Der Chevrolet Camaro gehörte für uns bislang immer zu den Ikonen des amerikanischen Automobilbaus, zusammen mit anderen Pony Cars (oder, im Fall der stärkeren Varianten Muscle Cars) wie dem Ford Mustang. Seit der Einführung in den 1960er Jahren ist seine Beliebtheit allerdings gesunken, so dass die Produktion von 2002 bis 2009 schon einmal eingestellt war. Nun droht dem Veteranen neues Ungemach.

Nach einem Bericht in Automotive News (dem US-Zweig des von uns häufiger zitierten Automotive News Europe) soll das Auto ab 2024 durch eine Sportlimousine mit Elektroantrieb (Performance EV sedan) ersetzt werden. Wenn das stimmt, muss der Camaro gleich zwei Veränderungen erdulden:

  • Erstens, der Verbrenner wird durch einen Elektroantrieb ersetzt
  • Und zweitens: Aus dem zweitürigen Coupé wird eine viertürige Stufenheck-Limousine (oder sogar eine fünftürige Limousine mit großer Heckklappe).
Chevrolet Camaro (2021) als Cabrio und Coupé
Übrigens: Den Camaro gibt es auch als zweitüriges Cabrio

Der aktuelle Chevrolet Camaro (die sechste Generation) ist seit 2015 auf dem Markt. Laut Chevy handelt es sich um eine komplette Neukonstruktion. Er wird mit 2,0-Liter-Vierzylinder, mit V6 und mit V8 angeboten. Die Produktion findet in Lansing statt, der hierzulande kaum bekannten Hauptstadt des Bundesstaates Michigan.

Der Bericht beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Übergang des General-Motors-Konzerns zur Elektromobilität. Derzeit hat GM nur zwei Elektroautos im Angebot, den Chevy Bolt EV und Bolt EUV, aber etwa 30 Modelle mit Verbrennern unter der Haube. Doch bis 2035 will der Konzern seine gesamte leichte Modellpalette auf Elektrofahrzeuge umstellen. Schwere Pick-ups mit Benziner oder Diesel werden wohl noch darüber hinaus im Portfolio bleiben.

Bildergalerie: GMC Hummer EV (2022)

Bei der Herkulesaufgabe der Umstellung drohen Absatzverluste. Doch das Verkaufsvolumen bei großen Pick-ups und SUVs will der Konzern angeblich unbedingt halten. So hat GM neben dem Hummer EV, dem Hummer EV SUV auch elektrische Versionen des Chevrolet Silverado und GMC Sierra angekündigt, die 2023 starten sollen. Ein Jahr später soll eine Elektrovariante des Cadillac Escalade folgen. Sicherheitshalber sollen die benzinbetriebenen Äquivalente aber vorerst parallel weiterlaufen.

Bildergalerie: Cadillac Lyriq (Serienmodell)

Als Ersatz für die Cadillac-SUVs XT4, XT5 und XT6 sind Elektro-SUVs vorgesehen, von denen der Cadillac Lyriq bereits vorgestellt wurde. Das Fünf-Meter-SUV dürfte wohl den ähnlich großen XT6 ersetzen. Darüber hinaus soll es künftig noch einen Optiq und einen Symboliq geben, die dann wohl kleiner ausfallen werden. Der Bolt EV und sein Schwestermodell Bolt EUV werden angeblich schon 2023 bzw. 2024 durch Autos auf Basis der Ultium-Plattform ersetzt.

Der Chevy Camaro soll über den eigentlich geplanten Generationswechsel hinaus auf dem Markt bleiben, bevor er durch Elektrofahrzeuge ersetzt wird, und zwar wie gesagt durch eine Limousine. Modelle wie der Chevy Spark, Trax und Malibu sowie der Buick Encore sollen spätestens 2025 eingestellt werden.