Elektrischer Mercedes-AMG GT Viertürer wird am 19. Mai gezeigt
Der über 1.000 kW starke elektrische GT-Nachfolger auf Basis von AMG.EA ist technisch hoch interessant. Bald wird er präsentiert.
Die Weltpremiere für das elektrische Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé findet am 19. Mai 2026 in Los Angeles statt. Das berichteten nun thesupercarblog.com und das inoffizielle Mercedes-Portal JesMB. Diese zeigen auch ein Teaserbild, das offenbar von Mercedes-AMG stammt und das Datum der Premiere nennt. Das Modell soll in Sindelfingen gebaut werden; die Auslieferung beginnt noch 2026.
Auf der US-amerikanischen Website von Mercedes-AMG wird die Premiere noch nicht angekündigt, dort kann man aber ein Video mit Brad Pitt sehen, in dem der Schauspieler in einem Hotel eincheckt und sich seinen Wagen – eben das neue Elektro-Coupé – vorfahren lässt. Der Valet-Service-Angestellte dreht damit in halsbrecherischem Tempo ein paar Runden, bevor er es an Pitt übergibt. Das Video stammt vom Herbst 2025, aber hier ist es – für alle, die es noch nicht kennen:
Die zu dem Video veröffentlichten Bilder zeigen das Exterieur des neuen Elektromodells schon recht gut:
Erste Bilder vom Cockpit des 800-Volt-Boliden hat Mercedes im März 2026 präsentiert. Das viertürige Coupé oder der Gran Turismo – die offizielle Bezeichnung GT 4-Türer Coupé vereint beides in sich – soll eine niedrige Sitzposition und ein fahrerorientiertes Cockpit bieten. Zu den Besonderheiten gehören Drehregler auf der Mittelkonsole.
Mit den drei Drehknöpfen werden Gasannahme, Traktion und Kurvenverhalten gesteuert. Mit dem Regler für "Response Control" stellt man die Reaktion der Elektromotoren auf die Gaspedalstellung ein. Mit dem Knopf für die "Agility Control" verändert man das Kurvenverhalten und mit dem "Traction Control"-Knopf lässt sich die Traktionskontrolle in neun Stufen einstellen. Die drei Drehknöpfe sind mit ihrer Beschriftung auf den Fahrersitz ausgerichtet und greifen das Design der turbinenartigen Luftausströmer auf.
Die Monitorlandschaft besteht aus einem Doppeldisplay für die Person am Steuer und einem leicht versetzten Beifahrerdisplay. Die Person am Steuer guckt auf ein 10,2-Zoll-Instrumentendisplay und einen 14-Zoll-Touchscreen, wobei letzterer zur Fahrerin oder zum Fahrer hin geneigt ist. Das optionale Beifahrerdisplay ist mit 14 Zoll genauso groß wie der Zentralbildschirm.
Die erwähnten Luftdüsen im Turbinen-Look an beiden Enden des Armaturenbretts fügen sich in die Glasoberfläche ein. Als Teil der Ambientebeleuchtung leuchten sie in wählbaren Farben. Die Mittelkonsole im Carbon-Look umfasst eine Armlehne, ein geschlossenes Staufach, zwei Ladepads zum kabellosen Handy-Laden sowie zwei beleuchtete Getränkehalter.
Die vorderen Sitze wurden neu entwickelt; die sollen in Kurven hohen Seitenhalt bieten. Noch sportlicher sind die optionalen AMG-Performance-Sitze mit integrierten Kopfstützen. Bei diesen gibt es Öffnungen in der Lehne mit einem galvanisierten Einsatz und AMG-Schriftzug. Ansonsten verspricht Mercedes eine große Auswahl an Innenausstattungen – von sportlich bis komfortorientiert. Noch mehr Möglichkeiten zur Individualisierung bietet das Manufaktur-Programm.
Das "AMG-Performance-Lenkrad" ist mit verschiedenen Bezügen erhältlich, von geschmeidigem Leder über leichtes Carbon bis hin zu rutschfester Mikrofaser. Das unten abgeflachte Steuer bietet rechts ein Bedienröllchen, links eine Wippe. Paddles dahinter ermöglichen die Einstellung der Rekuperation. Mit zwei runden Knöpfen weiter unten werden offenbar die Stoßdämpfer und die Fahrmodi eingestellt. Die gewählte Einstellung wird auf dem Display angezeigt, das direkt in die jeweilige Taste integriert ist.
Im Fond gibt es serienmäßig zwei konturierte Einzelsitze. Vertiefungen im Boden sollen für eine gute Beinfreiheit sorgen – offenbar greift Mercedes das Konzept der Fußgaragen auf, das vom Porsche Taycan und Lucid Air bekannt ist. Dabei weist die Batterie Aussparungen auf, damit genug Platz für die Füße ist. Optional ist auch eine Dreier-Rücksitzbank erhältlich. Beide Rücksitzvarianten verfügen über separat umklappbare Rückenlehnen.
Serienmäßig gibt es ein Glasdach, das laut Mercedes bis zur Heckscheibe reicht. Optional kann es per Fingertipp zwischen transparent und undurchsichtig umgeschaltet werden. Das optionale Sky-Control-Dach ist in einzeln schaltbare Segmente unterteilt. Nachts kann das Glasdach optional in eine funkelnde Leinwand verwandelt werden, verspricht der Hersteller. Dabei erscheinen beleuchtete AMG-Embleme sowie "Rennstreifen" über den Köpfen der Insassen.
Dazu kommt eine ausgefeilte Ambientebeleuchtung. Ein durchgehender Lichtstreifen im oberen Bereich des Armaturenbretts umrahmt den Innenraum. Für die Displays kann man verschiedene Hintergrundmotive auswählen. Die Farbgebung von Instrumenten und Ambientebeleuchtung ist auf diese Motive abgestimmt.
An den Türinnenseiten gibt es eine hochwertige Verkleidung mit Rautensteppmuster sowie Armlehnen, die frei zu schweben scheinen. Beim (wohl optionalen) Soundsystem von Burmester mit 3D-Surround-Sound zeichnen sich die Lautsprecher in den Türen durch eine Edelstahloptik aus.
Das neue Mercedes-Benz Operating System (MB.OS) bietet verschiedene Display-Stile. Der Stil "AMG Special" bietet vier verschiedene Unterbildschirme, der Display-Stil "AMG Track Pace" zeigt Beschleunigungswerte und Renndaten, während der "Classic" verschiedene Untermenüs wie Effizienz oder Navigation umfasst.
Einen ersten Hinweis auf die Technik gibt das von Mercedes gezeigte Instrumentendisplay: Demnach hat das Auto bei einem Ladestand von 81 Prozent noch 509 km Restreichweite (siehe Titelbild). Das legt nahe, dass die Gesamtreichweite etwa 630 km beträgt.
Bildergalerie: Mercedes-AMG GT 4-Türer (2026): Das Cockpit
Unter dem Strich
Der elektrische Mercedes-AMG GT 4-Türer wird noch vor Pfingsten vorgestellt. Wie das Auto außen aussieht, können wir aufgrund der Erlkönigbilder erahnen, das Interieur wurde schon offiziell präsentiert. Die Technik ist neu und faszinierend. Die Plattform AMG.EA kombiniert ein 800-Volt-System mit den neuen Axialflussmotoren. Die Basisversion soll zwei davon haben, die Topvariante aber drei – wie die 1.000 kW starke Studie AMG GT XX.
Ebenfalls völlig neu ist die Batterie. Sie enthält erstmals bei Mercedes zylindrische Zellen, die zudem eine ungewöhnliche NCMA-Chemie haben und direkt in einer nichtleitenden Kühlflüssigkeit stehen. Die Speicherkapazität soll 114 kWh betragen, aufgeladen wird angeblich mit bis zu 850 kW. An welchen Säulen das möglich sein soll, bleibt einstweilen offen. Aber der Standard-Ladevorgang soll damit nur zehn Minuten dauern. Auf den GT 4-Türer soll 2027 noch eine coupéhafte SUV-Variante folgen, die gegen den Porsche Cayenne Electric antritt.
Quelle: JesMB, thesupercarblog.com, Mercedes (Cockpit)
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