Norwegen: 96 Prozent der Neuzulassungen sind reine Elektroautos
Mit Zuckerbrot und Peitsche hat das skandinavische Land die Umstellung auf Elektromobilität fast schon geschafft.
Norwegen hat die Umstellung auf die Elektromobilität fast schon hinter sich, zumindest wenn man sich den Neuwagenmarkt ansieht: Im Jahr 2025 entfielen 95,9 Prozent davon auf batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs).
Die offiziellen Daten des norwegischen Straßenverbands Opplysningsrådet for veitrafikken (OFV) wurden von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht. Laut OFV wurden im Laufe des Jahres in Norwegen 179.549 Neuwagen zugelassen, so viel wie nie zuvor. Das bedeutete einen Anstieg von 40 Prozent gegenüber 2024. Der BEV-Anteil legte von 88,9 auf 95,9 Prozent zu.
Während Tesla weltweit schwächelt, ist der US-Autobauer in Norwegen die Nummer eins bei den Verkäufen. Diesen Titel führt die Marke bereits zum fünften Mal in Folge. Der Marktanteil von Tesla lag bei 19,1 Prozent, gefolgt von Volkswagen mit 13,3 % und Volvo mit 7,8 %. 27.621 Teslas wurden letztes Jahr verkauft; am beliebtesten war wie bei uns das Model Y.
Chinesische Autohersteller haben in Norwegen eine deutlich stärkere Position als hierzulande. Im Jahr 2025 kamen sie zusammen auf einen Marktanteil von 13,7 %, gegenüber 10,4 % im Jahr 2024. Marktführer ist BYD.
Während in Deutschland die Steuerbefreiung für Elektroautos gerade nochmal erneuert wurde, werden BEVs in Norwegen schon seit 2023 besteuert. Seit dem 1. Januar 2026 gilt zudem eine Mehrwertsteuer von bis zu 5.000 US-Dollar pro Fahrzeug. Das dürfte dazu geführt haben, dass im Dezember der BEV-Anteil an den Verkäufen sogar 97,6 % betrug.
Einige Anreize für Elektroautos sind in Norwegen inzwischen entfallen, aber die norwegische Regierung erhöht auch kontinuierlich die Gebühren für Benziner und Diesel, um diese teurer zu machen. Auf diesem Wege werden Verbrenner langsam vom Markt verdrängt. Bei den wenigen fossil angetriebenen Autos handelt es sich meist um Spezialfahrzeuge für Polizei, Rettungskräfte oder für Leute, die einen Rollstuhl benötigen. Aber auch einige Hybridmodelle und Sportwagen wurden noch verkauft.
Elektroautos unter 300.000 norwegischen Kronen (rund 25.500 Euro) bleiben auch 2026 von der Mehrwertsteuer befreit. Das könnte zu einem Boom bei günstigen Elektromodellen führen, glauben Fachleute. Das passt zu den zahlreicher werdenden günstigen Elektroautos wie der Smart Car Family von Stellantis mit Modellen wie dem Citroen e-C3 und dem bald startenden VW ID. Polo.
Unter dem Strich
Wo ein Wille ist, da ist ein Weg: Norwegen zeigt, wie man der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen kann, wenn man das möchte. Ist das nun staatlicher Dirigismus? Nun ja, der Staat schafft Rahmenbedingungen, das tut die Politik ja ständig. Dazu sind Steuern ja da, deswegen die Ähnlichkeit zum Verb steuern.
Dass die deutsche Regierung nicht so konsequent vorgeht wie die norwegische, liegt wohl weniger an strikten marktwirtschaftlichen Grundsätzen, sondern eher daran, dass man glaubt, der heimischen Industrie einen Gefallen zu tun. Was gar nicht unbedingt der Fall ist. Denn die Wirtschaft braucht vor allem Verlässlichkeit und kein ständiges Hin und Her wie bei der deutschen Elektroauto-Förderung.
Quelle: Reuters
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