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Für eine persönlichere Erfahrung

Polestar 2 (2026) nur noch mit großem Akku erhältlich

Die Standard-Range-Version ist aus dem Konfigurator verschwunden, der Basispreis steigt auf fast 58.000 Euro

Polestar 2 Facelift (2023)

Der Polestar 2 wurde in Tests meist gut bewertet, auch uns gefiel die Elektro-Limousine. Aber 2025 verkaufte sie sich so schlecht wie nie: In Deutschland wurden nur etwa 1.700 Stück abgesetzt, nochmal weniger als im schon schwachen Vorjahr (2.300 Stück). 2023 waren es noch etwa 6.300 und 2022 fast 7.000. Nun wurde offenbar die Modellpalette zusammengestrichen: Die Basisversion ist nicht mehr erhältlich. Grund genug, unsere Modellübersicht zu aktualisieren.

Durch die entfallene Variante Standard Range Single Motor für 48.990 Euro stieg der Einstiegspreis. Zudem scheint es eine Preiserhöhung gegeben zu haben. Die günstigste Variante, Long Range Single Motor genannt, kostet nun jedenfalls 57.690 Euro (statt 52.690 Euro).


Exterieur | Antriebe/Batterien | Aufladen | Preise | Konkurrenten


Bildergalerie: Polestar 2 (2024): Bilder zum Test

Exterieur

Der Polestar 2 ist seit 2020 auf dem Markt. Mit einer Höhe von nur 1,48 Metern und 4,61 Meter Länge kann man ihn als fünftürige Schrägheck-Limousine der Mittelklasse einstufen. Technische Basis ist die Compact Modular Architecture (CMA) von Volvo, also die Plattform, die auch den Volvo EX40 und EC40 trägt. Gebaut wird das Auto rund 380 km südlich von Shanghai im Ortsteil Luqiao der Stadt Taizhou. 

Im Frühjahr 2023 bekam der Wagen ein Facelift. Optisch ist die neue Version am fast vollständig geschlossenen Grill erkennbar. Als SmartZone beherbergt dieser die Frontkamera und den Radar. Zu den technischen Verbesserungen gehören mehr Leistung und Reichweite; zudem wurden die Single-Motor-Versionen von Front- auf Heckantrieb umgestellt – ein ziemlich einmaliger Vorgang in der Autobranche.

Antriebe und Batterien

Den Polestar 2 gab es bisher in vier Versionen; nun entfiel die Basisversion Standard Range Single Motor mit 200-kW-Heckantrieb und 70 kWh brutto und (laut EV-Database) 68 kWh netto für eine WLTP-Reichweite von 554 Kilometern. Damit haben alle Varianten nun den größeren Akku. Er besteht laut Polestar aus 27 Modulen und bietet nun 86 kWh brutto (zuvor 82 kWh brutto oder ca. 79 kWh netto). Man kann noch aus drei Varianten wählen:

  Long Range Single Motor Long Range
Dual Motor
Long Range
Dual Motor Perf. Pack
Antrieb RWD 220 kW,
490 Nm
AWD 310 kW,
740 Nm
AWD 350 kW,
740 Nm
0–100 km/h 6,2 Sek. 4,5 Sek. 4,2 Sek.
Höchstgeschwind. 205 km/h 205 km/h 205 km/h
WLTP-Verbrauch 14,8–15,8 kWh 15,8–17,2 kWh 16,8–17,2 kWh
Batterie netto / brutto ca. 80 kWh / 86 kWh ca. 80 kWh / 86 kWh ca. 80 kWh / 86 kWh
WLTP-Reichweite 659 km 596 km bis 568 km
Max. Anhängelast 1.500 kg 1.500 kg 1.500 kg

Die reichweitenstärkste Version des Polestar 2 ist der Single Motor Long Range; damit sind 659 km nach WLTP möglich. Kein schlechter Wert, auch wenn das schon lange nicht mehr für die Top Ten reicht.

Soweit wir wissen, kommt an der Hinterachse eine Permanentmagnet-Maschine (PSM) zum Einsatz, vorne bei den Allradlern ein Asynchronmotor (ASM). So kann der vordere Elektromotor einfach stromlos geschaltet werden, wenn er nicht gebraucht wird – das spart Strom.

Aufladen

Die Batterie lässt sich mit bis zu 205 kW laden – also mit etwas mehr als die 200 kW, die ein 400-Volt-System mit dem auf 500 Ampere limitierten CCS-Ladeanschluss eigentlich zulässt. Die Ladedauer wird nach wie vor mit 28 min angegeben. Daraus errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von ca. 80 kWh x 0,7 / 28 min = 2,0 kWh/min. Für ein 400-Volt-Modell ist das ein ordentlicher Wert.

  Long Range Single Motor Long Range
Dual Motor
Long Range
Dual Motor
Perf. Pack
DC-Ladeleistung bis 205 kW bis 205 kW bis 205 kW
DC-Ladedauer 
(10–80%)
28 min 28 min 28 min
DC-Ladetempo ca. 2,0 kWh/min ca. 2,0 kWh/min ca. 2,0 kWh/min
Reichweite-Nachladen 16,5 km/min 14,9 km/min bis 14,2 km/min

Aus der WLTP-Reichweite und der Ladedauer lässt sich auch errechnen, wie groß die Reichweite ist, die man mit einer Minute Ladezeit hinzufügen kann. Hier ergeben sich Werte von bis zu 16,5 km/min. Das reicht derzeit für Platz 6 beim Reichweite-Nachladen in der Top-Ten-Liste für 400-Volt-Modelle.   

Preise und Ausstattung

Wie erwähnt, kostet die günstigste Version des Polestar 2 nun fast 58.000 Euro.

  Long Range Single Motor Long Range
Dual Motor
Long Range
Dual Motor Perf. Pack
Preis 57.690 Euro 61.990 Euro 68.490 Euro

Die Serienausstattung ist allerdings umfangreich. Dazu gehören 19-Zoll-Alufelgen, LED-Licht, Fernlichtautomatik, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, eine elektrisch betätigte Heckklappe, Parkpiepser vorne und hinten, eine Rückfahrkamera, teilelektrisch einstellbare Vordersitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Infotainmentsystem mit Google Maps und Google Assistant, ein Audiosystem mit acht Lautsprechern und kabelloses Handy-Laden.

Polestar 2 Innen

Innen hat der Polestar 2 ein 12,3 Zoll-Instrumentendisplay und einen senkrecht eingebauten 11,2-Zoll-Touchscreen

Konkurrenten

Zu den Rivalen gehören diverse Elektro-Limousinen, darunter 800-Volt-Neulinge wie der BMW i3 und die elektrische C-Klasse von Mercedes, aber auch altbekannte 400-Volt-Modelle wie das Tesla Model 3 oder der neue BMW i4. Gegenüber dem Tesla und dem Mercedes haben der Polestar und die beiden BMWs den praktischen Vorteil einer großen Heckklappe. Bei der Reichweite kann der Polestar 2 nur noch den BMW i4 (bis 613 km) überflügeln, die anderen Rivalen sind besser: Das Model 3 schafft nun bis zu 750 km, die C-Klasse bis zu 762 km und der BMW i3 sogar bis zu 906 km.

Beim i3 und der C-Klasse sind allerdings bisher nur Allradmodelle bekannt; deshalb vergleichen wir die unserer Ansicht nach attraktivste Version des Polestar 2 (Long Range Single Motor) mit dem BMW i4 und dem Tesla:

  Polestar 2 LR SM BMW i4 eDrive40 Tesla Model 3 Premium LR RWD
Antrieb RWD 220 kW RWD 250 kW RWD 235 kW
0-100 km/h 6,2 Sek. 5,6 Sek. 5,2 Sek.
WLTP-Reichweite 659 km 613 km 750 km
Ladegeschwindigkeit 2,0 kWh/min 1,9 kWh/min ca. 1,9 kWh/min (inoffiziell)
Reichweite-Nachladen ca. 16,5 km/min 14,3 km/min ca. 18,2 km/min
Kofferraum 405-1.095 Liter
(Frunk: 41 Liter)
470-1.290 Liter 425 Liter, davon 85 Liter Frunk
Preis 57.690 Euro 61.300 Euro 44.990 Euro

Man sieht, dass der Polestar preislich zwischen dem teureren BMW und dem wesentlich günstigeren Tesla liegt. Den Daten nach würden wir uns für das Model 3 entscheiden, doch gegen dieses sprechen der unpraktische Kofferraum und die arg monitorlastige Bedienung. Insofern spricht noch einiges für den Polestar 2. Ein weiterer neuer Rivale ist der elektrische Mercedes CLA. Gegen diesen sowie gegen die zu erwartenden Heckantriebsvarianten des BMW i3 und der C-Klasse mit 800 Volt dürfte es das Modell schwer haben.

Test und Beurteilung

Wir haben den Polestar 2 bereits mehrfach gefahren; zuletzt haben wir im Herbst 2023 den Long Range Single Motor getestet. Dabei hat uns die starke Rekuperation beeindruckt. Diese lässt sich aber leider nur per Touchscreen einstellen – Lenkradwippen wären besser. Dafür kann man nicht nur die Bremswirkung einstellen, sondern separat davon auch noch den Kriechgang aktivieren oder deaktivieren.

Generell ist die Bedienung des Polestar 2 besonders einfach, was wohl auch dem Google-Betriebssystem zu verdanken ist. So ist die Sprachbedienung über Google Assistant einfach und sehr praktisch. Der Antrieb hält sich sehr im Hintergrund; das Auto ist eher ein Gleiter als ein Sportler. Zu den Schwächen gehören die Sitze, die in der Kurve wenig Seitenhalt gewähren.

Polestar 2 (2024): Der Kofferraum

Polestar 2 (2024): Der Kofferraum

Außerdem ist das Raumangebot eher mau; so könnten größere Erwachsene im Fond Probleme bekommen. Der Kofferraum ist wegen der großen Heckklappe zwar besser nutzbar als beim Model 3, aber das schräg abfallende Heck erschwert den Transport größerer Dinge.

Unter dem Strich

Ordentliche Reichweite, gute Lademodalitäten, große Heckklappe, gute Ausstattung und sehr gute Bedienung: All das klingt positiv. Warum also verkauft sich der Polestar 2 so schlecht? Der recht hohe Preis dürfte eine Rolle spielen. BMW verlangt zwar noch mehr, hat aber das bessere Image. Tesla hat kein so gutes Image, verlangt aber auch viel weniger. Mitschuld am hohen Preis sind möglicherweise die EU-Zölle gegen in China gebaute Elektroautos wie den Polestar 2.

Letzte Änderung am 16. Juli 2026: Gestraffte Modellpalette ohne Standard-Range-Basisversion berücksichtigt.