Polestar 7: Erstes Teaserbild des elektrischen Kompakt-SUVs
Erstes in Europa gefertigtes Modell der Marke startet 2028 auf Basis von SPA3 und wird im slowakischen Kosice gebaut
Hinter vorgehaltener Hand wurde es schon bei einem Test-Event von Polestar am Montag verraten, aber nun wurde es offiziell angekündigt: Der Polestar 7, das erste, in Europa gebaute Modell der Marke, wird im slowakischen Kosice gebaut. Die Markteinführung ist für 2028 geplant.
Das mitgelieferte Teaserbild zum Polestar 7 zeigt eine Lichtsignatur, die entfernt an den Polestar 4 erinnert: Das von Volvo übernommene liegende T (Stichwort "Thors Hammer") ist in einen oberen und einen unteren Part aufgespalten. Die oberen, waagerechten Teile tragen jedoch "Wimpern". Außerdem scheint der Wagen ein illuminiertes Markenlogo auf der Fronthaube zu bekommen:
Polestar 4
Teaserbild zum Polestar 7
Zum Standort Kosice heißt es, der Ort im Osten der Slowakei biete gute logistische Anbindungen an europäische Märkte sowie eine etablierte Zulieferbasis. Das Werk ist Eigentum der Volvo Car Corporation. Mit dem Bau der Fabrik wurde bereits im Jahr 2023 begonnen; damals hieß es, die Serienproduktion solle 2026 beginnen.
Die Anlage ist für bis zu 250.000 Autos pro Jahr ausgelegt, also wohl für weit mehr Modelle als nur den Polestar 7. Welche Autos das sein könnten, ist bislang nicht bekannt. Der Polestar 7 soll jedoch das zweite Modell sein, das dort produziert wird, so Volvo; bei dem ersten wird es sich um einen Volvo handeln, der noch nicht angekündigt wurde.
Das Volvo-Werk in Kosice
Der Polestar 7 wurde bereits im Januar angekündigt. Auch dass es sich um ein Premium-Kompakt-SUV handelt und dass der Wagen in Europa gebaut wird, wurde bereits verraten. Damals hieß es, die Marke wolle sich bei den Produktionsorten diversifizieren. Bisher werden die Polestar-Modelle in China (Polestar 2, 3 und 4), den USA (Polestar 3) und neuerdings in Südkorea (Polestar 4) gebaut. Mit dem Polestar 7 kommt Europa hinzu.
Außerdem schrieb der Hersteller im Januar, ab dem Polestar 7 werde das Unternehmen schrittweise von zahlreichen Plattformen zu einer einzigen Architektur übergehen. Dabei handelt es sich laut Volvo um die Architektur, die auch den kommenden Volvo EX60 trägt, also SPA3. Der Polestar 2 basiert noch auf der Volvo-Plattform CMA (die auch den EX40 trägt), der Polestar 3 auf der Volvo-Plattform SPA2 (die auch den EX90 trägt) und der Polestar 4 auf der Geely-Plattform SEA (die auch den Zeekr X, den Lynk & Co 02 und zahlreiche andere Modelle trägt).
"Er [der Polestar 7, Anm. d. Red.] wird auf einer Technologieplattform von Volvo Cars basieren und von Komponenten-Sharing innerhalb des Konzerns, „Cell-to-Body“-Technologie mit Batterien und unternehmensintern entwickelten E-Motoren der neuen Generation profitieren." (Polestar am 3. Juli 2025)
Der Polestar 7 solle "von Komponenten-Sharing innerhalb des Konzerns" profitieren. Außerdem bekommt das Auto laut Polestar eine Cell-to-Body-Technologie (CTB), das heißt die Batteriezellen werden direkt (ohne Umweg über Module und ohne Batteriekasten) in die Karosserie eingebaut. Den Antrieb soll die nächste Generation der von Volvo Cars entwickelten Elektromotoren übernehmen.
Demnach ist der Polestar 7 kein bloßer Klon des Zeekr X und Lynk & Co No 2, wie ursprünglich vermutet, sondern ein völlig neues Modell und zudem der erste Polestar auf Basis von SPA3 – der Plattform, die offenbar alle künftigen Polestar- und Volvo-Modelle tragen wird.
SPA3 kann laut Volvo Autos vom B- bis zu F-Segment tragen; das C-Segment ist also abgedeckt. Die Plattform eignet sich für das Megacasting, also den Druckguss größerer Karosserieteile. Ansonsten ist noch nicht viel zu der Plattform bekannt. Insbesondere ist noch nicht bestätigt, ob 800 Volt unterstützt werden. Das liegt allerdings nahe, da SPA3 die Nachfolgeplattform von SPA2 darstellt, die im ES90 bereits 800 Volt bietet.
Die 800-Volt-Technik könnte der Grund dafür sein, dass der Polestar 7 offenbar teurer als der Polestar 2 wird. Der Polestar 7 tritt in der Kompaktklasse an und müsste deshalb normalerweise günstiger sein als ein Modell der Mittelklasse wie der Polestar 2. Bei dem eingangs erwähnten Test-Event aber sagte uns eine Polestar-Sprecherin, sie erwarte nicht, dass der Polestar 7 günstiger wird als der Polestar 2. Diesen gibt es ab etwa 49.000 Euro.
Das nächste startende Polestar-Modell wird aber nicht der Polestar 7 sein, sondern der Polestar 5. Bei dem Testevent am Montag fragten wir, ob der Wagen eventuell auf der IAA im September vorgestellt wird. Das wurde mit einem Lächeln quittiert und der Aussage, das wäre "denkbar". Jedenfalls soll der Taycan-Rivale noch 2025 präsentiert werden.
Unter dem Strich
Polestar und Volvo verraten mehr zu dem geplanten Kompakt-SUV Polestar 7. Das elektrische Kompakt-SUV startet 2028 und wird im slowakischen Kosice bei Volvo gebaut. Technische Basis ist SPA3, also die Plattform des neuen Volvo EX60, die sich auch für deutlich kleinere Modelle eignet. Zudem erhält der Polestar 7 eine CTB-Batterie und neue von Volvo selbst entwickelte Elektromotoren. Ob auch 800 Volt zum Technikpaket gehört, bleibt Spekulation. Günstiger als der Polestar 2 wird der Neuling aber wohl nicht.
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