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VW übernimmt Autovermieter Europcar – und hat viel damit vor

Carsharing, Ride-Hailing und Auto-Abos sollen zu neuem Konzern-Standbein werden

VW übernimmt Europcar

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

30. Jul. 2021 um 09:12 Uhr

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Für etwa 2,5 Milliarden Euro übernimmt der Volkswagen-Konzern Europcar, einen der größten Autovermieter Europas. Europcar soll in eine Plattform für Carsharing, Ride-Hailing-Mitfahrdienste und Abo-Modelle umgebaut werden, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Übernahme passt zu den ehrgeizigen Shared-Mobility-Plänen, die beim letzten VW-Strategietag erläutert wurden.

Konzernchef Herbert Diess hat offenbar keine klassische Autovermietung im Sinn, wie sie Europcar betreibt, sondern einen allumfassenden Service – von der zehnminütigen Ride-Hailing-Fahrt zur nächsten Party bis zum langfristigen Auto-Abonnement. Diess glaubt, dass die Kunden neben dem eigenen Auto immer öfter auch Abo-Modelle oder Carsharing wollten. Mobility as a Service (MaaS) soll mittelfristig zu einem eigenständigen Standbein des Konzerns werden und hohe Gewinne abwerfen, so die beim Strategietag erläuterten VW-Pläne. 

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Eine autonom fahrende ID.Buzz-Version soll künftig als Ride-Pooling-Fahrzeug genutzt werden

Europcar hat eine Flotte von rund 350.000 Fahrzeugen in 140 Ländern der Welt. Die Firma mit Sitz in Paris verfügt über ein dichtes Netz von Vermietstationen an Flughäfen, Bahnhöfen und in den Innenstädten. Von 1999 bis 2006 gehörte das Unternehmen schon einmal dem Wolfsburger Konzern, wurde aber dann an eine Investmentfirma verkauft. Im Juni unterbreitete VW mit zwei weiteren Firmen nun ein Übernahmeangebot, das nach einer Erhöhung auf 50 Cent pro Aktie akzeptiert wurde. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme allerdings noch zustimmen. 

VW-eigene Services wie die Carsharing-Marke WeShare und die Sammeltaxis der Konzerntochter Moia in Hamburg und Hannover sollen schnell in Europcar integriert werden.

Die Konkurrenz von BMW und Mercedes haben mit Carsharing bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Wegen mangelnder Profitabilität schlossen sich 2019 der Daimler-Anbieter Car2Go mit dem BMW-Anbieter DriveNow zusammen, aber auch ShareNow hat wirtschaftlich offenbar wenig Erfolg, wie das Handelsblatt im Februar berichtete.

Diess aber glaubt, Carsharing durch die Kombination verschiedener Angebote wie Abo, Carsharing, Ride-Hailing etc. profitabel sein kann, wie er in einer Telefonkonferenz anlässlich der Präsentation der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr sagte. 

"Die Kombination von Vermietung und Carsharing ist wahrscheinlich der einzige Weg, um Carsharing profitabel zu machen." (Herbert Diess)

Das Geld für die Übernahme hat der VW-Konzern. Er meldete kürzlich einen Rekordgewinn von 11,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2021. Der Konzernumsatz lag bei knapp 130 Milliarden Euro. Auch der Elektroauto-Absatz lief gut: 171.000 E-Autos wurden im ersten Halbjahr verkauft, mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2020. Mit einem Marktanteil von 26 Prozent sei man klar Marktführer bei E-Autos in Europa.

Mehr zum Thema Carsharing:

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Quelle: FAZ.net

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