Mercedes VLE (2026): Edel-Van ab 82.260 Euro bestellbar (Update)
Der elektrische Luxus-Van glänzt mit 800-Volt-Technik, bis zu 700 km Reichweite, extrem noblem Interieur und variablem Sitzsystem.
Update vom 12. Juni 2026: Der Start der Serienproduktion des Mercedes VLE hat im spanischen Werk Vitoria begonnen. Mit dem VLE bringt der Standort Vitoria erstmals ein Fahrzeug auf Basis der neu entwickelten, modularen und skalierbaren Van‑Architektur in Serie. Diese Architektur bildet künftig die technologische Grundlage für das gesamte Van‑Portfolio von Mercedes Vans – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.
Das Werk Vitoria ist damit der erste Standort im globalen Produktionsnetzwerk von Mercedes‑Benz, an dem der neue VLE in Serie gefertigt wird. Ende des Jahres folgt das Werk Fuzhou in China. Dort wird der VLE für den chinesischen Markt vom Band laufen.
Bildergalerie: Mercedes VLE (2026) Serienproduktion im Werk Vitoria
Der neue Mercedes VLE ist seit dem 15. April bestellbar, schreibt der Hersteller. Zum Marktstart wird der VLE 300 in zwei hochwertig ausgestatteten Konfigurationen mit Sky-View-Panoramadach, Luftfederung, Hinterachslenkung und Klimatisierungsautomatik angeboten. Die Preise beginnen bei 82.260 Euro für den Fünfsitzer und bei 82.712 Euro für den Sechssitzer. Im Leasing zahlt man 732 Euro monatlich. Im Konfigurator findet sich der Wagen allerdings noch nicht.
Der VLE 300 ist die Basismotorisierung. Er hat einen 203-kW-Antrieb und eine 115-kWh-Batterie für bis zu 713 km WLTP-Reichweite. Zum Start ist er wahlweise in zwei Varianten erhältlich. Die erste bietet das Advanced-Plus-Paket inklusive Hinterachslenkung, Easy-Pack-Heckklappe mit separat zu öffnender Heckscheibe und weitere Ausstattungen. Noch umfangreicher ausgestattet ist die Exclusive-Version mit dem Premium-Plus-Paket, das darüber hinaus unter anderem ein Head-Up Display, den "Superscreen" und "Digital Light" enthält.
Der bereits im März angekündigte VLE 400 4Matic soll noch 2026 folgen. Was die Ausstattung angeht, so wird das Angebot von der Serienausstattung über AMG Line, AMG Line Plus und Exclusive reichen. Dazu kommen noch die vier Ausstattungspakete Advanced, Advanced-Plus, Premium und Premium-Plus sowie diverse Einzel-Extras. Alle Varianten werden mit fünf, sechs, sieben oder acht Sitzen erhältlich sein. Mit dem fünfsitzigen VLE 300 in Serienausstattung wird der Einstiegspreis bei 70.464 Euro liegen. Als Sechssitzer soll diese Version 70.916 Euro kosten.
Im Jahr 2027 folgen noch eine Langversion, die knapp 18 cm mehr messen soll, und der VLE 250 mit einer 80 kWh großen LFP-Batterie folgen – mit der Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. Mit Frontantrieb als Fünfsitzer soll es den 250er ab 64.804 Euro geben, als Sechssitzer ab 65.261 Euro.
Vorgestellt wurde der Elektro-Van bereits am 10. März. Das Modell gilt als Nachfolger des EQV, ist aber deutlich nobler. Der Hersteller bezeichnet den Wagen übrigens weder als Elektrotransporter noch als Van, sondern als "Grand Limousine". Er soll die Agilität und den Langstreckenkomfort einer Premium-Limousine mit Platz für bis zu acht Insassen kombinieren, und das bei großen Reichweiten. Etliche technische Daten fehlen noch. Die im März veröffentlichten Bilder zeigen die Versionen VLE 300 (in Beige, Blau, Schwarz und Grau) und VLE 400 4Matic (in Rot).
Bildergalerie: Mercedes VLE (2026)
Exterieur
Mercedes macht nun auch Angaben zu den Maßen des VLE. Mit 5,31 Metern in der Standardversion ist das Modell noch länger als der EQS SUV, der es auf 5,13 Meter bringt.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| Mercedes VLE Std. | 5.309 mm | 1.999 mm | 1.951 mm | k.A. |
Die Optik des Neulings wird vorn durch den riesigen Grill bestimmt, der zudem noch durch eine Lichtlinie als Rahmen hervorgehoben wird. Dazu kommt eine Lichtsignatur mit zwei Sternen pro Seite. Anders als etwa beim GLC EQ gibt es zwischen den Scheinwerfern und über dem Grill außerdem eine durchgehende Lichtlinie. Seitlich hat der VLE Schiebetüren auf jeder Seite, auf Wunsch mit Hands-Free Access. Dies ist besonders hilfreich in engen Gassen. Die Schiebetüren verfügen über vollständig versenkbare Fenster.
Am Heck fällt der bogenförmige Abschluss der Seitenfenster auf. Hinten gibt es senkrecht angeordnete Rückleuchten, die durch die Lichtleiste oben zu einem Rundbogen ergänzt werden. Zu den Besonderheiten gehört, dass man die Heckscheibe separat öffnen kann. Außerdem hat der VLE bündig in die Karosserie eingelassene Türgriffe, die bei Bedarf elektrisch ausfahren.
Interieur
Innen gibt es einen MBUX-Superscreen, der aus drei Bildschirmen besteht: einem 10,25-Zoll-Instrumentendisplay, einem 14-Zoll-Touchscreen und einem weiteren 14-Zoll-Monitor für den Beifahrer oder die Beifahrerin. Als Betriebssystem für das Infotainment und die Assistenzsysteme wird das neue MB.OS verwendet. Die Navigation nutzt Google Maps.
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Die Luftausströmer links und rechts am Armaturenbrett bieten eine leuchtende Umrahmung, welche die Ambientebeleuchtung ergänzt. Diese zeigt auch die Konturen der "zweigeschossigen" Mittelkonsole, die oben zwei Handy-Schalen und unten ein beleuchtetes Fach für Kleinkram enthält. Das Lenkrad besitzt links eine Wippe und rechts ein Bedienröllchen. Über den Insassen spannt sich von der zweiten Sitzreihe bis zum Heck ein Sky-View-Glasdach. Und je nach gewählter Mittelkonsole besteht freier Zugang vom Cockpit in den Fond.
Die Sitzkonfigurationen reichen von fünf bis acht Sitzen, wahlweise als Einzelsitze oder Dreierbänke. Die hinteren Sitze lassen sich auch verschieben, vis-à-vis anordnen oder bei Bedarf entnehmen; dank der integrierten Rollen kann man sie danach in die Garage rollen. Bei drei Sitzreihen fasst der Kofferraum 795 Liter, bei komplett ausgebauten Rücksitzen 4.078 Liter.
Die Bilder zeigen zwei Einzelsitze in der zweiten Reihe, die sich durch ein Schienensystem längs verschieben lassen. Der rote VLE 400 4Matic besitzt auch in der dritten Reihe zwei Einzelsitze auf Schienen, während der beigefarbene VLE 300 dort eine Dreierbank hat, die ebenfalls längs verschiebbar ist. Hier sehen die Sitze in der zweiten Reihe besonders komfortabel aus. Zudem gibt es hier einen großen 31-Zoll-Bildschirm für die Fondpassagiere. Dank zahlreicher Streaming-Apps und Online-Diensten kann man sich darauf Filme ansehen oder Spiele spielen und mit der integrierten Kamera an Videokonferenzen teilnehmen.
Antriebe und Akku
Technische Basis für den VLE ist die Plattform Van.EA. Zum Start gibt es einen VLE 300 mit 203-kW-Frontantrieb; der Allradler mit 305 kW soll noch dieses Jahr folgen. Beide erhalten eine 115 kWh große NMC-Batterie. Der VLE 250 mit 80 kWh startet erst 2027.
| VLE 300 | VLE 400 4Matic | |
| Antrieb | FWD 203 kW | AWD 305 kW |
| 0-100 km/h | k.A. | 6,5 Sek. |
| WLTP-Verbrauch | 18,4–20,7 kWh/100 km | 20,3-21,9 kWh/100 km |
| Akku netto | 115 kWh (NMC) | 115 kWh (NMC) |
| WLTP-Reichweite | 713 km | k.A. |
| Max. Ladeleistung AC / DC | 11 (optional 22) kW / 300 kW | 11 (optional 22) kW / 300 kW |
Mit einer Reichweite von über 700 Kilometern nach WLTP-Norm macht der VLE 300 auch Langstrecken möglich. Der Neuling besitzt einen von Mercedes selbst entwickelten Antrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) an der Vorderachse. Der Wirkungsgrad von der Batterie bis zum Rad soll auf langen Strecken 93 Prozent betragen.
Allradmodelle verfügen zusätzlich über einen PSM an der Hinterachse. Dieser wird über eine mechanische Kupplung (Disconnect Unit, DCU) zugeschaltet, wenn er benötigt wird. Bei geringem Leistungsbedarf und minimalen Traktionsanforderungen werden der hintere Elektromotor und Teile des Getriebes entkoppelt. Dies reduziert die Verluste an der Hinterachse um bis zu 90 Prozent, so Mercedes. Zum niedrigen Verbrauch trägt auch der Siliciumcarbid-Inverter bei. Ob das nur für die Primärachse vorn oder auch die Hinterachse gilt, bleibt offen.
Die neue Batterie bietet 115 kWh netto. Aufgeladen wird dank 800-Volt-System mit Ladeleistungen bis 300 kW. Die Ladedauer wird noch geheim gehalten, doch soll der VLE in 15 Minuten Strom für eine WLTP-Reichweite von bis zu 355 Kilometern nachladen können. An 400-Volt-Ladestationen wie den Superchargern von Tesla kann man (wie beim CLA EQ) mit der Serienausstattung nicht laden; dazu ist der optional erhältliche DC-DC-Wandler nötig. Alternativ kann man mit Wechselstrom laden, wobei serienmäßig 11 und optional 22 kW unterstützt werden.
An den Kathoden der Batterie kommt eine NMC-Chemie mit niedrigem Cobalt-Anteil zum Einsatz, an den Anoden wird Graphit mit Siliciumoxid-Anteil verwendet. Die Hochvoltbatterie lässt sich reparieren, was wohl bedeutet, dass sie wie üblich aus Zellen und Modulen aufgebaut ist und keine Cell-to-Chassis-Architektur besitzt. Der VLE ist für das bidirektionale Laden vorbereitet.
Fahrwerk
Was das Fahrwerk angeht, so besitzt der VLE optional die Luftfederung Airmatic. Normale Luftfederungen senken das Fahrzeug ab einer bestimmten Geschwindigkeit ab und heben es bei niedrigem Tempo wieder an. Die neue Airmatic dagegen nutzt erstmals Daten von Google Maps und weiß dadurch, auf welcher Art von Straße (Autobahn, Landstraße oder innerorts) man sich befindet. So wird auf der Autobahn kontinuierlich die niedrige Fahrwerkshöhe beibehalten, auch wenn man zwischenzeitlich im Stau steht.
Die intelligente Fahrwerksregelung umfasst auch eine neue Car-to-X-Funktion, die deutlich mehr Komfort auf langen Speed-Bumps bieten soll, wie sie insbesondere in Südeuropa und den USA häufig vorkommen. Ist die neue Car-to-X-Funktion aktiviert, passt der VLE die Dämpfung kurz vor Erreichen der Schwelle automatisch an, was den Komfort besonders im Fond deutlich verbessert, verspricht Mercedes.
Mit der Luftfederung lässt sich die Fahrzeughöhe um 40 Millimeter anheben und absenken, um die Bodenfreiheit zu erhöhen oder den Einstieg zu erleichtern. Dies ist erstmals auch per Sprachsteuerung möglich, beispielsweise mit dem Befehl "Fahrzeug anheben".
Ebenfalls optional wird eine Hinterradlenkung eingebaut, die den Wendekreis von Bordstein zu Bordstein um 2 Meter auf 10,9 Meter und von Wand zu Wand auf 11,6 Meter verringert. Der Lenkwinkel der Hinterachse beträgt bis zu sieben Grad. Bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h lenken die Hinterräder in die entgegengesetzte Richtung zu den Vorderrädern; das macht das Fahrzeug wendiger. Ab 60 km/h erfolgt der Einschlag in die gleiche Richtung wie bei den Vorderrädern, wodurch die Fahrstabilität bei Spurwechseln auf der Autobahn verbessert wird. Ein weiteres Plus ist die direktere Lenkübersetzung, die zu weniger Kurbelarbeit führt.
Außerdem verspricht Mercedes eine gute Schalldämmung, unter anderem durch Verbundglas sowie Elastomer-Lager zwischen Karosserie und Fahrwerk. Die Rotormagnete sind in einer Doppel-V-Konfiguration angeordnet, die Statorwicklungen verwenden sogenannte Chorded Coils. Beide Maßnahmen sorgen für einen außergewöhnlich leisen und dennoch effizienten Antrieb.
Unter dem Strich
Der Mercedes VLE startet mit hochwertig ausgestatteten Versionen des Fronttrieblers; günstigere Varianten mit Serienausstattungen dürften bald folgen. Außen wirkt er durch den riesigen Grill für unseren Geschmack zu "statusorientiert", um es höflich auszudrücken. Innen bietet der Wagen Luxus auf Oberklasseniveau, bis hin zu den superweichen Kissen für die Kopfstützen, die aus der S-Klasse bekannt sind. Wie es sich für einen Van mit Transporter-Genen gehört, ist das Sitzsystem sehr variabel.
Angetrieben wird der Neuling über die Vorderachse, was Platzvorteile hinten bringt. Durch die riesige Batterie, die mit 115 kWh fast so groß ist wie der 122-kWh-Akku des neuen EQS, ergibt sich eine WLTP-Reichweite von über 700 km.
Letzte Änderung am 15. März 2026: Angaben zum Bestellstart von Mercedes eingefügt.
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