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Renault Scenic E-Tech Electric: Übersicht mit Daten und Preisen

Der Kompaktvan tritt gegen Mini Countryman Electric, VW ID.4 und den Nissan Ariya an

Renault Scenic E-Tech Electric (2024) im Test

Der Renault Scenic mit Verbrenner wurde von 1996 bis 2023 angeboten. Dann trat ein Elektroauto das Erbe des Kompakt-Vans an, das man als SUV bezeichnen kann. Vorgestellt wurde der Renault Scenic E-Tech Electric im September 2023 auf der IAA in München. Gebaut wird er im nordfranzösischen Werk Douai, das zur ElectriCity gehört. Bestellstart war im März 2024, beim Händler stand das Auto ab dem 8. Juni 2024.

Das 4,47 Meter lange Modell basiert auf der Konzernplattform Plattform AmpR Medium, die früher CMF-EV genannt wurde. Damit teilt er sich die technische Basis mit dem elektrischen Megane, dem Nissan Ariya, dem neuen Nissan Leaf sowie dem neuen Mitsubishi Eclipse Cross


ExterieurInterieurAntriebe/Akkus | Aufladen | Preise | Konkurrenten


Bildergalerie: Renault Scenic E-Tech Electric (2025)

Exterieur

Der Elektro-Scenic ist rund 13 Zentimeter kürzer als der Ariya, aber 27 Zentimeter länger als der Elektro-Megane. Auch die Höhe liegt zwischen den Schwestermodellen: Die stattlichen 1,57 Meter des Scenic echtfertigen die Einstufung als SUV, denn damit ist der Scenic immerhin sieben Zentimeter höher als die Schrägheck-Limousine Megane. Der Radstand deckt sich fast genau mit dem des Ariya, während der Achsabstand beim Megane und Leaf rund zehn Zentimeter kürzer ist. Am nächsten mit dem Scenic verwandt ist aber der Mitsubishi:

  Länge Breite Höhe Radstand Kofferraum
Renault Scenic 4.470 mm 1.864 mm 1.571 mm 2.785 mm 545-1.670 L
Mitsubishi Eclipse Cross 4.489 mm 1.908 mm 1.571 mm 2.784 mm 545-1.670 L
Nissan Ariya 4.595 mm 1.850 mm 1.650 mm 2.775 mm 468-1.350 L
Nissan Leaf 4.350 mm 1.810 mm 1.550 mm 2.690 mm 437 L
Renault Megane 4.200 mm 1.783 mm 1.505 mm 2.685 mm 440-1.332 L

Interieur

Das Cockpit erinnert mit dem senkrecht eingebauten Touchscreen und dem Instrumentendisplay im Querformat stark an den Elektro-Megane. Unter dem Touchscreen gibt es physische Tasten für die wichtigsten Einstellungen. Der Getriebemodus (P, N, R oder D) wird mit einem Hebel rechts oben am Lenkrad gewählt. Außerdem gibt es die üblichen Hebel für Licht und Blinker links sowie Scheibenwischer rechts und zudem noch einen Hebel für Audioeinstellungen rechts unten.

Renault Scenic E-Tech electric Iconic: Das Cockpit

Zu den technischen Schmankerln gehört das "Solarbay"-Glasschiebedach. Es bietet vier Einstellungen, die per Sprachbefehl oder Knopfdruck gewählt werden: vollständig transparent, komplett opak, vorne transparent und hinten abgedunkelt und umgekehrt. Der Kofferraum bietet 545 bis 1.670 Liter Volumen. Damit ist er sogar etwas größer als beim längeren VW ID.4 (543-1.575 Liter).

Renault Scenic E-Tech Electric: Der Kofferraum

Der Kofferraum hat eine 25 cm hohe Schwelle am Eingang, doch es gibt einen Einlegeboden als Zubehör

Antriebe und Batterien

Zwei Versionen werden angeboten, und die fielen überraschenderweise anders aus als beim Megane. Die Basisversion hat zwar den 60-kWh-Akku aus dem Megane, dazu kommt aber ein neuer 125-kW-Antrieb, während die gehobene Version bekommt zwar den Frontantrieb mit 160 kW aus dem Megane, doch damit wird ein neuer 87-kWh-Akku kombiniert. Der sollte nach der ursprünglichen Ankündigung für eine Reichweite von 625 km sorgen; inzwischen sind es laut Datenblatt nur noch 598 km:

  Scenic Electric 170 Comfort Range Scenic Electric 220 Long Range
Antrieb FWD 125 kW, 280 Nm FWD 160 kW, 300 Nm
0-100 km/h / Vmax 8,6 Sek. / 150 km/h 7,9 Sek. / 170 km/h
WLTP-Verbrauch 16,6 kWh 17,5 kWh
Autobahnverbrauch 22,1 kWh 23,2 kWh
Akku netto 60 kWh 87 kWh
WLTP-Reichweite 420 km 598 km

Anders als der Nissan Ariya, den es auch mit Allradantrieb gibt, hat der Scenic stets Frontantrieb. Wie bei den anderen AmpR-Medium-Fahrzeugen wird ein elektrisch erregter Synchronmotor (EESM) eingesetzt. BMW nutzt eine ähnliche Technik und bezeichnet sie als Synchron-Elektromotor mit Fremderregung (FSM). Das Magnetfeld wird dabei nicht von Permanentmagneten, sondern von einer Spule erzeugt. So braucht man keine Seltene Erden.

Der Motor wurde von der Renault-Nissan-Allianz selbst entwickelt und wird im französischen Cléon gebaut. Der Scenic E-Tech Electric verfügt über vier Rekuperationsstufen, die über Wippen hinter dem Lenkrad gewählt werden. Seit dem Modelljahr 2025 ist dabei auch One-Pedal-Driving möglich.

Der 87-kWh-Akku besteht aus 12 Modulen mit je 16 Zellen, das 60-kWh-Paket aus 12 Modulen à 24 Zellen. Die Zellen kommen von LG und haben eine NMC-Chemie. Bei der Fahrveranstaltung im März 2024 erfuhren wir von einem Ingenieur, dass es sich nicht um NCM811 (mit 80% Nickel) handelt, sondern um NMC622 (mit 60% Nickel). Das ist ein wenig seltsam, da die Speicherkapazität hoch ist, aber weniger Nickel meist weniger Leistungsdichte bedeutet.

Aufladen

Aufgeladen wird serienmäßig mit dreiphasigem Wechselstrom und zwar sogar mit 22 kW. Alternativ kann man mit bis zu 130 bzw. 150 kW Gleichstrom laden. Die Batterie wird automatisch vortemperiert, wenn man einen Schnellader als Navi-Ziel anwählt. Ein Ladehub von 15 auf 80 % dauert 32 Minuten bei der kleinen und 37 Minuten bei der großen Batterie.

  Scenic Electric 170 Comfort Range Scenic Electric 220 Long Range
Max. Ladeleistung AC/DC 22 / 130 kW 22 / 150 kW
DC-Ladedauer (15-80%) 32 min 37 min
DC-Ladegeschwindigkeit 1,2 kWh/min 1,5 kWh/min
Reichweite-Nachladen 8,5 km/min 10,5 km/min

Wie immer haben wir aus den offiziellen Angaben die Ladegeschwindigkeit in kWh/min errechnet. Für die Long-Range-Variante ergeben sich 87 kWh x 0,65 / 37 min = 1,5 kWh/min – auch für ein 400-Volt-Auto kein besonders guter Wert. Beim Reichweite-Nachladen ergeben sich 598 km x 0,65 / 37 min = 10,5 km/min. Das bedeutet, man kann pro Minute Wartezeit an der Säule Strom für knapp 11 km nachladen. Auch das ist kein guter Wert. Zum Vergleich: Beim VW ID.4 Pro mit 77-kWh-Batterie ergeben sich 1,9 kWh/min bzw. 14,3 km/min.

Preise und Ausstattung

Die Ausstattungen heißen EvolutionTechno, Esprit Alpine und Iconic. Die Basismotorisierung gibt es nur als Evolution und Techno, die Long-Range-Variante in allen Ausstattungen außer Evolution:

  Scenic Electric 170 Comfort Range Scenic Electric 220 Long Range
Evolution 40.500 Euro
Techno 43.000 Euro 48.000 Euro
Esprit Alpine 50.200 Euro
Iconic 51.400 Euro

Die Basisausstattung Evolution umfasst LED-Licht, 19-Zoll-Aluräder, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, eine im Verhältnis 40/20/40 teilbare Rücksitzbank, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein 12-Zoll-Instrumentendisplay, einen 9-Zoll-Touchscreen, Parkpiepser hinten, Licht- und Regensensor, Verkehrszeichenerkennung, Abstandstempomat, Spurhalteassistent und eine Wärmepumpe. Die fehlende Sitzheizung inklusive einer Lenkradheizung kann man für 500 Euro ordern.

Techno bietet statt des 9-Zoll-Touchscreens einen 12-Zoll-Motitor mit Navi. Außerdem setzt diese Version eine Google-Sprachsteuerung, Parkpiepser vorne, eine elektrisch bediente Heckklappe, Fernlichtassistent und eine Kurvenlichtfunktion drauf. Sitz- und Lenkradheizung kosten auch hier Aufpreis, und zwar 550 Euro.

Erst ab Esprit Alpine sind Sitz- und Lenkradheizung serienmäßig. Außerdem setzt die Ausstattung noch 20-Zöller, eine Memoryfunktion für die Außenspiegel-Einstellung sowie diverse blaue Akzente drauf.

Iconic schließlich bringt den größeren Touchscreen mit einer Diagonale von 12 Zoll samt Google-Maps-Navi und der Sprachsteuerung Google Assistant, kabelloses Android Auto und Apple Carplay, ein Premium-Soundsystem, einen Totwinkelwarner drauf. Ebenfalls serienmäßig ist hier ein Intelligenter adaptiver Tempopilot, wobei es sich um einen Abstandstempomat (ACC) mit automatischer Übernahme des Tempolimits handeln dürfte.

Konkurrenten und Test

Mit 4,47 Meter Länge tritt der Elektro-Scenic gegen den neuen Mini Countryman Electric sowie den VW ID.4 und den Nissan Ariya an. Wie unser Konkurrenzvergleich von 2024 zeigte, kann die 125-kW-Basisversion eigentlich nur beim Verbrauch mithalten. Besser sieht die gehobene Variante mit ihren rund 600 km Reichweite aus. Hier kann der VW ID.4 nicht mithalten. Der Opel Grandland Electric mit der 97-kWh-Batterie bietet jedoch bis zu 700 km. Auch das etwas größere Tesla Model Y kann wegen der günstigen Preise als Konkurrenten betrachten. 

Wir haben den Elektro-Scenic mit der großen Batterie im März 2024 getestet. Gefallen haben uns die hohe Reichweite, das 22-kW-Laden, die Ladeplanung durch das Google-System und die Reichweitenanzeige. Negativ fiel das eher langsame Gleichstrom-Laden auf.

Technische Daten des Renault Scenic Electric

  • Frontantrieb mit elektrisch erregtem Synchronmotor (EESM)
  • Systemleistung / Drehmoment: 125 oder 160 kW / 280 bzw. 300 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 8,6 bzw. 7,9 Sek. / 150 bzw. 170 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 16,3-16,8 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 60 oder 87 kWh / 430 bzw. 625 km
  • Max. Ladeleistung: 22 kW mit AC / 130 bzw. 150 kW mit DC
  • Ladedauer mit DC: 32 bzw. 37 min (15-80%) 
  • Maße: 4.470 mm Länge / 1.864 mm Breite / 1.571 mm Höhe / 2.785 mm Radstand
  • Kofferraum: 545-1.670 Liter
  • Basispreis: 41.500 Euro
  • Bestellstart / Marktstart: März 2024 / Juni 2024

Letzte Änderung am 20. Januar 2025: Umfassend aktualisiert und erweitert, unter anderem Sprungmarken, Tabellen zu Maßen und Preisen sowie Angaben zu den beiden höchsten Ausstattungen.