Elektroautos sind teurer als Verbrenner, das dürfte klar sein. Dazu kommt noch, dass die meisten Elektroautos große, teure SUVs sind – besonders neuere Modelle. Doch es gibt auch ein paar günstige Stromer. Und man kann ja noch den Umweltbonus abziehen, auch wenn man inzwischen nur noch 4.500 Euro vom Staat bekommt. 

Viele Modelle sind teurer geworden, aber es kamen auch neue hinzu. So haben wir nun unsere im Januar 2022 erstellte Liste der zehn preisgünstigsten Elektroauto-Modelle aktualisiert. Übrigens: Exoten wie den e.Go Life und Elektro-Leichtfahrzeuge wie den Opel Rocks-e oder den Microlino sowie Nutzfahrzeuge wie den Opel Combo-e Cargo haben wir außen vor gelassen.

1.) Smart EQ Fortwo: Ab 21.940 Euro

Smart EQ Fortwo (2021)

Ja, es gibt ihn noch, den Smart Fortwo mit Elektroantrieb, und er ist inzwischen das günstigste Elektroauto auf dem Markt. Das kommt auch daher, dass der Preis in den letzten 12 Monaten unverändert blieb – welche Karotte, welches Handy kann das von sich sagen? Mit nur 2,70 Meter Länge ist der Smart zudem das kleinste E-Auto und dementsprechend leicht zu parken. Die Stadt ist der natürliche Lebensraum des Elektro-Winzlings, für Überlandfahrten eignet er sich mit 125-135 km Reichweite kaum. Außerdem hat er nur zwei Sitze und 260–350 Liter Kofferraum. Allerdings ist er mit seinen 60 kW relativ flott: Er sprintet in 11,6 Sekunden auf 100. 

2.) Dacia Spring: Ab 22.550 Euro

Dacia Spring Electric (2021)

Das lange Zeit günstigste Elektroauto ist auf Platz zwei zurückgefallen: Der Dacia Spring. Denn der Grundpreis stieg in den letzten 12 Monaten von 20.490 auf 22.550 Euro. Das 3,73 Meter lange Modell hat in der Basisversion nur 33 kW Antriebsleistung, mit denen sich ein Tempo-100-Sprint (19,1 Sekunden) ziemlich in die Länge zieht. Außerdem ist die Sicherheit gering: der Spring erhielt nur einen einzigen Stern im EuroNCAP-Crashtest.

Die WLTP-Reichweite von 230 km ist nicht berauschend, aber deutlich höher als beim Smart. Und anders als mit diesem kann man mit dem Spring so einiges transportieren: Der Kofferraum fasst 290 bis 1.100 Liter. Dazu gibt es vier Sitze und fünf Türen (wir zählen die Heckklappe mit). 

3.) Renault Twingo E-Tech: Ab 28.000 Euro

Renault Twingo Electric (2021) im Test

Der Smart EQ Forfour lief 2021 aus, doch den praktisch baugleichen Renault Twingo E-Tech (früher Twingo Z.E.) kann man weiter bestellen. Allerdings ist er in den letzten 12 Monaten deutlich teurer geworden: Statt knapp 24.000 Euro zahlt man nun gleich 28.000 Euro.

Der 3,62 Meter lange Viersitzer hat wie der Smart EQ Fortwo einen 60 kW starken E-Motor an der Hinterachse. Damit sprintet der Wagen in 12,9 Sekunden auf 100 km/h – also deutlich schneller als der Dacia. Die Reichweite ist dank des etwas größeren Akkus (22 statt 18 kWh) spürbar größer als beim Smart, aber kleiner als beim Dacia: Sie beträgt 190 km. Beim Kofferraum liegt der Twingo mit 188-980 Liter zwischen den beiden.

4. VW e-Up: Ab 29.995 Euro

VW e-Up Style Plus (2022)

Ja, der VW e-Up ist wieder da. Er heißt nun VW e-Up Edition und ist – Sie ahnen es – wieder deutlich teurer geworden. Inzwischen ist der beliebte Winzling bei 29.995 Euro angekommen; damit ist er sogar teurer als ein Elektro-Corsa. Immerhin ist das Auto nun konfigurierbar, und zwar immerhin schon seit 21. Dezember 2022. Wird der Wagen auch zum neuen Preis so schnell vergriffen sein wie bei der letzten Neuauflage im Februar 2022 (zum Preis von 26.895 Euro)? Wir wissen es nicht, aber möglich ist es.

Mit 258 km ist die Reichweite eher stadttauglich als stattlich, übertrifft aber den Smart EQ Fortwo und Renault Twingo. Der Kofferraum fasst trotz der geringen Karosserielänge des e-Up (3,60 Meter) immerhin 250-943 Liter. 

5.) Fiat 500 Elektro: Ab 30.990 Euro

Fiat 500 Elektro (2021) im Praxistest

Deutlich teurer geworden ist auch der Fiat 500 mit Elektroantrieb. In der Basisversion mit 24-kWh-Batterie und 70-kW-Frontantrieb war das 3,63 Meter lange Elektromobil im Juni 2021 noch für 23.560 Euro zu haben, ab August 2021 kostete er 26.790 Euro und inzwischen stehen unfassbare 30.990 Euro in der Liste.

Die WLTP-Reichweite liegt mit 190 km genau gleichauf mit dem Renault Twingo. Das Kofferraumvolumen der Basisversion wird offiziell mit nur 185-380 Liter angegeben (bei den höheren Varianten 185-550 Liter). Doch der obere Wert dürfte das Volumen mit umgeklappten Sitzen und Beladung bis zur Fensterunterkante darstellen – wir trauen dem Fiat 500 etwa so viel Stauvolumen wie dem Twingo zu. 

6.) MG4 Electric: Ab 31.990 Euro

MG4 Electric: Das Exterieur

Der MG4 Electric gehört zu den elektrischen Newcomern aus China. Mit 4,29 Meter Länge tritt er gegen den VW ID.3 an, gehört also in die Kompaktklasse. Aber während die Preise für den VW inzwischen über 40.000 Euro beginnen, gibt es das China-Modell bereits ab rund 32.000 Euro. (Im Konfigurator stehen 29.313 Euro, doch dabei ist der Herstelleranteil am Umweltbonus in Höhe von 2.678 Euro schon abgezogen.) Das Basismodell hat einen 51-kWh-Akku für 350 km Reichweite und einen 125-kW-Heckmotor. Der Kofferraum fasst 363-1.177 Liter.

7.) Nissan Leaf: Ab 33.400 Euro

Nissan Leaf (2021)

Lädt man sich die Preisliste des Nissan Leaf von der Hersteller-Website herunter, könnte man glauben, der Preis sei konstant geblieben: Wie vor Jahresfrist beginnt die Liste bei 29.990 Euro. Aber laut Konfigurator gibt es den Wagen erst ab 33.400 Euro. Dafür bekommt man ein 4,49 Meter langes Auto – eines der größten in dieser Zusammenstellung. Das Gepäckabteil des Fünfsitzers fasst 394 Liter bis zur Kofferraumabdeckung; das Maximalvolumen bis zum Dach wird nicht angegeben.

Für den Antrieb sorgt ein 110 kW starker E-Motor, der einen Tempo-100-Sprint in 7,9 Sekunden erlaubt. Die 40-kWh-Batterie ermöglicht allerdings nur 285 Kilometer nach WLTP-Norm. Weiterer Nachteil der Basisversion: Sie kann nur mit 3,6 kW Wechselstrom oder über einen CHAdeMO-Anschluss mit 50 kW geladen werden. 

8.) Opel Corsa-e: Ab 33.895 Euro

Opel Corsa-e (2020) im Test

Den Opel-Corsa-e gab es vor 12 Monaten noch für 29.900 Euro. Inzwischen wurden daraus 33.895 Euro. Dennoch ist der Elektro-Corsa mit 4,06 Meter immer noch attraktiv. Mit 4,06 Metern ist er deutlich länger als ein Kleinstwagen à la Twingo oder Fiat 500, und er bietet deutlich mehr Innenraum und Alltagstauglichkeit. Allerdings ist der Kofferraum mit 267-1.042 Litern nicht größer als beim viel kürzeren Spring. Der 100 kW starke Frontantrieb ermöglicht einen Normsprint in 8,7 Sekunden. Die Reichweite liegt nach ein paar Detailverbesserungen nun bei bis zu 353 km.  

9.) MG ZS EV: Ab 33.990 Euro

MG ZS EV Facelift (2021)

Und noch ein Modell von MG: Der MG ZS EV ist ein 4,31 Meter langes SUV mit stattlichen 488-1.166 Liter Kofferraum. Die Preise beginnen (vor Förderung und vor Abzug des Herstelleranteils) bei knapp 34.000 Euro. Eingeführt wurde das Auto Anfang 2021. Nach einem sehr frühen Facelift mit technischen Änderungen im Oktober 2021 gibt es nun zwei Varianten. Die günstigere bietet 130 kW Antriebsleistung und 320 km Reichweite. 

10.) Peugeot e-208: Ab 35.350 Euro

Peugeot e-208 (2019)

Der Peugeot e-208 ist technisch mit dem Opel Corsa-e eng verwandt; die Optik ist für unseren Geschmack ein wenig schicker, aber dafür ist der Preis auch höher, zumal nach ein paar saftigen Preiserhöhungen. Im Januar 2021 gab es das Auto noch ab 32.450 Euro, nun werden mindestens 35.350 Euro verlangt.

Ähnlich bei Opel bekommt man dafür einen 4,06 Meter langen Kleinwagen; das Kofferraumvolumen (265-960 Liter) ist etwas geringer als beim Corsa-e. Anders als bei Opel hat man nun die Wahl zwischen dem alten Stellantis-System (mit 100-kW-Antrieb und 50-kWh-Akku) und dem neuen System mit 115 kW und einer 54-kWh-Batterie. Die alte Version schafft bis zu 362 km, die neue bis zu 398 km.

Wenn wir uns die Liste der günstigsten Elektroautos ansehen, dann graust es uns: Die meisten Modelle sind alt, die einzigen neuen Modelle kommen aus China – MG ist gleich drei Mal vertreten. Günstige Elektroautos von deutschen oder europäischen Herstellern? Fehlanzeige. Damit ist nun mal weniger Geld verdient als mit großen SUVs – sorry, aber dieser Gemeinplatz trifft zu.

Eine Anmerkung zum Schluss: Wir haben uns schon länger nicht mehr mit günstigen Elektroautos beschäftigt – weil es keine neuen Modelle gibt. Deshalb sind wir uns nicht ganz sicher, ob wir nicht ein Modell übersehen haben. Wenn Sie einen Fehler finden, bitte schreiben Sie uns doch – wir sind dankbar. (E-Mail: stefan.leichsenring@insideevs.de). 

Weitere Elektroautos unter 40.000 Euro:

  • MG5 Electric: Ab 35.490 Euro
  • Mini Cooper SE: Ab 35.700 Euro
  • Mazda MX-30: Ab 35.990 Euro
  • Hyundai Kona Elektro: Ab 36.400 Euro
  • Renault Zoe: Ab 36.840 Euro
  • Aiways U5: Ab 36.980 Euro
  • Jeep Avenger: Ab 37.000 Euro
  • Citroen e-C4 X: Ab 37.540 Euro
  • Citroen e-C4: Ab 37.540 Euro
  • Opel Mokka-e: Ab 37.650 Euro (Mokka-Electric noch nicht verfügbar)
  • Peugeot e-2008: Ab 37.900 Euro
  • Cupra Born: Ab 38.770 Euro
  • Kia e-Soul: Ab 39.454 Euro
  • DS 3 E-Tense: Über 40.000 Euro
  • Kia Niro EV: Über 40.000 Euro
  • Renault Megane Electric: Über 40.000 Euro
  • Skoda Enyaq: Über 40.000 Euro
  • SsangYong Korando e-Motion: Über 40.000 Euro
  • VW ID.3: Über 40.000 Euro
  • BMW i3: Nicht mehr konfigurierbar
  • Hyundai Ioniq Elektro: Nicht mehr konfigurierbar