Elektrische Mercedes G-Klasse nun mit verdoppeltem Rabatt
Der G 580 EQ ist nun "schon" ab 128.359 Euro erhältlich – ein schwacher Trost, denn das Modell hat wenig Reichweite.
Die elektrische G-Klasse, offiziell Mercedes G 580 mit EQ-Technologie genannt, wird nun mit mehr Rabatt angeboten. Statt fünf Prozent werden nun zehn Prozent Nachlass gegeben. Nach Liste kostet der Elektro-Offroader unverändert 142.622 Euro, doch mit Herstellerrabatt werden daraus nun 128.359 Euro. Das geht aus dem offiziellen Konfigurator hervor.
Das inoffizielle Mercedes-Portal MBPassion hatte den verdoppelten Rabatt bereits am 8. November vermeldet, doch bis gestern stand noch der alte rabattierte Preis im Konfigurator. Doch am heutigen Donnerstag wurde die Prophezeiung Wirklichkeit, wie der folgende Screenshot beweist:
Screenshot aus dem Konfigurator mit dem neuen rabattierten Preis für den G 580 EQ
Auch die Leasingkonditionen haben sich verbessert, allerdings nur geringfügig: Die monatliche Rate sank von 1.559 auf 1.524 Euro. Dieser Betrag gilt für das Leasing ohne Anzahlung, mit 48 Monaten Laufzeit und 10.000 km jährlich. Der Leasingfaktor - also 100 mal die Monatsrate geteilt durch den Bruttolistenpreis - reduziert sich damit von 1,093 auf 1,069. Als gute Leasing-Angebote gelten solche unter einem Faktor von 1, Top-Angebote weisen Faktoren von unter 0,5 auf.
Zum Modellstart im Frühjahr 2024 kam der G 580 EQ in der gut ausgestatteten Edition One für 192.524 Euro auf den Markt, die Serienversion für 142.622 Euro war rund 50.000 Euro günstiger. Der 432 kW starke Offroader mit vier Elektromotoren gilt als schwer verkäuflich. Bemängelt werden vor allem, dass man keine Anhänger ziehen kann und dass die Reichweite von 468 km recht gering ist. Der Dreitonner verbrauch auch 28 kWh/100 km – im kombinierten WLTP-Zyklus, für die Autobahn gibt Mercedes 38,4 kWh an. Außerdem fehlt vielen wohl auch der bullige Achtzylinder-Klang der AMG-Version.
Bildergalerie: Mercedes G 580 EQ (InsideEVs-Test)
Nach den Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamts wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres knapp 5.400 fossil angetriebene G-Klassen verkauft, aber weniger als 800 elektrische. Das entspricht einer BEV-Quote von 14 Prozent. Selbst wenn man den ebenfalls unbeliebten Mercedes EQS mit der S-Klasse vergleicht, liegt dieser Wert bei 34 Prozent.
Der gesenkte Rabatt soll wohl gegensteuern. MBPassion schreibt, Mercedes wolle vielleicht seine Elektroautos attraktiver machen, um seine CO₂-Bilanz zu verbessern.
Unter dem Strich
Nachdem wir einmal das AMG-Modell getestet haben und beim Anlassen über den bollernden V8-Sound gestaunt haben, können wir die Vorliebe der Kundschaft für den Verbrenner irgendwie verstehen. Elektroautos haben nun mal keinen so markanten Sound wie manche Benziner, da beißt die Maus keinen Faden ab. Der Sound zusammen mit dem bulligen Erscheinungsbild mag auch dafür sorgen, dass der Wagen oft auf Renommier-Meilen gesehen wird. Böse Zungen behaupten, die G-Klasse sehe man öfter vor Diskotheken und Clubs als im Gelände.
Jedenfalls senkt Mercedes nun den Preise. Ob das helfen wird, ist zweifelhaft. Denn die meistverkaufte Motorisierung der G-Klasse ist unseres Wissens das AMG-Modell für rund 191.000 Euro. Die verhaltene Nachfrage beim Stromer kommt eher daher, dass das AMG-Modell emotional überlegen ist. Und dass die Vernunft ebenfalls dagegenspricht – siehe Anhängelast, Reichweite und Verbrauch.
Quelle: Mercedes-Konfigurator via MBPassion
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