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Mercedes GLC EQ und EQE SUV im Vergleich

Der GLC ist praktisch gleich groß wie der über 20.000 Euro teurere EQE SUV. Ist das 400-Volt-Modell überhaupt noch interessant?

Collage: Mercedes GLC EQ und EQE SUV
Bild von: InsideEVs

Mit dem GLC EQ hat Mercedes sein erstes 800-Volt-SUV vorgestellt. Obwohl der Neuling als C-Klasse-Derivat in die Mittelklasse gehört und der EQE in die obere Mittelklasse: Die Länge ist fast gleich. Ist der EQE SUV nun überholt? Warum hat Mercedes das deutlich ältere 400-Volt-Modell nicht gleich eingestellt? Wir vergleichen die beiden Modelle.

Der EQE SUV basiert auf der reinen Elektroauto-Plattform EVA2, die bisher nur 400 Volt unterstützt – auch wenn angeblich eine Umstellung auf 800 Volt in der Mache ist. Der GLC EQ dagegen basiert auf der brandneuen Plattform MB.EA in der mittelgroßen Version MB.EA-M. Soweit bekannt, ist auch dies eine reine Elektroplattform, die aber von vornherein 800 Volt bietet.


ExterieurCockpitAntrieb und Batterie  | Aufladen | Preise und Ausstattung


Exterieur und Kofferraum

Der neue GLC EQ ist kleiner als der EQE SUV, aber der Unterschied beträgt nur wenige Zentimeter. Beim GLC ist auch der Radstand kürzer.

  Länge Breite Höhe Radstand Kofferraum
Mercedes GLC EQ 4.845 mm 1.913 mm 1.644 mm 2.972 mm 570-1.740 Liter
+128 Liter Frunk
Mercedes EQE SUV 4.863 mm 1.940 mm 1.707 mm 3.030 mm 520-1.675 Liter
kein Frunk
Differenz (gerundet) - 2 cm - 3 cm - 6 cm - 6 cm  

Deutlich ist der Unterschied bei der Höhe: Der GLC ist sechs Zentimeter niedriger, was ihm beim Windwiderstand helfen dürfte, aber möglicherweise die Kopffreiheit verringert. Trotz der geringeren Höhe und der minimal kleineren Länge hat der GLC EQ mehr Kofferraum. Zudem bietet er einen Frunk, der dem EQE SUV fehlt.

Cockpit

Das Cockpit sieht bei den beiden Fahrzeugen unterschiedlich aus. Der GLC EQ hat serienmäßig zwei Bildschirme unter einem gemeinsamen Deckglas. Wer den dritten Bildschirm vor dem Beifahrersitz haben möchte, muss das Advanced-Plus-Paket mit Digitalen Extras für 3.570 Euro dazubestellen. Die Wahl hat man zwischen dem Superscreen, bei dem die einzelnen Monitore getrennt erscheinen, und dem Hyperscreen für 1.488 Euro, bei dem sie nahtlos ineinander übergehen.

Mercedes GLC EQ (2025)

Das Cockpit des GLC EQ mit optionalem 3. Bildschirm

Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes EQE SUV: Das Interieur

Das Cockpit des EQE SUV mit dem optionalen Hyperscreen

Der EQE SUV besitzt serienmäßig ebenfalls zwei Displays, wobei das Instrumentendisplay aufrecht auf dem Armaturenbrett steht, während der Touchscreen senkrecht in die Mittelkonsole eingebaut ist. Optional gibt es den Hyperscreen für 5.831 Euro, bei dem der Beifahrermonitor hinzukommt und alle drei Displays unter einem gemeinsamen Deckglas verbaut werden. 

Antrieb und Batterie

  Mercedes GLC 400 4Matic EQ Mercedes EQE 500 4Matic SUV
Antrieb AWD 360 kW, 800 Nm AWD 330 kW, 858 Nm
0-100 km/h / Vmax 4,3 Sek. / 210 km/h 4,7 Sek. / 210 km/h
WLTP-Verbrauch 15,8 kWh 19,2 kWh
Akku netto 94 kWh 96 kWh
WLTP-Reichweite 673 km 589 km
Leergewicht 2.535 kg 2.615 kg

Der Antrieb des GLC 400 4Matic bietet 360 kW. Damit ist er stärker als der EQE 500 4Matic, aber dies ist die am besten vergleichbare Version – die AMG-Variante liegt schon bei 460 kW. Da der GLC etwa 100 Kilo leichter ist und er wohl die kleinere Stirnfläche hat, wundert es nicht, dass er sparsamer ist: Über drei Kilowattstunden Unterschied sind allerdings mehr, als wir gedacht hätten. Wegen der höheren Leistung und dem geringeren Gewicht ist der GLC auch beim Sprint etwas besser.

Die WLTP-Reichweite des GLC ist trotz der etwas kleineren Batterie ebenfalls größer: 673 km sind möglich. Das sind rund 80 km mehr als der EQE 500 4Matic SUV mit einer Ladung schafft. Wir ziehen hier die Normalversion heran; die Long Range Edition für 2.844 Euro Aufpreis soll über 700 km schaffen.

Aufladen

Beim Aufladen spielt das 800-Volt-System seine Stärken aus: Der Standard-Ladevorgang von 10 bis 80 Prozent dauert beim GLC EQ 22 Minuten, beim EQE SUV aber 10 min länger. Das resultiert in einer deutlich höheren Ladegeschwindigkeit von 96 kWh x 0,7 / 22 min = 3,0 kWh/min, obwohl das Modell damit noch nicht zu den besten 800-Volt-Autos gehört. Aber der GLC ist um Welten schneller als der EQE, der nur auf 2,1 kWh/min kommt. Auch beim Reichweite-Nachladen ist der GLC überlegen. Hier wird pro Minute Strom für über 20 km nachgeladen, beim EQE sind es nur etwa 13 km.

  Mercedes GLC 400 4Matic EQ Mercedes EQE 500 4Matic SUV
Akku netto 94 kWh 96 kWh
WLTP-Reichweite 673 km 589 km
DC-Ladeleistung bis 330 kW bis 170 kW
DC-Ladedauer 10-80 % 22 min 32 min
DC-Ladegeschwindigkeit 3,0 kWh/min 2,1 kWh/min
Reichweite-Nachladen 21,4 km/min 12,9 km/min

Preise und Ausstattung

Kommen wir am Schluss noch zu den Preisen. Der Mercedes GLC 400 4Matic EQ ist mit Herstellerrabatt für 67.717 Euro zu haben, der EQE 500 4 Matic SUV kostet 90.855 Euro. Also rund 23.000 Euro mehr. Ein üppiger Aufpreis, vor allem, wenn man die schlechteren Fahrleistungen, die geringere Reichweite, den höheren Verbrauch und das viel, viel langsamere Laden bedenkt.

  Mercedes GLC 400 4Matic EQ Mercedes EQE 500 4Matic SUV
Listenpreis 71.281 Euro 99.841 Euro
Rabattiert 67.717 Euro 90.855 Euro

Aber wir wollen nicht ungerecht sein; werfen wir noch einen Blick auf die Ausstattung. Der EQE 400 4Matic SUV bietet wie der GLC EQ serienmäßig das Komfortfahrwerk mit adaptiven Dämpfern, 19-Zoll-Aluräder, das Spiegel-Paket mit elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, eine elektrisch bediente Heckklappe, eine Rückfahrkamera, einen Einparkassistenten und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik.

Das Glasdach lässt sich beim EQE SUV allerdings öffnen, beim GLC nicht. Beide Autos haben elektrisch einstellbare Vordersitze mit Sitzheizung, aber nur der EQE SUV bietet auch eine Memory-Funktion. Und während Keyless-Go beim EQE SUV serienmäßig ist, muss man beim GLC das Premium-Paket mit digitalen Extras für 7.497 Euro dazubestellen, wenn man es haben will. Ein deutlicher Unterschied ist noch, dass man beim EQE SUV für rund 2.000 Euro eine Luftfederung bestellen kann, beim GLC nicht. Es gibt sicher auch sonst noch einige Unterschiede, aber für uns wäre all das kaum kaufentscheidend.

Unter dem Strich

23.000 Euro mehr als für den GLC EQ soll man für einen entsprechenden Mercedes EQE SUV bezahlen. Das ist kaum gerechtfertigt. Ohne saftigen Rabatt würden wir das alte Modell nicht kaufen. Selbst wenn die Serienausstattung des EQE SUV umfangreicher ist. So ist die Situation hier ähnlich wie beim BMW iX3 und dem iX: Das neue 800-Volt-Modell ist dem alten 400-Volt-Fahrzeug deutlich überlegen.