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Hyundai Ioniq 3: Neuer Kompaktstromer als Erlkönig

Der etwa 4,30 m lange Wagen dürfte gegen VW ID.3, MG4 Electric & Co. antreten. Spannend bleibt die Frage nach Antrieben und Akkus.

Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig
Bild von: Automedia

Hyundai bringt dieses Jahr einen neuen Kompaktstromer auf den Markt, den Ioniq 3. Als Designstudie auf der IAA gezeigt, wird der Wagen im April als Serienauto vorgestellt. Nun gelangen unseren Erlkönig-Spezialisten gleich 26 Fotos, die den Neuling im verschneiten Schweden zeigen.

Die Grundform des Neulings kennen wir bereits von der Studie: Es handelt sich um einen Kompaktwagen, nicht um ein SUV, zumindest wenn man die Karosseriehöhe als Kriterium betrachtet.

  Länge Breite Höhe Radstand
Hyundai Concept Three  4,29 m 1,94 m 1,43 m 2,72 m
VW ID.3 4,26 m 1,81 m 1,56 m 2,77 m
Kia EV2 4,06 m 1,80 m 1,58 m 2,57 m
Kia EV3 4,30 m 1,85 m 1,56 m 2,68 m
Kia EV4 4,43 m 1,86 m 1,49 m 2,82 m

Der Ioniq 3 ist ziemlich flach: Das Concept Three war nur 1,43 m hoch; die Serienversion dürfte davon nicht wesentlich abweichen. Mit 4,29 Meter Länge ordnet sich das Auto zwischen dem Inster (3,83 m) und dem Kona Electric (4,36 m) ein, die freilich höher ausfallen.

Hyundai Concept Three

Hyundai Concept Three auf der IAA (Open Space)

Bild von: InsideEVs
Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig

Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig

Bild von: Automedia

Wenn man Studie und Erlkönig vergleicht, fällt zunächst auf, dass das Heckfenster beim Concept Three hinten spitz zuläuft. Unser Erlkönig zeigt jedoch zwei verschiedene Seiten: Auf der linken ist das hinterste Seitenfenster abgeklebt, aber die Fotos von der anderen Seite zeigen, dass es ein kleines Dreiecksfenster hinten gibt:

Hyundai Concept Three
Bild von: InsideEVs
Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig
Bild von: Automedia

Der Radstand ist lang, der Überhang hinten sehr kurz, was auf einen eher kleinen Kofferraum hindeuten könnte. Vorn hat unser Prototyp dünne strichförmige Tagfahrlichter, die Scheinwerfer befinden sich darunter – das erinnert an das Ioniq 6 Facelift. Bei der Studie verzichtete Hyundai gleich ganz auf die Scheinwerfer. Die Türen des Erlkönigs haben Muldengriffe; möglicherweise hat der Hersteller schon auf die neue China-Norm reagiert, nach der elektrisch ausfahrende Griffe wie beim Ioniq 5 und 6 künftig verboten sind.

Hyundai Concept Three
Bild von: InsideEVs
Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig
Bild von: Automedia

Die Rückleuchten nehmen die Strichform der vorderen Tagfahrleuchten auf; außerdem gibt es einen Spoiler, der natürlich nicht aus gelbgrünem Plexiglas bestehen wird wie bei der Studie. Einen Heckscheibenwischer scheint es nicht zu geben, aber eine Heckscheibenheizung. Außerdem ist eine kleine Rückfahrkamera unter dem Spoiler eingebaut:

Hyundai Concept Three
Bild von: InsideEVs
Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig
Bild von: Automedia

Technische Basis ist die Plattform E-GMP, hier in der Version mit Frontantrieb und 400 Volt. Das macht den Wagen zu einem Schwestermodell des Kia EV3, der allerdings viel höher ist. Damit läge es nahe, dass Akkus und Antrieb übernommen werden. Damit bekäme der Wagen 150 kW und wahlweise Batterien mit 58 bzw. 81 kWh brutto.

Aber würde die größere Batterie überhaupt in den Ioniq 3 passen? Der Radstand ist nicht kleiner als beim EV3, die Breite sogar deutlich größer. Aber die Höhe ist 13 cm geringer; möglicherweise ist der Akku also so hoch, dass er nicht in den flachen Ioniq 3 passt. Der große Akku dürfte dem Auto deutlich über 600 km Reichweite bescheren, es aber auch teuer machen.

Eine andere Lösung wäre die Technik aus dem Kia EV2, der angeblich 108 und 100 kW sowie Batterien mit 42 und 61 kWh bietet. Der Kia schafft mit dem größeren Akku fast 450 km, was für einen Kompaktwagen vielleicht ausreichend wäre. Andererseits: Hyundai fehlt dann ein Auto à la EV3 mit viel Reichweite. Nach einem aktuellen Artikel der britischen Zeitschrift Autocar soll der Ioniq 3 die Antriebe und Batterien des EV4 erhalten – das sind die gleichen wie beim EV3. Die Maximalreichweite soll etwa 390 Meilen betragen, also rund 630 km.

Nach dem Bericht soll der Neuling im türkischen Izmir gebaut werden; die Preise sollen bei etwa 35.000 Pfund oder umgerechnet 40.000 Euro starten. Damit läge der Ioniq 3 deutlich über dem Inster (24.400 bis 30.600 Euro) und auch über dem Basispreis des Kona Elektro (knapp 38.000 bis etwa 49.000 Euro). Mit 40.000 Euro läge der Ioniq 3 auch deutlich über den Rivalen der Schwestermarke: Den EV3 mit 150 kW und 436 km Reichweite gibt es ab 36.000 Euro, den EV4 mit ähnlichen Daten ab etwa 38.000 Euro.

Auch der 150 kW starke VW ID.3 Pro ist von Antrieb und Reichweite vergleichbar; ihn gibt es nach Liste ab 36.425 Euro, mit dem Herstellerrabatt von 4.000 Euro bleiben aber nur noch 32.425 Euro. Aber Rabatte sind wieder eine andere Sache. Wir vermuten, dass der Einstiegspreis des Ioniq 3 irgendwo zwischen 36.000 und 38.000 Euro liegen wird.

Bildergalerie: Hyundai Ioniq 3 als Erlkönig (2/2026)

Unter dem Strich

Im April wird die Serienversion des Hyundai Ioniq 3 präsentiert. Unser Erlkönig gibt einen Vorgeschmack auf den Wagen. Die Grundform der Studie, die so manchen an den Veloster erinnerte, wird offenbar übernommen, aber die Bilder zeigen vier Türen, während das Verbrennermodell links nur eine besaß.

Spannend bleibt die Frage nach den Antrieben und Akkus. Ob der große 81-kWh-Akku hineinpasst, ist eine offene technische Frage. Daneben stellt sich die Frage der Positionierung: Eine Version für rund 41.000 Euro mit über 600 km Reichweite à la EV3 Long Range könnte besser gegen Modelle wie den ID.3 Pro S (568 km, 170 kW) oder gar GTX (605 km, 210 kW) antreten. Wahrscheinlich hat sich Hyundai bei Kia nach dem Verkaufsmix erkundigt und ist insofern schlauer als wir ...