Model Y soll schon in vier Monaten in Grünheide gebaut werden

Nur wenige Monate bleiben Tesla zur Fertigstellung seiner neuen Gigafactory in Grünheide bei Berlin, wenn es nach dem Zeitplan gehen soll. Aber auch wenn Proteste von Umweltschützern den Bau immer wieder verzögert hatten, geht Elon Musk immer noch von einem Produktionsstart im Juli aus, so das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise.

Im November 2019 kündigte Elon Musk den Bau der Gigafactory 4 im Südosten Berlins an. Seit dem ersten Quartal 2020 wird gebaut. In dem neuen Werk soll ab Juli das Model Y gebaut werden, später wird das Model 3 folgen. Außerdem ist noch eine Batteriefertigung geplant. In der ersten Ausbaustufe sollen bis zu 12.000 Beschäftigte im Dreischichtbetrieb arbeiten. Dabei sollen eine halbe Million Autos jährlich entstehen.

Nach einer Klage von Umweltschützern gegen die Rodungen verfügte ein Verwaltungsgericht im Dezember 2020 einen vorläufigen Stopp der Arbeiten. Nach einer Aufhebung des Stopps legten die Kläger Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein, hatten aber nur teilweise Erfolg. Für den Großteil der Fläche konnten die Naturschutzverbände nicht darlegen, dass es sich um Reptilienlebensräume handle. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Auswirkungen auf geschützte Zauneidechsen und Schlingnattern, darüber hinaus aber auch für das Trinkwasser.

Eine abschließende Genehmigung für die Fabrik hat Tesla immer noch nicht. Darüber könnte eine Entscheidung Ende März oder Anfang April erfolgen, so der Bericht. Tesla baut einstweilen auf eigenes Risiko weiter. Dabei geht das US-Unternehmen schrittweise mit Teil-Genehmigungen vor. So wurden schon das Roden, Fundament-Arbeiten und die Erstellung von tragenden Außenwänden erfolgreich beantragt. Genehmigungen zum Einebnen von Geländeteilen und zum Erstellen von Leitungen im Untergrund stehen jedoch noch aus. 

Laut Brandenburgs grünem Umweltminister Axel Vogel ist das Vorgehen von Tesla mit den Teilgenehmigungen statthaft. Auch Probeläufe seien möglich, so der Minister kürzlich gegenüber Märkischen Oderzeitung. Es werden aber "keine Autos auf den Markt kommen aus einer Fabrik, die noch nicht genehmigt ist."