Hyundai Ioniq 3: Neuer Elektro-Kleinwagen mit 496 km Reichweite
Der neue Hyundai Ioniq 3 feiert Premiere. Alles zu Reichweite, Batterieb, Kofferraum und dem neuen Pleos-Connect-System.
Der Hyundai Ioniq 3 startet als 4,16 Meter langer Elektro-Kleinwagen. Damit ist der Neuling deutlich kürzer als das im Herbst vorgestellte Concept 3, das 4,29 Meter maß. Akkus und Antriebe scheinen aus dem Kia EV2 zu stammen. So ergeben sich hier bis zu 496 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm. Zu den wichtigsten Neuheiten zählt das "Pleos-Connect"-Bediensystem mit kleinem Instrumentendisplay.
Der "Aero-Hatch", wie Hyundai das neue Modell bezeichnet, wird auf der Mailänder Designwoche präsentiert. Die Optik fällt erwartungsgemäß ähnlich aus wie bei der Studie, die auf der IAA debütierte. Technische Basis ist die Plattform E-GMP in der Version mit Frontantrieb und 400 Volt.
Exterieur | Interieur | Antriebe/Akkus | Ausstattung
Exterieur
Mit knapp 1,51 Metern Höhe ist der Ioniq 3 noch kein SUV; man kann ihn mit Fug und Recht als Schräghecklimousine bezeichnen. Die Länge von etwas weniger als 4,16 Meter ist größer als bei den meisten Kleinwagen, aber geringer als bei Kompaktwagen.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Hyundai Ioniq 3 | 4.155 mm | 1.800 mm | 1.505 mm | 2.680 mm | 322 Liter + 119 Liter Megabox |
| VW ID.3 Neo | 4.265 mm | 1.809 mm | 1.561 mm | 2.769 mm | 383–1.336 Liter |
| Kia EV2 | 4.060 mm | 1.800 mm | 1.575 mm | 2.565 mm | bis 403–1.201L + 15 Liter Frunk |
Das Modell ist für die Stadt gedacht, aber nicht nur für sie. Zu den wichtigsten Entwicklungszielen zählten eine hohe aerodynamische Effizienz und ein möglichst gutes Innenraumangebot. Optisch erinnert die Front mit der schlitzartigen Lichtsignatur an den gelifteten Ioniq 6. Das markentypische Pixel-Thema findet sich in Form von vier Lichtpünktchen. Diese sollen an die vier kurzen Signale erinnern, die im Morsealphabet für das "H" von Hyundai stehen.
Die Seitenansicht des Ioniq 3 ist von einer niedrigen Front gekennzeichnet, welche die Luft zur flach liegenden Frontscheibe leitet. Es folgt eine Dachlinie, die bis über die Rücksitze fast parallel zum Boden verläuft, wodurch der Innenraum maximiert wird. Zum Heck fällt sie zunächst sanft ab. Wo sie in die Senkrechte übergeht, ist ein schwarzer Spoiler integriert. Insgesamt ergibt sich ein cW-Wert von 0,263; die für die Aerodynamik ebenso wichtige Stirnfläche gibt Hyundai nicht an. Elf Außenfarben inklusive zwei Rot- und zwei Blautönen, vier verschiedene Innenausstattungsvarianten und Felgen von 16 bis 19 Zoll stehen zur Wahl.
Interieur
Erstmals baut Hyundai das neue Pleos-Connect-Bediensystem ein. Es basiert auf Android Automotive. Zur Displayausstattung gehören eine kleine Instrumentenanzeige nahe an der Scheibe und ein Touchscreen, der je nach Version 12,9 oder 14,6 Zoll misst. Damit geht Hyundai weg von den bekannten Zwillingsbildschirmen, die in fast allen bisherigen Elektromodellen der Marke (und der Schwestermarke Kia) verbaut wurden. Da die Bilder eine gut ausgestattete N-Line-Version zeigen, dürfte der große Monitor abgebildet sein.
Ansonsten verfolgte das Design-Team ein "Furnished Space"-Konzept: Das Interieur sollte wirken wie ein Wohnraum mit Möbeln. Je nach Ausstattung bietet der Ioniq 3 "Relaxation Seats" mit Sitzheizung und -belüftung, ein Audiosystem von Bose, eine Zweizonen-Klimaautomatik und eine Ambientebeleuchtung. Der Kofferraum fasst 322 Liter, das Maximalvolumen wird noch nicht verraten. Dazu kommt noch eine "Megabox" unter dem Kofferraumboden mit 119 Litern Fassungsvermögen – ähnliche Unterbodenfächer bieten auch der Cupra Raval und der Ford Puma Gen-E.
Die "Megabox" unter dem Kofferraumboden
Antriebe und Batterien
Die Akkus scheinen die gleichen zu sein, die auch im Kia EV2 zum Einsatz kommen. Der EV2 hat einen deutlich kürzeren Radstand, dafür ist das Modell höher. Vermutlich nutzt die Batterie im Ioniq 3 also die Länge nicht voll aus. Wenn die Akkus identisch sind, weist die kleinere eine LFP-Chemie auf, während die größere mit NMC-Kathoden arbeitet. Die Motorleistungen sind ebenfalls die gleichen wie beim EV2; auch hier ist die Version mit kleiner Batterie etwas stärker.
| Hyundai Ioniq 3 Standard Range |
Hyundai Ioniq 3 Long Range |
|
| Antrieb | FWD 108 kW, 250 Nm | FWD 100 kW, 250 Nm |
| 0–100 km/h | 9,0 Sek. / 170 km/h | 9,6 Sek. / 170 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 13,8–14,2 kWh | 13,8–14,2 kWh |
| Akku netto / brutto | ca. 41 / 42,2 kWh LFP? | ca. 58 / 61,0 kWh NMC? |
| WLTP-Reichweite | 344 km | 496 km |
| Max. Ladeleistung AC / DC | 11 kW / 119 kW | 11 (optional 22) kW / 110 kW |
| DC-Ladedauer 10-80 % | 29 min | 30 min |
| Reichweite-Nachladen | 8,3 km/min | 11,6 km/min |
Wie immer haben wir aus der Nettokapazität der Akkus Werte für die Ladegeschwindigkeit errechnet. Bei der großen Batterie ergeben sich etwa 58 x 0,7 / 30 min = 1,4 kWh/min. Analog errechnet sich aus der maximalen WLTP-Reichweite ein Wert fürs Nachladen von Reichweite: 496 km x 0,7 / 30 min = 11,6 km/min.
Beide Werte sind nicht gut, aber für ein kleineres Fahrzeug vielleicht ausreichend. Der VW ID.3 Neo mit 125 kW und 58-kWh-Batterie ist mit 1,6 kWh/min bzw. 13,2 km/min etwas besser. Der Ioniq 3 unterstützt außerdem Plug & Charge sowie Vehicle-to-Load (V2L). Auch ein Elektroauto-Routenplaner ist integriert.
Ausstattung
Der Digital Key 2 ermöglicht den schlüssellosen Zugang per Smartphone oder Wearable mit NFC-Technologie. Funktionen wie der Highway Driving Assist 2 unterstützen das Fahren auf der Autobahn, während der Remote Smart Parking Assist das ferngesteuerte Einparken ermöglicht. Ein Totwinkelwarner und ein Rundumsichtsystem verbessern die Sicht im Stadtgetümmel. Die Ausstattung wird durch LED-Scheinwerfer mit "Intelligent Front Lighting"-System ergänzt, welches das Licht an die jeweilige Fahrsituation anpasst.
Zu den Konkurrenten des Hyundai Ioniq 3 gehören kleine Elektroautos wie der Cupra Raval, der Renault 4, der Opel Mokka Electric und der Ford Puma Gen-E sowie Kompaktwagen wie der Renault Megane, der VW ID.3 Neo oder der MG4 EV. Die Preise wurden noch nicht verraten. Doch mit Blick auf den Kia EV2 und die Konkurrenten würden wir auf rund 30.000 Euro für die Basisversion und 35.000 Euro für die reichweitenstärkere Variante tippen. Hier eine kleine Vergleichstabelle:
| Länge | Antrieb | Reichweite | Basispreis | |
| Hyundai Ioniq 3 42 kWh | 4,16 m | FWD 108 kW | 344 km | k.A. |
| Kia EV2 42 kWh | 4,06 m | FWD 108 kW | bis 317 km |
26.600 Euro |
| Ford Puma Gen-E | 4,26 m | FWD 124 kW | bis 417 km |
36.900 Euro - 5.000 Euro Rabatt |
| VW ID.3 Neo 125 kW | 4,27 m | RWD 125 kW | bis 417 km | 33.995 Euro - 4.000 Euro Rabatt |
| Renault 4 Urban Range | 4,14 m | FWD 90 kW | 308 km | 29.500 Euro |
| Hyundai Ioniq 3 61 kWh | 4,16 m | FWD 100 kW | bis 496 km | k.A. |
| Kia EV2 61 kWh | 4,06 m | FWD 100 kW | bis 453 km | 33.490 Euro |
| VW ID.3 Neo 140 kW | 4,27 m | RWD 140 kW | bis 492 km | 39.195 Euro - 4.000 Euro Rabatt |
Der Ioniq 3 wurde in Europa entwickelt und wird nicht in Korea, sondern im Werk von Hyundai Motor Türkiye in İzmit (etwa 100 Kilometer südöstlich von Istanbul) produziert. Wann das Modell bestellbar ist und wann es ausgeliefert wird, hat Hyundai noch nicht genau bekannt gegeben.
Unter dem Strich
Ist der Hyundai Ioniq 3 nun ein Klein- oder ein Kompaktwagen? Hyundai spricht einfach von einem Fließheckmodell und hat uns zur Einordnung an das ausgelaufene Verbrennermodell Veloster erinnert. Da unsere Kleinwagen-Übersicht bis 4,20 Meter reicht, entscheiden wir uns für die Einordnung als Kleinwagen. Aber das ist keine Frage, für die sich die Kundschaft interessieren muss.
Der neue Ioniq 3 bietet jedenfalls eine erfrischend neue Form. Dazu kommt das brandneue Pleos-Connect-System im Innenraum, das wir künftig wohl häufiger bei Hyundai (und vielleicht auch bei Kia) sehen werden. Akkus und Antriebe sind bekannt. Noch warten müssen wir dagegen auf die Preise. Sie dürften etwas höher als beim Kia EV2 liegen.
Quelle: Hyundai
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