Provokation? Guerilla-Marketing? Testfahrzeug für Tesla?

Bis zu 770 Kilometer Reichweite: Der neue Mercedes EQS kommt dem vielbeschworenen "Tesla-Killer" bereits recht nahe. Wenn der Tesla, um den es hier geht, das größere Model S ist, versteht sich. Der EQS hat die Reichweite, die Technik und das Prestige, um eine ernstzunehmende elektrische Luxuslimousine zu werden, und die ersten Auslieferungen sind nur noch wenige Monate entfernt.

Aber auch wenn die ersten Kundenfahrzeuge erst im Spätsommer ausgeliefert werden, wurde ein leicht getarnter EQS an einem ungewöhnlichen Ort gesichtet: auf dem Parkplatz von Teslas Produktionsstätte in Fremont, direkt neben einer Supercharger-Station. Das Fahrzeug war bis auf die Logos und minimale Details nicht getarnt. Die Frage ist nun natürlich: Wieso steht der Mercedes gewissermaßen auf "Feindesgebiet"?

 

Doch die Tatsache, dass es sich noch um einen Prototypen handelt, lässt vermuten, dass Mercedes das Auto vielleicht an Tesla ausgeliehen hat, um damit herumzufahren und zu sehen, was es kann. Das ist in der Automobilindustrie nichts Ungewöhnliches, vor allem nicht unter befreundeten Herstellern. Tesla und Mercedes haben in der Vergangenheit schon mehrmals erfolgreich zusammengearbeitet, daher ist es nicht abwegig, sich dieses Szenario vorzustellen.

Dieser EQS, der ganz in Weiß lackiert war (das lässt das Auto besser aussehen als die zweifarbige Lackierung, nicht wahr?), wurde neben einem weißen Tesla Model S geparkt. Und es mag am Winkel der Fotos liegen, aber der EQS sieht deutlich größer aus als das Model S, und auch ein bisschen länger; seine Fensterflächen wirken auch im Verhältnis zur Gesamtlänge größer als die beim Tesla.

Was meinen Sie dazu? Warum wurde dieser Mercedes-Benz EQS, wahrscheinlich noch ein Vorserien-Prototyp (mit etwas schwarzem Klebeband, das die Klappe des Ladeanschlusses geschlossen hält), direkt vor der Tesla-Fabrik geparkt? Schwäbischer Freundschaftsdienst? Guerilla-Marketing? Pure Provokation? Wie auch immer es in Wahrheit gewesen ist: Wir sind auf unsere erste Ausfahrt mit dem EQS bereits sehr gespannt.

Bildergalerie: Mercedes EQS (2021)