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Norwegen: 89 Prozent der Neuwagen sind Elektroautos

Kein anderes Land kommt auf eine so hohe BEV-Quote, Deutschland liegt bei rund 13 Prozent

BMW i5 beim Schnellladen (Detailbild vom Ladeanschluss mit eingestöpseltem Kabel)
Bild von: InsideEVs

In Norwegen machten Elektroautos letztes Jahr 89 Prozent der verkauften Neuwagen aus. Kein anderes Land hat eine so hohe Elektro-Quote. Allerdings ist der norwegische Automarkt im Vergleich zum deutschen winzig: Gerade mal 128.691 Pkw wurden 2024 neu zugelassen. Davon waren 114.400 Elektroautos. Das meldete nun der norwegische Verkehrsclub Opplysningsrådet for veitrafikken (OFV).

Zum Vergleich: In Deutschland werden etwas weniger als drei Millionen Neuwagen jährlich verkauft. 13,4 Prozent der deutschen Neuwagen sind batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs), was auch dem EU-Mittelwert entspricht. China scheidet mit 27,4 Prozent deutlich besser ab, die USA mit etwa neun Prozent oder Italien mit 4,2 Prozent sind deutlich schlechter (InsideEVs Italien). Hier eine Übersicht über die BEV-Quoten auf Basis von Daten, die Reuters zusammengestellt hat:

Bild von: InsideEVs

Die meistverkauften Marken in Norwegen waren Tesla (18,9 Prozent Marktanteil), Volkswagen (10,9%) und Toyota (10,6 %). Bestseller-Modelle waren das Model Y (13,1% Marktanteil), das Modle 3 (5,6%) und der Volvo EX30 (5,6%). Chinesische Automarken kamen zusammen auf etwa 10 Prozent des Neuwagenmarktes; MG war mit 3,6 Prozent Marktanteil am erfolgreichsten und landete auf Platz 10 der norwegischen Marken-Statistik.

Schon 2023 hatte es Norwegen auf eine Elektroquote von 82 Prozent gebracht; im Jahr 2024 ist diese erneut gestiegen. Für 2025 hatte sich die Regierung vor sieben Jahren das Ziel gesetzt, nur noch Elektroautos neu zugelassen werden. Dieses Ziel wurde nun verfehlt, aber viel hat nicht gefehlt. 

Die hohe BEV-Quote Norwegens wird durch die Förderung ermöglicht, die von Regierungen unabhängig von ihrer politischen Couleur konsequent durchgehalten wird. Hilfreich ist dabei, dass es in Norwegen keine Automobilherstellerlobby gibt. Zur Förderung der Elektromobilität werden Verbrenner mit hohen Steuern belegt, während Elektrofahrzeuge von der Einfuhr- und Mehrwertsteuer befreit sind.

Helfen dürfte auch der niedrige Strompreis. Außerdem werden in Norwegen nicht so lange Strecken gefahren wie etwa in Deutschland: Der Norden des Landes ist dünn besiedelt, und viel geschieht um Oslo herum. Auf kurzen Strecken aber fällt die geringere Reichweite des Elektroautos nicht so ins Gewicht.

Aufgrund der veränderten Nachfrage werden zudem an Tankstellen immer mehr Zapfsäulen durch Schnelllader ersetzt. Denn in Norwegen ist nicht nur die BEV-Quote bei den Neuwagen sehr hoch, sondern inzwischen auch der Stromer-Anteil bei den Autos auf der Straße: Fast 29 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge sind in Norwegen bereits batterieelektrisch, Benziner kommen nur auf 23 Prozent, Diesel allerdings auf 36 Prozent. Der Rest von 12 Prozent entfällt auf Hybride. 

Unter dem Strich

Wer schon mal in der norwegischen Hauptstadt Oslo war, weiß, wie hoch die Dichte an Elektroautos dort ist. Dass nun 89 Prozent der Neuwagen und 29 Prozent der zugelassenen Autos batterieelektrisch sind, verblüfft aber doch etwas. Bessere Elektroauto-Quoten als die traurigen 13,4 Prozent wären auch bei uns möglich, wenn die Politik mehr Mut und Konsistenz bei der Elektroauto-Förderung zeigen würde.