Chinesischer Batteriehersteller beliefert bereits Nissan, Renault und LEVC

Von dem chinesisch-japanischen Batteriehersteller Envision AESC hatten wir bis vor Kurzem noch nie gehört. Doch nun hat das Unternehmen offenbar Oberwasser: Kurz nach der Bekanntgabe eines Deals mit Nissan gibt es nun Gespräche über eine Zusammenarbeit mit Jaguar Land Rover (JLR), so Automotive News Europe.

Unter Berufung auf den Envision-Chef Lei Zhang heißt es in dem Bericht, Envision verhandle mit JLR und anderen Autoherstellern in Großbritannien über die Lieferung von Batteriezellen.

Am vergangenen Donnerstag hatte Envision eine neue Batterieproduktion in der Nachbarschaft von Nissans britischem Werk in Sunderland an. Unser Titelbild zeigt ein Rendering der geplanten Fabrik. Das Werk soll die Batterien für einen neuen Elektro-Crossover auf Basis der Plattform CMF-EV liefern, der nach dem ANE-Bericht den Leaf ablösen soll. Die Produktionskapazität für das neue Modell gab Nissan mit bis zu 100.000 Stück jährlich an. Wenn man von einem 60-kWh-Akku ausgeht, läge der Batterie-Bedarf für dieses Modell bei 6 GWh. 

Damit ist die neue Akku-Fabrik aber noch nicht ausgelastet, denn sie soll jährlich Batterien mit einer Speicherkapazität von 9 Gigawattstunden (GWh) produzieren. Später ist sogar eine Vergrößerung auf bis zu 35 GWh möglich.

Außerdem baut Envision ein Batteriewerk im nordfranzösischen Douai, um die ElectriCity mit Akkus zu beliefern, die Elektroauto-Produktionszentrum von Nissans Konzernpartner Renault. Dort entsteht bis 2024 eine 9-GWh-Fabrik, die bis 2030 eine Kapazität von 24 oder sogar 43 GWh erreichen kann. Die Anlage soll aber offenbar nur dann so weit ausgebaut werden, wenn weitere Autohersteller beliefert werden können.

Offenbar will Envision-AESC seine Produktionskapazität in Europa drastisch ausbauen und sucht nun Kunden. Nissan und Renault haben schon unterschrieben, JLR könnte ein weiterer Abnehmer sein.

Zudem strebt das Unternehmen einen Deal mit dem zu Geely gehörenden Hersteller LEVC an, der für seine London-Taxis mit Range Extender-Konzept bekannt ist. Envision-AESC hat bereits einen Vertrag für die Batterien der in China gebauten Versionen des Taxis. Die in Großbritannien gebauten Taxis und Transporter von LEVC verwenden derzeit noch Batterien von LG Chem aus Südkorea. Diesen Konkurrenten will Envision-AESC nun offenbar ausstechen – mit Akkus aus dem neuen Werk in Sunderland.

Ein weiterer möglicher Kunde wäre Volvo. Der schwedische Hersteller gehört wie LEVC zu Geely, hat aber kürzlich eine Kooperation mit Northvolt geschlossen.