD-Version mit kleinerer Batterie (76,1 kWh) geben. Genau die führt Kia nun offenbar bei uns ein. Die kleinere Batterie und die abgespeckte Grundausstattung Air sorgen für den deutlich niedrigeren Einstiegspreis von 61.990 Euro: 

Neue EV9-Preise (aus der aktuellen Preisliste, heruntergeladen am 17. Dezember)

Wie zu erwarten, führt der kleinere Akku zu einer deutlich verringerten Reichweite von nur noch 443 statt 563 km. Die neue Basisversion hat seltsamerweise aber einen stärkeren Motor mit 160 statt 150 kW. Geladen wird der kleinere Akku mit 76,1 kWh brutto wie die große Batterie mit bis zu 210 kW. Kein allzu hoher Wert für ein 800-Volt-System, denn auch mit eine gute 400-Volt-Batterie kann man mit 200 kW laden. Doch die von uns errechnete Ladeleistung von 2,7 kWh/min ist höher als zum Beispiel bei der Basisversion des Audi Q6 e-tron (2,5 kWh/min). 

  Kia EV9 76 kWh RWD Kia EV9 100 kWh RWD Kia EV9 100 kWh AWD Kia EV9 GT
Antrieb RWD 160 kW, 350 Nm RWD 150 kW, 350 Nm AWD 283 kW, 600 Nm  AWD ca. 378 kW,  k.A.
0-100 km/h / Spitze 8,2 Sek. / 190 km/h 9,4 Sek / 185 km/h 6,0 Sek. / 200 km/h ca. 4,3 Sek. / k.A.
WLTP-Verbrauch 19,5 kWh 20,2 kWh 22,3-22,8 kWh k.A.
Akku brutto / netto 76,1 / ca. 73 kWh 99,8 / ca. 96 kWh 99,8 / ca. 96 kWh 99,8 / ca. 96 kWh
WLTP-Reichweite 443 km 563 km 505-512 km k.A.
Max. Ladeleistung AC/DC 11 / 210 kW 11 / 210 kW 11 / 210 kW 11 / 210 kW ?
DC-Ladedauer 20 min (10-80%) 24 min (10-80%) 24 min (10-80%) 24 min (10-80%) ?
DC-Ladegeschwindigkeit ca. 2,7 kWh/min ca. 2,8 kWh/min ca. 2,8 kWh/min ca. 2,8 kWh/min ?
Reichweite-Nachladen 15,5 km/min 16,4 km/min 14,7-14,9 km/min k.A.
Basispreis 61.990 Euro (Air) 64.990 Euro (Air) 68.990 Euro (Air) k.A.

Die bisherige Basisausstattung wird mit unverändertem Preis unter der Bezeichnung Earth weiter angeboten. Das gilt auch für den Allradler; diesen gibt es alternativ zur Version Earth nun auch für 7.500 Euro weniger in der Ausstattung Air.

Zur Serienausstattung der neuen Basisversion Air gehören ein Panoramadisplay, ein Touchscreen für die Klimatisierungsfunktionen, eine Fingerabdruck-Erkennung, ein Digital Key und eine Vehicle-to-Load-Funktion zum Anschluss externer Verbraucher. Standard sind auch Sitzbezüge in Lederoptik, elektrisch einstellbare und beheizbare Vordersitze, Drei-Zonen-Klimaautomatik, induktive Smartphone-Ladestation, USB-C-Ladebuchsen in allen drei Sitzreihen, sensorgesteuerte Heckklappe, LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Türgriffe mit automatischer Flush-Funktion und eine Batterievorheizung. 

Kia EV9 in der neuen Basisausstattung Air

Basisausstattung Air

Bilder von: Kia
Kia EV9 (2024): Das Exterieur

Kia EV9

Die neue Version ist optisch an den schwarzen Radhausverkleidungen erkennbar, die hier nicht glanzlackiert sind, und das Kia-Logo auf dem Lenkrad ist unbeleuchtet. Außerdem fehlen im Vergleich zur Variante Earth folgende Ausstattungselemente:

• Adapter für V2L-Nutzung
• Ambiente-Beleuchtung
• Lehnen der 3. Sitzreihe, elektrisch umklapp- und aufstellbar
• Niveauregulierung hinten
• Meridian Premium Soundsystem
• Privacy-Verglasung (Heckscheibe; hintere Seitenfenster)
• Sonnenrollos in den Türen der 2. Sitzreihe
• Sitzheizung 2. Sitzreihe (äußere Sitze)
• Sitzventilation vorn und 2. Sitzreihe (äußere Sitze)
• Wärmepumpe für die Innenraumklimatisierung 

Die Wärmepumpe ist im Paket P1 für 1.000 Euro erhältlich, bei der Allradversion kostet das Paket 1.290 Euro, weil hier eine Niveauregulierung hinten eingeschlossen ist. 

All das dürfte eine verkaufsfördernde Maßnahme sein; möglicherweise ist Kia mit den 1.290 Stück nicht zufrieden, die im bisherigen Jahresverlauf in Deutschland abgesetzt wurden, auch wenn das teure Topmodell damit nicht allzu weit hinter den Bestsellern EV6 (4.943 Stück) und Niro EV (3.980 Stück, inzwischen ausgelaufen) zurückbleibt.

Kia bezeichnet die günstigeren EV9-Versionen aber als Reaktion auf die politischen Entwicklungen in Berlin: Die Vergünstigung für Elektro-Dienstwagen sollte künftig erst ab einem Bruttolistenpreis von maximal 95.000 Euro gelten, doch durch das Ampel-Aus wird diese Neuregelung nun nicht mehr oder nicht mehr so bald realisiert. Damit liegt die Preisobergrenze weiterhin bei 70.000 Euro. Darauf antworte man nun mit der Ausstattung Air, die in allen Versionen unter 70.000 Euro bleibt. Die Auslieferung der Air-Versionen startet im zweiten Quartal 2025.

Unter dem Strich

Durch die niedrigeren Einstiegspreise wird der EV9 fraglos attraktiver. Auch mit 443 km Reichweite eignet sich das Auto als Familientransporter für die Stadt und darum herum. Klar, der ebenfalls als Siebensitzer verfügbare Peugeot E-5008 schafft in der Basisversion schon 500 km und ist etwa 6.000 Euro günstiger, aber der dürfte auch weniger Platz bieten.

Auch die abgespeckte Version Air des Kia EV9 RWD 99,8 kWh ist attraktiv. Man spart 7.500 Euro gegenüber der Earth-Variante. Wenn man die Wärmepumpe für 1.000 Euro dazu ordert, spart man immer noch ordentlich. Auf die übrigen gestrichenen Features könnten wir gut verzichten.