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Für eine persönlichere Erfahrung

Neuer Jeep Compass 4xe (2026): Elektrisch ins Gelände

Geht diese ungewohnte Rechnung auf oder verrät dieser Jeep die Tugenden der Offroad-Marke?

Jeep Compass 4xe (2026) im Test
Bild von: Jeep

Allrad respektive 4x4 gehört bei der Marke Jeep einfach dazu. Indes hat sich seit dem Willys MB von 1941 einiges getan. Das Thema Elektro steht inzwischen auch bei Jeep weit vorne auf der Agenda. Sichtbar wird das beim neuen Compass. 

Jeep baut die Produktpalette des neuen, 4,55 Meter langen Compass aus und setzt dabei auf eine Plattformstrategie mit verschiedenen Antriebsoptionen, die intern unter dem Begriff "Multi-Energy" geführt wird. Der in Turin entwickelte und im italienischen Melfi produzierte Compass basiert in der neuen Generation auf der STLA-Medium-Architektur von Stellantis, die primär für batterieelektrische Antriebe ausgelegt ist.

Bildergalerie: Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Inklusive einer Option mit Allrad namens 4xe, offiziell "Four by E" ausgesprochen. Das technische Spitzenmodell der Baureihe ist nämlich der allradgetriebene Jeep Compass 4xe Elektro, der ab 54.900 Euro in der Preisliste steht. Die Antriebsarchitektur besteht aus zwei permanentmagnetischen Elektromotoren: An der Vorderachse kommt eine Einheit mit 157 kW Leistung zum Einsatz, während die Hinterachse von einer spezifisch abgestimmten 132-kW-Maschine angetrieben wird.

Die kombinierte Systemleistung beziffert der Hersteller mit 276 kW (375 PS). Das maximale Drehmoment der Elektromotoren liegt bei 345 Nm vorne und 232 Nm hinten. Damit beschleunigt das mit einem Leergewicht von 2.347 kg angegebene SUV in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h elektronisch abgeregelt.

Großer Akku, viel Reichweite

Als Energiespeicher dient im 4xe eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Bruttokapazität von 103 kWh (96,1 kWh netto). Der kombinierte Stromverbrauch nach WLTP liegt je nach Ausstattung zwischen 19,5 und 20,7 kWh/100 km, was rechnerisch zu einer kombinierten WLTP-Reichweite von 571 bis 606 Kilometern führt. Geladen wird die Batterie über ein serienmäßiges Mode-3-Ladekabel; an einer DC-Schnellladestation mit einer maximalen Ladeleistung von 160 kW dauert der Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent 27 Minuten.

Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Bild von: Jeep

Für den Offroad-Einsatz weist das 4xe-Modell modifizierte Karosserieabmessungen auf: Die Gesamtlänge steigt auf 4.587 mm und das Fahrwerk wurde angehoben, sodass die Bodenfreiheit mit 210 mm exakt 10 mm höher ausfällt als bei den Modellen mit Vorderradantrieb. Optisch ist der 4xe an der dunklen Schnauze erkennbar.

Die Geländekompetenz wird durch einen vorderen Böschungswinkel von 28 Grad, einen Rampenwinkel von 17 Grad und einen hinteren Böschungswinkel von 31 Grad untermauert, während die maximale Wattiefe 480 mm beträgt.

Wenig Anhängelast, aber Untersetzung

Die Anhängelast ist für gebremste Lasten auf 1.300 kg (80 kg Stützlast) ausgelegt. An der Hinterachse nutzt das System ein Reduktionsgetriebe mit einer Übersetzung von 14:1, wodurch radseitig ein Drehmoment von bis zu 3.100 Nm bereitgestellt werden kann. Dies ermöglicht das Anfahren an Steigungen von bis zu 20 Prozent selbst dann, wenn an der Vorderachse keinerlei Traktion vorhanden ist.

Wir konnten den neuen Compass 4xe im Gelände kurz testen. Ähnlich wie beim elektrischen Mercedes G lässt sich auch der Jeep bei Bedarf auf der Stelle wenden. Doch das ist mehr eine Spielerei. Unabhängig davon kommt einem tatsächlich das Schlagwort des "Elektro-'G für Arme" in den Sinn. Denn der 4xe kraxelt erstaunlich talentiert über Stock und Stein.

Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Bild von: Jeep

Als sehr hilfreich erweisen sich dabei zwei Dinge: Zum einen der unten speziell abgeschrägte Stoßfänger vorne, zum anderen das Selec-Terrain-System mit den Modi Auto, Sport, Snow, Sand/Mud und einer 4WD-Lock-Funktion zur starren Kraftverteilung. Gut auch: Ein horizontaler Touchscreen (dort werden auch Winkel und Wattiefe angezeigt) ermöglicht einen unverstellten Blick über die Motorhaube.

Ob sich allerdings genug Kundschaft in der traditionell geprägten Offroad-Kundschaft finden wird, muss die Zeit zeigen. Lautlos durch den Wald zu fahren hat seinen Reiz und könnte für Jäger attraktiv sein. Ein Pferdefuß ist hingegen die recht niedrige Anhängelast.  

Der Compass 4xe Elektro wird ausschließlich in den zwei höheren Ausstattungslinien Upland und Overland angeboten. Zur Serienausstattung gehören grundsätzlich ein Level-2-System für teilautonomes Fahren, ein 16-Zoll-Infotainment-Touchscreen, ein digitales 10,25-Zoll-Kombiinstrument sowie das Selec-Terrain-System.

Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Jeep Compass 4xe (2026) im Test

Bild von: Jeep

Die Version Upland (ab 54.900 Euro) verfügt ab Werk über spezifische Offroad-Stoßfänger, einen hinteren Abschlepphaken, eine Bergabfahrhilfe, eine Dachreling sowie 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Allwetterbereifung. Innen zeichnet sich diese Variante durch ein braunes Interieur aus, bei dem die Sitzrückenlehnen mit einem MOLLE-Befestigungssystem ausgestattet sind.

Die Top-Ausstattung Overland (ab 58.400 Euro) bietet zusätzlich einen spezifischen Fronthaubenaufkleber, Matrix-LED-Scheinwerfer, einen beleuchteten 7-Slot-Kühlergrill sowie eine geänderte Lichtsignatur am Heck. Die Sitze sind hier mit einem widerstandsfähigeren Polyurethan-Bezug ausgeführt und der Fahrersitz ist 8-fach elektrisch einstellbar.