Mit diesem Roadster will die SAIC-Marke an ihre britische Roadster-Tradition anknüpfen

MG zeigt auf der Shanghai Auto Show Ende dieses Monats (21. bis 28. April 2021) die Designstudie Cyberster. Der Wagen soll sowohl an die Roadster-Traditionen der einst britischen Marke anknöpfen, als auch in die Zukunft weisen – und die liegt im Elektroantrieb. Nun präsentiert MG erste Bilder.  

Der Wagen hat einen rein elektrischen Antrieb. Technische Daten gibt es bislang nur wenige, aber die Reichweite soll bis zu 800 km betragen – was ein Spitzenwert wäre. Und auch beim Tempo-100-Sprint will MG offenbar keine Kompromisse eingehen, denn das Auto soll weniger als drei Sekunden dafür brauchen. Wenn das arg optimistisch wirkt, können wir nur auf Tesla verweisen: Die Amerikaner versprechen sogar einen Sprint in 2,1 Sekunden und 1.000 km Reichweite, und dazu noch über 400 km Höchstgeschwindigkeit.

Die große Reichweite soll auch mit einem Cell-to-Pack-Ansatz (CTP) möglich werden; es gibt also keine Module, sondern die Batteriezellen werden direkt zu einem Batteriepaket zusammengebaut.

MG Cyberster Concept (2021)

Das Design wurde am MG Advanced Design Centre in London entwickelt. Zu sehen ist eine keineswegs schlichte Karosserie mit Scheinwerfern, die offenbar hinter einer Blende verschwinden können. Der große, engmaschig vergitterte "Kühlergrill" wirkt fast ein wenig protzig. Er soll den Vorderrädern Luft zuführen – vielleicht, um die Bremsen zu kühlen.

Die Überhänge sind winzig, die Bordwand hoch – man wird sich in diesem Roadster gut geschützt vorkommen, aber kaum mit dem Ellenbogen auf der Tür durch die Landschaft fahren können. Die Frontscheibe sieht sehr kurz aus.

MG Cyberster Concept (2021)

Das Heck wirkt sehr eckig. Der riesige Diffusor dürfte gut für die Aerodynamik sein, verstärkt aber auch den Eindruck der Protzigkeit. Die Rücklichter erinnern uns ein wenig an die Union-Jack-Leuchten des Mini – die Anspielung auf das britische Erbe ist jedenfalls beabsichtigt.

MG Cyberster Concept (2021)

Das Interieur ist genauso wenig schlicht oder klassisch wie das Exterieur. Eine nette Idee sind die weißen Einsätze auf den Sitzflächen, die an das Briefumschlag-Symbol (und damit vielleicht auch an E-Mails) erinnern.

Statt eines Lenkrads gibt es ein Steuerhorn – wie beim gelifteten Tesla Model S. Dahinter baut sich ein gebogener Bildschirm auf. MG spricht von einem Gaming-Cockpit. Das passt gut zu dem Namen Cyberster.

Carl Gotham, Direktor von SAIC Design Advanced London, sagte:

"Der Cyberster ist ein kühnes Statement, das stark in die Zukunft von MG blickt und an unser Erbe anknüpft, aber noch wichtiger ist, dass er auf unserer Technologie und unserem fortschrittlichen Design aufbaut."

Dass aus dem Roadster demnächst ein Serienauto wird, darf man bezweifeln. Erstens wirkt der Wagen noch sehr serienfern und zweitens wäre der Schritt von den doch ein wenig biederen SUVs, die man derzeit in Europa anbietet, sehr groß. Nach dem Pressetext ist das Auto eher als Studie für 2024 gedacht – dann feiert MG hundertsten Geburtstag. 

MG gehört zum chinesischen SAIC-Konzern. Die Marke ist in China und seit Kurzem auch wieder in Europa präsent. Hierzulande gibt es den MG ZS EV, ein kleines SUV von der Größe eines Opel Mokka-e mit Elektroantrieb, sowie einen Kompakt-SUV mit Plug-in-Hybrid-Antrieb, den MG EHS. Noch dieses Jahr sollen ein etwas größeres Kompakt-SUV mit Elektroantrieb (MG Marvel R Electric) und ein Elektro-Kombi (MG 5 Electric) hinzukommen.

Bildergalerie: MG Cyberster Concept (2021)