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Für eine persönlichere Erfahrung

Renault Megane und Scenic ab 2028 mit Heckantrieb und bis zu 750 km Reichweite?

Die neue Plattform RGEV Medium 2.0 soll 800 Volt, LFP-Batterien und Heckantrieb für Renaults größere Elektromodelle ermöglichen.

Renault Clio 2025
Bild von: Renault
Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Erst diesen Herbst erhielt der elektrische Renault Megane ein Facelift, das ihm vor allem eine neue LFP-Batterie bescherte, wodurch die WLTP-Reichweite auf 494 km stieg. Auch das ist jedoch noch kein wirklich guter Wert, denn der VW ID.3 Neo schafft bis zu 631 km. Doch für das Jahr 2028 steht eine neue Version des Megane an, die bis zu 750 km am Stück fahren soll.

Während der aktuelle Elektro-Megane auf der Plattform RGEV Medium (früher AmpR Medium) basiert, beruht die geplante Variante auf RGEV Medium 2.0. Diese Plattform wurde im März 2026 vorgestellt. Sie soll Modelle vom B+‑ bis zum D‑Segment, von der Limousine bis zum SUV ermöglichen und 800 Volt bieten. Die Batterie bekommt dabei eine Cell‑to‑Body‑Architektur; die Reichweiten sollen bis zu 750 km betragen. Zu der Plattform scheint auch ein neuer 202-kW-Motor zu gehören.

Renault Megane Electric Facelift (2026)

Renault Megane Electric Facelift (2026)

Bilder von: Renault
Renault Scenic Electric (2027)

Renault Scenic Electric (2027)

Bilder von: Renault

Diese Plattform soll neben dem elektrischen Megane auch dem verwandten Scenic Electric und neuen Elektroversionen des Rafale und des Espace zugrunde liegen, schreibt der britische Auto Express. Offiziell bestätigt ist bislang nur, dass der Scenic und der Rafale auf der neuen Plattform basieren werden. Das erste Fahrzeug soll 2028 auf den Markt kommen. Die Plattform eignet sich nach dem Bericht für Fahrzeuge zwischen 4,30 und 4,80 Metern.

Das bedeutet, dass der Elektro-Megane etwas wachsen muss, denn bisher misst er genau 4,20 Meter. Der aktuelle Scenic passt mit 4,47 Metern schon zur Plattform. Aber auch größere Modelle wie der Rafale und der Espace, die beide rund 4,70 Meter lang sind, sollen auf dieser Plattform basieren. Der Radstand soll auf 2,85 Meter wachsen.

  Renault Megane 2027 Renault Scenic 2027 Renault Rafale Renault Espace
Länge aktuell 4.200 mm 4.470 mm 4.710 mm 4.746 mm
Radstand aktuell 2.685 mm 2.785 mm 2.738 mm 2.738 mm

Der Antrieb erfolgt rein elektrisch oder mit einem Range-Extender-System, wobei die BEV-Versionen wie erwähnt bis zu 750 km Reichweite bieten sollen. Neu ist, dass die Modelle von Front- auf Heckantrieb umsteigen. Zudem soll es Allradler geben.

800-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0 des Renault-Konzerns

RGEV Medium 2.0 unterstützt sowohl Heck- wie Frontantrieb. Dieses Bild vom März 2026 zeigt offenbar einen elektrischen Heckantrieb

Bild von: Renault

Für den Antrieb soll offenbar der neue 202-kW-Motor sorgen, den Renault im Frühjahr vorgestellt hat. Den laut Auto Express soll ein RWD-Modell 275 bhp (umgerechnet 205 kW, also etwa 202 kW) und 350 Nm Drehmoment bieten. Bisher wird im Megane und im Scenic nur ein 160-kW-Motor angeboten. Der Heckantrieb sorge für besseres Fahrverhalten und eine weniger aufwendige Verkabelung, so Renault-Chefentwickler Philippe Brunet gegenüber Auto Express.

Die Batterie soll aus Kostengründen unter 90 kWh bleiben und LFP-Chemie haben. Sie wird als strukturelles Bauteil in die Karosserie integriert. Ob der neue Elektro-Megane auch 800 Volt erhält, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.

Der neue Megane soll sich optisch an den neuen Clio anlehnen, aber schlitzartige Frontlichter erhalten. Die Formen orientieren sich vor allem an der Aerodynamik, um auf rund 750 km Reichweite zu kommen. Damit würde man nicht nur den ID.3 Neo hinter sich lassen, sondern auch den Nissan Leaf (bis 624 km) und auf das Niveau der elektrischen C-Klasse von Mercedes (C 400 4Matic: 753 km) und des Tesla Model 3 (Premium Long Range RWD: 750 km) herankommen.

Bildergalerie: Renault E-Space Concept (2026)

Die Formensprache soll laut Renault-Chefdesigner Laurens van den Acker ähnlich modern wie beim E-Space Concept sein. Diese Espace-Studie debütierte auf dem Pariser Autosalon, wurde aber ausdrücklich nicht als Ausblick auf ein Serienmodell bezeichnet. Im Interieur soll es einen Bildschirm geben, der nahe an der Frontscheibe liegt und sich über die gesamte Breite des Cockpits erstreckt – ähnlich wie beim E-Space Concept. Hinzu kommt ein zweiter Touchscreen zur Steuerung.

Renault E-Space Concept (2026)

Steuerhorn und ein Display, das sich über die gesamte Cockpitbreite zieht: Das Interieur des E-Space Concept 

Bild von: Renault

Wie bei der neuen Stellantis-Plattform STLA One wird RGEV Medium 2.0 auch Steer-by-Wire-Systeme ermöglichen. Diese Technik sei für das autonome Fahren ohnehin nötig, so Brunet. 

Unter dem Strich

Nach dem Kleinstwagen Twingo und den Kleinwagen R4 und R5 will Renault sich nun offenbar den größeren Modellen zuwenden. Die Kompaktmodelle Megane und Scenic sollen ab 2028 auf die neue Plattform RGEV Medium 2.0 wechseln, die mehr Radstand, größere Batterien und stärkere Antriebe ermöglicht – wobei der neue 202-kW-Motor mit altbewährter EESM-Technik die Hinterachse antreiben soll. Die gleiche Architektur soll offenbar auch elektrischen Mittelklassemodellen wie einem Elektro-Rafale und einem Elektro-Espace zugrunde liegen.

Die Plattform ermöglicht auch 800 Volt; ob einige der vier Modelle diese Spannungslage erhalten, bleibt offen. Bisher ist die Technik in der Mittelklasse schon weit verbreitet, während sie in der Kompaktklasse bisher noch die Ausnahme ist – Beispiele sind der BYD Atto 3 Evo und die Mercedes-Modelle CLA, GLA und GLB.

Unser Titelbild zeigt den neuen Renault Clio.