Scania stellt Elektro-Laster mit bis zu 720 km Reichweite vor
Zusätzliche Batterien hinter dem Fahrerhaus erhöhen die installierte Kapazität um 356 kWh und ermöglichen bis zu 720 km Reichweite
Scania, der zum VW-Konzern gehörende Lkw-Hersteller aus Schweden, bietet seine Elektro-Lkws künftig mit noch mehr Batteriekapazität an. Mit zwei zusätzlichen MP20-Batteriepacks hinter dem Fahrerhaus erhöht sich die Batteriekapazität um bis zu 356 kWh. In Kombination mit am Fahrgestell montierten Batterien und Megawatt-Laden eignet sich das Fahrzeug so für noch längere Strecken. Die Reichweite steigt auf 720 km.
In Kombination mit der vorstehenden IVD-Front (Increased Vehicle Dimension) von Scania ermöglicht die Batterieanordnung hinter dem Fahrerhaus eine europäische 6x2*4-Sattelzugkombination mit maximaler Reichweite – selbst wenn die Gesamtlänge des Fahrzeugs 16,5 Meter überschreitet. Damit lässt sich eine große elektrische Reichweite mit praxisgerechter Trailer-Kompatibilität und unverändertem Kurvenverhalten verbinden, schreibt Scania.
Die Batterien hinter dem Fahrerhaus
Scania bezeichnet seine Elektro-Laster nicht mit einem eigenen Namen, sondern hängt an den Modellnamen noch "BEV" oder "e" an. Dabei sind die Baureihen R und S für den Fernverkehr bestimmt. Diese beiden Baureihen erhalten zudem eine aerodynamisch günstigere Front, mit der sich der Energieverbrauch um bis zu drei Prozent reduziert. Zu den Neuheiten gehören kamerabasierte Rückspiegel, verlängerte Seitenschürzen, neu gestaltete A-Säulen, neue Türgriffe sowie die erwähnte vorgezogene Front.
Das neue Fahrerhaus soll dank kameragestützter Außenspiegel und planer Griffe eine bessere Aerodynamik bieten
Außerdem gibt es mehr Komfort für Fahrerin oder Fahrer durch bessere Materialien und optimierte Sitze sowie optional eine 80 cm breite Liege. Scania verspricht auch eine bessere Sicht, verbesserte Scheinwerfer und Assistenzfunktionen, eine magnetische kabellose Ladestation und eine außen angebrachte Ablage mit Handschuhhalterung.
Laut Scania-Website bieten die Elektro-Laster bisher 240, 320, 400, 480 oder 560 kWh nutzbare Batteriekapazität. Damit werden maximal 690 km Reichweite möglich. Es gibt die Radkonfigurationen 4x2, 6x2, 6x2*4, 6x4 und 8x4*4, wobei 4x2 wie üblich für einen Zweiachser mit einer Antriebsachse, 6x2 für einen Dreiachser mit einer Antriebsachse und 6x4 für einen Dreiachser mit zwei angetriebenen Achsen steht. Das angehängte "*4" steht für eine gelenkte Nachlaufachse ohne Antrieb.
Für den Antrieb gibt es Versionen mit zwei, vier und sechs Gängen:
- EM C1-2: zwei Gänge, 210/240 kW
- EM C1-4: vier Gänge, 270/300/330/360/400 kW
- EM C3-6: sechs Gänge, 400/450 kW
Das Gesamtzuggewicht (Gross Train Weight, GTW) beträgt maximal 74 Tonnen (EM C1-4), zur Nutzlast – insbesondere mit den Zusatzbatterien hinter dem Fahrerhaus – gibt es keine Angaben. Aufgeladen wurde bisher über CCS2 mit bis zu 375 kW und 500 Ampere, womit ein Ladevorgang für die 560-kWh-Version anderthalb Stunden dauerte. Mit dem MCS (Megawatt Charging System) sollen 750 kW möglich sein; wie lang ein Ladevorgang damit dauert, teilt Scania nicht mit.
Unter dem Strich
Mercedes, Volvo, MAN, Scania und DAF: Die großen Lkw-Hersteller bieten inzwischen fast alle schwere Fernverkehrslaster an. So ist der Tesla Semi, über den wir hier am häufigsten berichten, keineswegs allein auf weiter Flur. Auf der IAA Transportation oder um die Messe herum wurden etliche Neuheiten präsentiert. So stellte Scania nun einen Sattelschlepper vor, der mit seiner "Battery-Behind-Cab-"Lösung auf 720 km Reichweite kommt. Außerdem wurde ein neues Fahrerhaus mit besserer Aerodynamik und mehr Komfort vorgestellt.
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