VW-Markenchef will weg von bisherigen Elektroauto-Bezeichnungen
Neuer Elektro-Kleinwagen soll offenbar nicht ID.2 heißen, sondern vielleicht ID Polo
Update: Inzwischen hat VW seine neue Namensstrategie verkündet. Der Elektro-Kleinwagen wird ID. Polo heißen.
ID.3, ID.4, ID.5, ID.7 und ID. Buzz: Bisher haben alle aktuellen Volkswagen-Stromer eine Bezeichnung mit ID am Anfang. Doch das soll sich bald ändern. Nun hat VW-Markenchef Thomas Schäfer auf einer Betriebsversammlung das Aus für diese Bezeichnungsart verkündet – und erntete angeblich tosenden Beifall von der Belegschaft.
Die Versammlung fand bereits im Februar 2025 statt, berichtet die Wolfsburger Allgemeinen Zeitung (WAZ), die wir hier wegen der Paywall über das Nachrichtenportal news38.de zitieren. Nach dem Bericht kündigte Schäfer an, dass schon der neue Elektro-Kleinwagen nicht mehr der bisherigen Namenskonvention folgen soll. Statt des erwarteten "VW ID.2" soll er eine andere Bezeichnung erhalten. Und zwar noch vor der IAA Mobility, die bereits in einem Monat beginnt. Wie das Modell heißen wird, verriet Schäfer noch nicht. Schäfer sagte nur, dass "ikonische Namen" nicht sterben dürften.
Das VW ID.2all Concept sieht einem VW Polo schon recht ähnlich. Vielleicht heißt die Serienversion ID Polo oder e-Polo?
Berichte über neue Modellbezeichnungen für die VW-Stromer gibt es schon länger. So hatte die Automobilwoche ebenfalls über eine VW-Betriebsversammlung im Februar berichtet, vermutlich sogar die gleiche. Damals habe Schäfer der Belegschaft das Showcar gezeigt, das dann im März als ID.Every1 der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Dazu hatte die Zeitschrift geschrieben:
"Ähnlich wie beim ID.3-Nachfolger, der auf den Namen ID Golf hören soll, ist auch bei den beiden Kleinwagen denkbar, dass VW auf bekannte Bezeichnungen zurückgreift. Der ID.2 könnte als ID Polo an den Start gehen, der neue Elektro-Zwerg statt ID.1 zum Beispiel ID Up heißen." (Automobilwoche im Februar)
Im Mai hatte VW-Vertriebschef Martin Sander dann gegenüber der österreichischen Zeitschrift Auto und Wirtschaft gesagt, das Modell ID. Every1 werde in der Serie nicht so heißen: "Die Autos bekommen wieder richtige Namen. Die Frage stellt sich konkret mit der Markteinführung neuer Modelle – weder der ID. 2all noch der ID. Every1 werden in der Serie so heißen. Wir verkünden das, wenn es so weit ist."
Die Studie VW Every1 könnte als Serienmodell vielleicht ID Up oder wieder e-Up heißen
Auto-Fachleute zeigen offenbar Sympathie für den Schritt von VW. Die Kundschaft wäre mit den ID-Bezeichnungen nie so recht warm geworden, sagte Helena Wisbert, Professorin für Automobilwirtschaft an der Ostfalia-Hochschule gegenüber der WAZ. Deshalb sei der Schritt richtig; VW solle auf "die Namen zu setzen, die mit VW-Versprechen wie Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und zeitloses Design verbunden sind". VW brauche keine "fancy Namen".
Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft pflichtete ihr bei: Die ID-Kürzel würden eher wie interne Entwicklungsbezeichnungen wahrgenommen. "Ein Polo mit Elektroantrieb ist für die Kunden klarer, emotionaler und markentreuer als ein ID.2", so der Experte.
Unter dem Strich
Strebt nun alles zurück zur Tradition? Renault bringt ein Retro-Modell nach dem anderen, Mercedes führt einen Grill im Stil des Mercedes W109 aus den 60er-Jahren ein, und VW will offenbar seine kommenden Elektroautos wieder Polo und Golf nennen. Woher kommt das? Glauben die Marken-Strategen, dass die Leute lieber alles so hätten, wie es früher mal war? Nun ja, Namen sind Schall und Rauch, wie schon unser (traditioneller) Nationaldichter Goethe schrieb. Wichtiger ist, was hinten rauskommt. Und das ist hoffentlich weder CO₂ noch Feinstaub. Dann lassen wir uns auch die neuen alten Namen gefallen.
Auch interessant
Cupra Raval und VW ID. Polo: Produktionsstart in Spanien
Volvo EX30 Cross Country (2026) im Dauertest: Mehr als nur Optik?
VW ID. Polo GTI (2026): Alle Infos zum ersten Elektro-GTI
BMW X5 M Electric (2028) zeigt deutliche Unterschiede zum neuen iX5
VW zeigt den ersten elektrischen ID. Polo GTI am Nürburgring
Neuzulassungen Mai 2026: Elektroautos legen um fast 40 Prozent zu
Wiener Motorensymposium 2026: 45 % globaler BEV-Anteil bis 2035