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Mercedes bereitet sich auf Verbrenner-Aus im Jahr 2030 vor
Daimler-Chef Ola Källenius plant offenbar Beschleunigung der Elektrifizierung

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
18. Jun. 2021 um 10:23 Uhr
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Mercedes hält offenbar ein politisch festgesetztes Verbrenner-Ende im Jahr 2030 für möglich und bereitet sich auf diese Eventualität vor. Darüber berichtet nun das Manager Magazin unter Berufung auf "Konzernkreise".
Falls Diesel- und Benzinfahrzeuge schon 2030 verboten werden sollten, wie es die Grünen in ihrem neuen Wahlprogramm fordern, will Mercedes-Chef Ola Källenius die Elektrifizierung beschleunigen, so der Bericht. Etliche Elektroautos der ab 2024/2025 geplanten nächsten Generation sollten dann ein Jahr früher starten.
Mehr als die Hälfte der aktuellen Modelle bekommen in der Neuauflage nur noch Elektroantriebe, Verbrenner-Varianten wird es von diesen Autos dann nicht mehr geben. Außerdem wird im Konzern offenbar doch wieder über eine eigene Batteriezellfertigung diskutiert. Diese lehnte die Konzernführung bislang strikt ab.
Källenius wolle den beschleunigten Elektrokurs noch vor der Sommerpause vorstellen, so das Magazin. Ob Källenius diesen Auftritt als Drohkulisse nutzen will, geht aus dem kurzen Bericht nicht hervor. Källenius gilt eigentlich als Freund der Elektromobilität. Möglicherweise will er der Politik auch klarmachen, dass man auf solche Entscheidungen vorbereitet ist und reagieren kann – das würde eine Entscheidung für ein Verbrenner-Aus wohl eher befördern.
Allerdings hat Källenius ohnehin eine Beschleunigung der Elektrifizierung geplant, wie er bereits im März sagte:
"Daimler hat heute das breiteste Elektro-Angebot aller Hersteller – vom Stadtauto bis zum Schwer-Lkw. Aber das reicht uns nicht. Wir wollen die Elektrifizierung unseres Produktportfolios beschleunigen. Vor knapp zwei Jahren haben wir unsere Ambition2039 mit dem Ziel einer CO2-neutralen Pkw-Neuwagenflotte bis 2039 vorgestellt. Wir haben den Ehrgeiz, dieses selbst gesteckte Ziel früher zu erreichen." (Daimler-Chef Ola Källenius)
Mercedes hält ein Verbrenner-Aus im Jahr 2030 allerdings immer noch für ein "Extremszenario". Im Mai hatte Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ihre Ziele dem Automobilhersteller-Verband VDA erläutert. Auf ein Datum für das Verbrenner-Aus habe sie sich damals nicht festlegen wollen.
Mehr zum Verbrenner-Aus:
Diese Autohersteller steigen ganz auf Elektroantrieb um
Ein Verbrenner-Aus könnte jedoch nicht nur von der Bundespolitik, sondern auch aus Brüssel kommen. Wegen der europäischen Typzulassung kann die Abschaffung des Verbrenners wohl ohnehin nicht im nationalen Alleingang erfolgen. Denn ein Verbrenner-Modell, das zum Beispiel in Polen die europäische Typgenehmigung erhält, muss auch in Deutschland verkauft werden dürfen.
Eine andere Möglichkeit für ein Verbrenner-Aus wäre das Herabsetzen der EU-Flottengrenzwerte für CO2 auf null. Und genau darüber wird offenbar gerade in der EU-Kommission diskutiert, wenn auch erst für 2035. Bereits bekannt ist, dass die EU-Kommission Mitte Juli eine Verminderung der Flottengrenzwerte für das Jahr 2030 um 60 Prozent vorschlagen will. Doch danach könnte der Wert für 2035 auf null abgesenkt werden, so ein Bericht von Politico unter Berufung auf drei EU-Beamte.
Quelle: Manager Magazin
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