Opel Grandland Electric: Jetzt optional mit 22-kW-Bordlader erhältlich
Für 800 Euro Aufpreis halbiert sich die Ladezeit etwa. (Aktualisierte Modellübersicht mit allen Daten und Preisen)
Der Grandland Electric ist der erste Opel, für den ein 22-kW-Bordlader erhältlich ist. Serienmäßig ist wie bisher ein bidirektionaler 11-kW-Lader, aber für 800 Euro Aufpreis gibt es 22 kW. Dieser Bordlader ist für alle Ausstattungen außer Start verfügbar. Damit verkürzt sich die Ladezeit an entsprechenden Wallboxen oder öffentlichen Wechselstrom-Ladern um etwa die Hälfte.
Der Opel Grandland Electric steht seit November 2024 bei den deutschen Händlern. Durch die im Juni 2025 nachgeschobene Allradvariante und die seit Oktober 2025 verfügbare Long-Range-Version erhöhte sich die Zahl der Antriebsvarianten auf drei. Die zeitweise offerierte Version mit 82-kWh-Batterie entfiel wieder.
Die 157 kW starke Basisversion und die Allradversion mit 239 kW erhalten eine Batterie mit 73 kWh Nettokapazität, doch der eigentliche Star der Palette ist die 170 kW starke Long-Range-Variante mit 97-kWh-Batterie und einer WLTP-Reichweite von bis zu 691 km. Die Basisversion kostet 45.550 Euro, die 691-km-Version ist ab 51.950 Euro zu haben.
Exterieur/Maße | Interieur | Antriebe/Akkus | Preise/Ausstattung | Rivalen/Test
Exterieur und Maße
Mit 4,65 Metern Länge liegt das Elektro-SUV im Graubereich zwischen Kompakt- und Mittelklasse. Technische Basis ist die Konzernplattform STLA Medium. Damit ist der Grandland eng verwandt mit dem Peugeot E-3008/E-5008, dem Jeep Compass Electric, Citroën e-C5 Aircross und dem DS N°7/N°8. Der Grandland ist ein normales SUV wie der E-5008, kein Coupé-SUV wie der E-3008. Mit 4,65 Meter Länge liegt der Opel ziemlich nach am e-C5 Aircross.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| Opel Grandland Electric | 4.650 mm | 1.934 mm | 1.665 mm | 2.784–2.795 mm |
| Citroën e-C5 Aircross | 4.652 mm | 1.936 mm | 1.691 mm | 2.784 mm |
Der Grandland Electric rollt in der Basisversion auf 19-Zoll-Stahlrädern, die anderen Versionen bieten Aluräder in 19 oder 20 Zoll. Die angebotenen Farben sind eher gedeckt; neben Weiß, Grau, Silber und Schwarz werden noch eine kupferfarbene und eine dunkle blaugrüne Lackierung offeriert.
Interieur
Innen hat der Grandland Electric wie der E-3008 serienmäßig zwei 10-Zoll-Displays. Anders als Peugeot bietet Opel aber auch einen großen 16-Zoll-Touchscreen an. In der Topversion Ultimate ist er serienmäßig.
Der Opel Grandland hat zwei Displays verschiedener Höhe
Bild von: Peugeot
Beim E-3008 sind die Displays in allen Versionen gleich hoch
Die obigen Vergleichsbilder zeigen, dass die beiden Displays bei Opel optisch nicht so gut zusammenpassen wie bei Peugeot. Ein Grund dafür mag sein, dass Opel das Instrumentendisplay so positioniert und dimensioniert hat, dass man es durch das Lenkrad sieht, während es bei Peugeot darüber erscheint.
Der Kofferraum bietet Platz für 550 bis 1.645 Liter Gepäck, beim Allradler sind es nur 485 bis 1.580 Liter. Hier bietet der 14 cm längere E-5008 oder auch der DS N°8 naturgemäß mehr. Einen Frunk gibt es bei den STLA-Medium-Modellen generell nicht.
Die Rückbank lässt sich serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 umklappen, aber der Ladeboden ist nicht ganz eben
Antriebe und Akkus
Die Antriebe und Batterien sind von den Schwestermodellen her bekannt. Es gibt drei Motorisierungen:
| Opel Grandland 73 kWh |
Opel Grandland 97 kWh |
Opel Grandland AWD 73 kWh |
|
| Antrieb | FWD 157 kW | FWD 170 kW | AWD 239 kW (157 & 83 kW) |
| Drehmoment | 345 Nm | 345 Nm | 509 Nm (345 & 166 Nm) |
| 0-100 km/h / Vmax | 9,0 Sek. / 170 km/h | 8,8 Sek. / 170 km/h | 6,1 Sek. / 180 km/h |
| WLTP-Stromverbrauch | 17,8 kWh/100 km | 18,6 kWh/100 km | 18,3 kWh/100 km |
| Akku netto | 73,0 kWh | 96,9 kWh | 73,0 kWh |
| WLTP-Reichweite | 501–519 km | 654-691 km | 476-499 km |
| Max. Anhängelast | 1.200 kg | 1.150 kg | 1.350 kg |
Bei den beiden Fronttrieblern sorgt ein Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) für Vortrieb. Dabei dürfte es sich um den M4 von Emotors handeln, einem Joint Venture zwischen Stellantis und Nidec. Beim Allradler kommt vermutlich wie bei Peugeot hinten ein weiterer PSM hinzu, der mechanisch abgekoppelt werden kann. Der Allradantrieb wird wie bei Peugeot mit dem kleineren Akku verbandelt.
| Opel Grandland 73 kWh |
Opel Grandland 97 kWh |
Opel Grandland AWD 73 kWh |
|
| Max. Ladeleistung AC/DC | 11 (opt. 22) / 160 kW | 11 (opt. 22) / 160 kW | 11 (opt. 22) / 160 kW |
| DC-Ladedauer 20-80 % |
ca. 30 min | ca. 27 min | ca. 30 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit 20-80 % | ca. 1,5 kWh/min | ca. 2,2 kWh/min | ca. 1,5 kWh/min |
| Durchschn. Ladeleistung 20-80 % |
88 kW | 129 kW | 88 kW |
| Reichweite-Nachladen | bis 10,4 km/min | bis 15,4 km/min | bis 10,0 km/min |
Beide Akkus lassen sich mit bis zu 160 kW laden. Doch die Ladegeschwindigkeit in kWh/min ist bei der großen Batterie deutlich höher. Bei der kleinen Batterie ergeben sich 1,5 kWh/min, bei der großen aber 96,9 kWh × 0,6 / 27 min = 2,2 kWh/min. Letzteres ist ein sehr guter Wert für ein 400-Volt-Auto. Der VW ID. Tiguan schafft je nach Akku 1,6 oder 1,9 kWh/min.
Auch Werte fürs Nachladen von Reichweite haben wir errechnet: In einer Minute Wartezeit an der DC-Säule wird beim kleinen Akku Strom für etwa 10 km nachgeladen, während die Long-Range-Variante rund 15 km/min schafft (Rechenweg: 691 km × 0,6 / 27 min). Damit liegt der Opel Grandland etwa auf dem Niveau des VW ID. Tiguan mit 210 kW und 77-kWh-Akku (bis 14,7 km/min).
Preise und Ausstattung
Es gibt vier verschiedene Ausstattungen, wobei die Basisversion Start nur mit der Basismotorisierung kombinierbar ist. Auffällig ist, dass der Grandland mit großer Batterie genauso viel kostet wie der Allradler:
| Grandland 73 kWh | Grandland 97 kWh | Grandland AWD 73 kWh | |
| Start | 45.550 Euro | — | — |
| Edition | 47.150 Euro | 51.950 Euro | 51.950 Euro |
| GS | 51.350 Euro | 56.150 Euro | 56.150 Euro |
| Ultimate | 56.150 Euro | 60.950 Euro | 60.950 Euro |
Die Basisausstattung Start bietet 19-Zoll-Stahlräder, Matrix-LED-Scheinwerfer ("Intelli LED"), Parksensoren hinten, frequenzselektive Stoßdämpfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Kunstleder-Lenkrad mit Wippen zum Einstellen der Rekuperation, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, bidirektionales Laden (V2L), einen Abstandsregeltempomat und einen Spurhalteassistenten. Ungewöhnlich: Die Außenspiegel sind nur manuell einstellbar.
Bei Edition kommen 19-Zoll-Alufelgen, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Parksensoren auch vorne, eine Rückfahrkamera, ein Einlegeboden für den Kofferraum und eine Wärmepumpe hinzu.
GS setzt noch Sitz- und Lenkradheizung, eine elektrisch bediente Heckklappe, getönte Scheiben, induktives Smartphone-Laden, Ambientelicht und einen Totwinkelwarner drauf. Beim Allradler werden hier 20-Zöller montiert.
Die Topausstattung Ultimate bietet generell 20-Zoll-Räder, adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer, Alcantara-Sitzbezüge, elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memoryfunktion für den Fahrersitz und einstellbaren Sitzwangen, eine beheizbare Frontscheibe und Alu-Pedale. Der Touchscreen misst hier 16 statt 10 Zoll und auf ihm läuft ein Navigationssystem. Auch ein Rundumsicht-System, ein Head-up-Display, eine sensorgesteuerte Heckklappe und ein Audiosystem von Focal sind hier an Bord.
Optional gibt es unter anderem ein Glasschiebedach, Nappaleder-Sitze, eine Anhängerkupplung sowie ein Winterpaket mit Sitz- und Lenkradheizung, ein Infotainmentpaket mit dem 16-Zoll-Touchscreen sowie ein Tech-Paket mit sensorgesteuerter Heckklappe und Totwinkelwarner.
Rivalen und Test
Die Preise für den Grandland beginnen bei 45.550 Euro. Damit ist der Basis-Grandland deutlich teurer als das Einstiegsmodell des VW ID. Tiguan (42.695 Euro laut Konfigurator, mit ID. Kaufprämie 38.695 Euro), das allerdings etwas weniger Reichweite und Leistung bietet. Das Tesla Model Y kostet in der Basisversion mit 220 kW und 525 km Reichweite sogar nur 39.990 Euro.
Für die interessanteste Version der Grandland-Baureihe mit fast 700 km Reichweite verlangt Opel knapp 52.000 Euro. Das Model Y schafft in der Version Premium Long Range RWD nur 603 km, bleibt also deutlich hinter dem Opel zurück. Mit knapp 51.000 Euro ist es nur wenig günstiger.
Weitere Rivalen sind der Skoda Enyaq 85 Selection mit 210 kW und 581 km Reichweite für 50.990 Euro sowie der Hyundai Ioniq 5 RWD 84 kWh mit 168 kW und schnellem 800-Volt-Laden sowie 570 km Reichweite für 54.100 Euro.
Im Test des Opel Grandland Electric gefiel uns die gute Verarbeitung, doch die manuelle Lehnen-Verstellung ist schwer erreichbar. Im Fond war genug Platz für unseren 1,87 Meter großen Test-Redakteur. Der 157-kW-Antrieb reicht aus, erlaubt aber keine sportlichen Eskapaden. Die Rekuperation enttäuscht etwas: Auch in der stärksten Stufe ist kein One-Pedal-Driving möglich. Das Fahrwerk mit den frequenzselektiven Dämpfern sowie die leichtgängige Lenkung gefielen dem Kollegen jedoch gut.
Unter dem Strich
Der Star der STLA-Medium-Plattform ist unzweifelhaft die 97-kWh-Batterie, die für rund 700 km Reichweite sorgt – davon ist zum Beispiel der Skoda Enyaq oder auch der Hyundai Ioniq 5 weit entfernt. Bei der Ladegeschwindigkeit kann der Grandland Long Range natürlich nicht mit der 800-Volt-Technik des Hyundai mithalten, für ein 400-Volt-Auto ist sie jedoch lobenswert. Mit der neuen 700-km-Version bieten der Grandland Electric und seine Schwestermodelle ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Letzte Änderung am 3. November 2026: 22-kW-Bordlader hinzugefügt, Preise und Ausstattungen sowie technische Daten aktualisiert, Anhängelast ergänzt, Extra-Tabelle fürs Aufladen erstellt, Konkurrenzvergleiche aktualisiert.
Auch interessant
Opel Astra Electric: Neue Basisversion ab 36.490 Euro
Hyundai Staria Executive: Neuer Top-Ausstattung für den elektrischen Siebensitzer
VW ID. Polo 2026: Nun gibt es die 85-kW-Version auch in der Ausstattung Life
Subaru Solterra (2026) im Test: Eigenwillig, effizient, überraschend sportlich
Skoda Epiq: Jetzt auch mit 85 kW in der Version Easy und als Sportline konfigurierbar
Nissan Pixo: Neuer Elektro-Kleinstwagen startet bei 19.990 Euro
Mercedes EQE eingestellt, elektrische E-Klasse soll 2027 auf der IAA debütieren