Leapmotor B10 wird ab Ende 2026 in Spanien gefertigt
Stellantis baut das Werk in Saragossa um: Dort sollen künftig der B10 sowie drei weitere Elektroautos der chinesischen Marke entstehen.
Der Leapmotor B10 wird ab der zweiten Jahreshälfte im spanischen Stellantis-Werk Figueruelas (bei Saragossa) produziert. Das gab nun der neue Stellantis-Chef Antonio Filosa bekannt und bestätigte damit Gerüchte. Zuvor war nur bekannt, dass das Auto in Spanien hergestellt werden soll.
"Wir setzen unsere geschäftliche Expansion in Europa fort, nicht nur mit zusätzlichen Produkten, sondern auch mit der lokalen Produktion in unserem Werk in Spanien. Der Start ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant", sagte Filosa bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse des Konzerns.
Nach der spanischen Zeitung El Periódico de Aragón baut Stellantis die Linie 2 um, damit dort der Leapmotor B10 gebaut werden kann, dessen Plattform etwas breiter ist als bei den derzeit dort gebauten Modellen Opel Corsa, Peugeot 208 und Lancia Ypsilon.
Ein hochrangiger Leapmotor-Manager hatte nach dem Bericht kürzlich angekündigt, dass in den nächsten Jahren vier Modelle in Figueruelas produziert werden könnten: der B10, der Kompaktwagen B05, der künftige B03X alias A10 sowie der A05. Der B03X soll laut Leapmotor-Website ab Sommer 2026 in Deutschland erhältlich sein. Beim Leapmotor A05 soll es sich um einen Hatchback handeln; mehr Informationen gibt es dazu bisher nicht.
Der Umbau wird durch das spanische Programm für neue Technologien PERTE gefördert. Die Anpassung der Montagelinie und der Aufbau der Lieferkette erfordern erhebliche Investitionen. Das Werk in Saragossa ist derzeit auch mit der Einführung der STLA-Small-Plattform belastet, so der Artikel.
Der Kleinstwagen Leapmotor T03 wurde von Juni 2024 bis März 2025 im polnischen Tychy montiert. Diese Produktion in der EU wurde eingestellt, als sich Polen den EU-Strafzöllen auf in China hergestellte Elektroautos anschloss. Die chinesische Regierung hatte damals eigenen Firmen abgeraten, in Ländern zu investieren, welche die EU-Strafzölle befürworten, wie Reuters berichtete. Spanien hatte sich bei der Entscheidung enthalten. Das könnte beim Anlauf des B10 (und von drei weiteren Modellen) in Saragossa eine Rolle spielen. Mit einer Produktion in der EU würde sich Leapmotor die Strafzölle gegen in China produzierte Elektroautos ersparen.
Der Leapmotor B10, der derzeit aus China importiert wird, ist in Deutschland ab 29.990 Euro erhältlich, wobei auf der Website nur Leasing angeboten wird. Das rein elektrische Kompakt-SUV ist 4,52 Meter lang. Für den Antrieb sorgt stets ein 160-kW-Motor an der Hinterachse; wählen kann man zwischen einem 56-kWh-Akku für eine WLTP-Reichweite von 361 Kilometern und einer 67-kWh-Batterie für 434 Kilometer.
Bildergalerie: Leapmotor B10 (2025, Bilder zum Test)
Leapmotor International ist ein Joint Venture zwischen Stellantis und der chinesischen Firma Leapmotor. Stellantis hält 51 Prozent der Anteile und kontrolliert damit das Unternehmen. In Deutschland verkaufte die Marke letztes Jahr rund 7.300 Fahrzeuge, davon knapp 6.300 reine Elektroautos. Beim Elektroauto-Absatz hat Leapmotor damit sowohl Peugeot als auch Citroën überholt, die beide auf etwa 6.200 BEV-Verkäufe kamen. Fiat mit 12.300 BEVs und Opel mit über 18.000 Stück liegen beim Elektroauto-Absatz aber noch weit vor der chinesischen Marke. Mit Abstand das meistverkaufte Leapmotor-Modell war letztes Jahr der T03 mit fast 5.000 Stück.
Unter dem Strich
Leapmotor wird immer wichtiger im Stellantis-Konzern, denn die Marke ist mit dem günstigen T03 sehr erfolgreich. Peugeot und Citroën hat die Marke beim Elektroauto-Absatz schon überholt. Und die Modellpalette wächst: Nach den Startmodellen T03 und C10 folgte der B10, der bei den Januar-Verkäufen einen vielversprechenden Start hinlegte. Nun soll das günstige Modell in der EU produziert werden, was dem Unternehmen die EU-Strafzölle erspart. B05 und B03X sollen ebenfalls bald in Deutschland erhältlich sein. Auch bei ihnen ist eine Fertigung in Spanien geplant.
Quelle: El Periódico de Aragón via InsideEVs.com, Reuters (Tychy)
Auch interessant
Leapmotor B10 jetzt mit One-Pedal-Driving
Ferrari Luce (2026) noch üppig getarnt erwischt
Leapmotor B10 (2025) im ersten Test: Die Kampfansage
Skoda Epiq: Erste Bilder ohne Tarnung und Preise ab 25.900 Euro
Leapmotor B10: Enorm günstig, aber nicht viel Reichweite
Stellantis: Neue günstige City-Stromer ab 2028 geplant
Leapmotor B10 und C16 auf dem Pariser Salon vorgestellt